Seine Marathon 76: Aurélien Declosmesnil und Camille Chaigneau triumphieren in Rouen

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Von Emma Bert

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

Seine Marathon 76: Aurélien Declosmesnil und Camille Chaigneau triumphieren in Rouen
© Sport Plus Conseil

Am 27. und 28. September drehten sich die Straßen von Rouen um die Schritte von 16.982 Läuferinnen und Läufern, die beim La Seine Marathon 76 an den Start gingen. Marathon, Halbmarathon, 10 km und 5 km sorgten bei der siebten Auflage für Begeisterung. Das Ziel des Veranstalters: alle Läuferinnen und Läufer bei einem Fest der Laufkultur zusammenzubringen. Solidarität, Umweltschutz, sportliche Werte und die Entdeckung des regionalen Kulturerbes stehen dabei im Mittelpunkt. Auf der Königsstrecke setzten sich Aurélien Declosmesnil und Camille Chaigneau souverän durch.

Die Veranstaltung hat sich in der Normandie zu einem echten Lauffestival entwickelt. Der Seine Marathon 76 ist für seine ausgelassene Stimmung bekannt, die vor allem dem Rouener Publikum am Straßenrand zu verdanken ist. Die relativ flache Strecke führt an der Seine entlang und durch das Stadtzentrum. Jardin des Plantes, Kathedrale Notre-Dame, Gros-Horloge und Musée des Beaux-Arts: Die Route ist ausgesprochen malerisch und lockt die Massen an. Die Startplätze waren deshalb lange vor dem Meldeschluss vergriffen.

Ein Marathon-Debütant und eine Vizeweltmeisterin über 100 km

Der Sieg ging an den Mann, mit dem kaum jemand gerechnet hatte. Aurélien Declosmesnil riss nach einem Sololauf über die Königsstrecke als Erster die Arme hoch und blieb in 2:32:17 Stunden. Für den 25-Jährigen, der nach einer Verletzung auf seinen Start beim Marathon de Paris am 13. April 2025 hatte verzichten müssen, war es ein Meisterstück: Sein erster Marathon überhaupt. Der Sieg belohnt den konzentrierten Sommer des Sportlehrers, der erst vor zwei Jahren mit dem Laufen begonnen hat. Und ans Aufhören denkt der frischgebackene Sieger noch lange nicht, dafür hat er sich zu sehr in den Laufsport verliebt. Hinter ihm folgten Paul Maes (AS Marck, 2:37:29) und Léo Crowet (2:38:19).

Bei den Frauen setzte sich Camille Chaigneau, Vizeweltmeisterin über 100 km 2022 in Berlin, in 2:47:09 Stunden durch. Für sie war es bereits der dritte Marathon des Jahres. Eine bemerkenswerte Leistung, die sie in der Gesamtwertung auf Rang acht brachte. Die Rouenerin, die für Dijon UC startet, ließ der Konkurrenz in ihrer Heimat keine Chance. Die Athletin, die von Philippe Propage trainiert wird, kennt ihren Körper bestens: Sie lief die gesamte Distanz ohne Uhr, ausschließlich nach Gefühl. Titelverteidigerin Fanjanteino Félix, ehemalige Nationalkaderathletin (Stade Sottevillais 76, Zweite in 2:56:54), und Laetitia Malandain (Dritte in 3:16:49) komplettierten das Podium.

Aurélien Radja und Salomé Brun holen sich die Krone über 10 km

Der nächtliche 10-km-Lauf bot mit einem starken Teilnehmerfeld ein packendes Rennen. Der internationale U23-Athlet Aurélien Radja (Stade Sottevillais 76) spielte seine Sprintqualitäten aus und sicherte sich in 29:17 Minuten den Sieg. Hinter ihm gewann Youssef Mekdafou (Pierrefitte Multi Athlon, 2022 in Turin Mannschafts-Europameister im Cross) in 29:31 Silber. Pierre Couzinier (Athlé Du Pays de Vannes) holte in 29:44 Bronze.

Auch das Frauenrennen hielt, was es versprach: Salomé Brun (AO Charenton) feierte einen souveränen Sieg. Die Athletin von Jean-Jacques Minne stellte in 33:02 Minuten eine neue persönliche Bestzeit auf. Ihre bisherige Bestmarke lag bei 33:30, gelaufen im März 2025 in Valenciennes. Zweite wurde ihre Trainings- und Vereinskollegin Clarysse Picard in 34:07, gefolgt von Selina Leroy (Rouen Normandie Athlétisme), die in 34:11 Dritte wurde.

Ein erfolgreicher Halbmarathon und 5 km ohne Tempovorgabe

Den Halbmarathon dominierte Gatien Durand (USM Malakoff) in 1:07:55 Stunden. Adelin Grenier (1:08:40) und Mathis Pruniaud (1:10:13) belegten die Plätze zwei und drei. Bei den Frauen siegte Blandine Vincent (AC Barentin) in 1:19:47 Stunden mit deutlichem Vorsprung vor Emilie Boulier (1:21:25) und Christine Martineau (1:24:07). Abgerundet wurde das Programm durch einen 5-km-Lauf von MATMUT, der bei Einbruch der Dunkelheit im freien Tempo absolviert werden konnte.

Die siebte Auflage des La Seine Marathon 76 bot spannende Rennverläufe sowie Siegerinnen und Sieger mit vielfältigen, bisweilen ungewöhnlichen Profilen. Über die individuellen Leistungen hinaus sorgte das Lauffestival für großen Zuspruch: 16.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten sich der Herausforderung und wollten sich in malerischer Umgebung selbst übertreffen. Die Laufcommunity genoss zudem die leidenschaftliche Unterstützung des Rouener Publikums, das hinter den Absperrungen lautstark mitfieberte. 2026 geht es mit einer vielversprechenden nächsten Auflage weiter.

Hier gibt es alle Ergebnisse der siebten Auflage des La Seine Marathon 76