Run For Climate bringt den Klimaschutz auf die Laufstrecke
Zum zehnten Jahrestag des Pariser Abkommens und im Vorfeld der COP30 ruft die Fondation PARC dazu auf, sich für den Klimaschutz und die Klimaforschung starkzumachen. Vom 10. bis 21. November läuft zunächst eine virtuelle Challenge, bevor am Sonntag, 14. Dezember, ein 10-km-Lauf im Bois de Boulogne folgt. Beide Veranstaltungen verbindet ein gemeinsames Ziel: Run For Climate.
Sich gedanklich einbringen und körperlich aktiv werden: Genau darauf setzt die Fondation PARC. Zum ersten Mal veranstaltet sie einen Benefizlauf über 10 Kilometer, um „für das Klima in Bewegung zu kommen“. Und das in jeder Hinsicht. Mit Start und Ziel mitten in Paris soll die Veranstaltung ambitionierte Maßstäbe setzen, sowohl durch ihre zentrale Lage als auch durch die erwartete Beteiligung mehrerer Tausend Läuferinnen und Läufer. Sie alle eint das Bewusstsein für den Klimawandel und der Wille, die Klimaforschung mitzufinanzieren. Ursprünglich hatte das Projektteam einen symbolischen Start an der Académie du Climat ins Auge gefasst. Eine schöne Idee, die sich allerdings nur schwer umsetzen ließ.
Die Initiative geht auf Lita Marret zurück, Analystin für nachhaltige Finanzen bei der Stiftung, Marathonläuferin und Projektleiterin: „Ich laufe viel. Und weil sich heute immer mehr Menschen für das Laufen begeistern, dachte ich, dass es ein echtes Bedürfnis gibt, diesem Sport einen Sinn zu geben und sich nützlich zu fühlen. Ich wollte einen Rahmen schaffen, in dem persönliches Engagement einen kollektiven und konkreten Sinn bekommt. Denn ganz nebenbei ist Laufen ein Sport, der viel Zeit und Energie verlangt. Diese Veranstaltung steht für Erinnerung und Aufbruch zugleich: Sie soll die Erinnerung an 2015 wachhalten und den Impuls zum Handeln heute neu entfachen.“
Der Lauf ist ab 16 Jahren für alle offen und fügt sich in ein Veranstaltungswochenende ein, das den großen Herausforderungen der ökologischen Transformation und der Klimaforschung gewidmet ist. Drei zentrale Programmpunkte stehen im Mittelpunkt: eine elftägige virtuelle Challenge vom 10. bis 21. November, ein Konferenztag am 12. Dezember in der Académie du Climat für Fachleute, die im Kampf gegen den Klimawandel neue Energie und Überzeugung schöpfen wollen, sowie der 10-km-Lauf am 14. Dezember.
10-Kilometer-Lauf und virtuelle Challenge
Der 10-km-Lauf findet am 14. Dezember statt. Wer nicht vor Ort dabei sein kann, bekommt zuvor eine virtuelle Alternative, die von Bouging organisiert wird. Über die mobile App Run for Climate können die Teilnehmenden gehen oder laufen, wo auch immer sie sich auf der Welt befinden. Die Challenge läuft parallel zur COP30 in Brasilien und verleiht den Wegen und sportlichen Aktivitäten der Teilnehmenden einen zusätzlichen Sinn. Außerdem bietet sie Unternehmen, Schulen und Institutionen die Möglichkeit, Teams für eine gemeinsame Sache und eine Sportveranstaltung mit gesellschaftlicher Bedeutung zu mobilisieren.
Mit der Organisation des Laufs wurde die Agentur ÉcoTrail beauftragt, eine feste Größe bei ökologisch verantwortungsvollen Sportveranstaltungen und Mitautorin der Charta „Course écoresponsable“. „Für uns war es selbstverständlich, Kontakt aufzunehmen. Das Team war sofort von dem Projekt überzeugt, weil es perfekt zu seiner DNA passt“, betont die Organisatorin.
Der gute Zweck steht im Mittelpunkt des Projekts, doch auch der sportliche Anspruch kommt nicht zu kurz: Der Lauf wird offiziell gestoppt. „So erreichen wir vielleicht auch Menschen, die sich bisher nicht unbedingt mit dem Thema beschäftigt haben, auf einem anderen Weg“, erklärt Lita Marret.
Gemeinsam für den guten Zweck
Mit jeder Anmeldung zum Lauf fließen direkt fünf Euro in die Klimaforschung, genauer gesagt an die Fondation PARC (Paris Agreement Research Commons). Die französische Organisation ist am Institut Louis Bachelier angesiedelt und wurde gegründet, um die Umsetzung und Transparenz von Klimaverpflichtungen zu stärken, insbesondere im Zusammenhang mit dem Pariser Abkommen. Zu ihren Mitgliedern zählen öffentliche und private Akteure wie die ADEME, die Direction générale du Trésor und die European Climate Foundation. Gemeinsam wollen sie die Forschung und Innovation im Bereich nachhaltiger Finanzen strukturieren und beschleunigen, Instrumente für die Klimaberichterstattung entwickeln und die ökologische Transformation unterstützen. „Alle eingeworbenen Spenden fließen in die Forschung zur klimaverträglichen Transformation“, erklärt Lita Marret. Ziel ist es, Synergien zwischen Forschenden und Praktikern zu fördern, um wichtige Analyseinstrumente für die klimaverträgliche Transformation zu entwickeln und angesichts der aktuellen Dringlichkeit konkrete Lösungen auf den Weg zu bringen.
Im kommenden Dezember feiert das Pariser Abkommen sein zehnjähriges Bestehen. Der am 12. Dezember 2015 auf der COP21 verabschiedete internationale Vertrag sollte die Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C begrenzen. Auch wenn er noch lange nicht vollständig umgesetzt ist und sein Ziel zunehmend unrealistisch erscheint, soll dieser Lauf vor allem mobilisieren, solange noch Zeit zum Handeln bleibt. Der Kampf gegen den Klimawandel kommt nur schleppend voran, während das Zeitfenster für wirksames Handeln zusehends kleiner wird. „Die Bilanz ist nicht die, die wir uns gewünscht hätten. Trotzdem gibt es Fortschritte, und es ist noch immer Zeit zu handeln“, fasst die Gründerin des Projekts zusammen. Wer an der Challenge teilnimmt, kann auf seine Weise einen Beitrag leisten. Denn häufig hört man: „In meinem Rahmen kann ich doch ohnehin nicht viel ausrichten.“ Hier kann sich jeder als Teil des Wandels erleben, durch eine konkrete gemeinsame Handlung.
„Für den Planeten in Bewegung kommen“ ist also kein bloßes Mantra, das wiederholt wird, ohne je in die Tat umgesetzt zu werden. Die Fondation PARC bietet die Möglichkeit, konkret etwas für unsere Lebensgrundlagen zu tun und jedem Schritt einen Sinn zu geben.