Bewegen, um etwas zu bewegen: Ein Abend in Valenciennes über Gesundheit neu gedacht

Bewegen, um etwas zu bewegen: Ein Abend in Valenciennes über Gesundheit neu gedacht

CP
Von Charles-Emmanuel Pean

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Am Dienstag, 18. November, stand in der Cité des Congrès de Valenciennes ein Abend ganz im Zeichen der Verbindungen zwischen Bewegung, Umwelt und Gesundheit. Rund um die Vorführung des Films 100 marathons vus du cœur diskutierten mehrere Akteure aus der Region über die Rolle des Sports im ökologischen und gesundheitlichen Wandel. Der Öko-Abenteurer Nicolas Vandenelsken, zentraler Gast des Abends, berichtete von seinen Erfahrungen und seinem Verständnis des Konzepts „One Health“.

In einer Zeit, in der körperliche Aktivität als wichtiger Hebel für die öffentliche Gesundheit und als konkretes Instrument des ökologischen Wandels gilt, versammelte Uni-Vert Sport am Dienstag, 18. November, in Valenciennes ein Publikum, das verstehen wollte, wie Sport zur Veränderung unserer Lebensweise beitragen kann. Filme, Mitmach-Workshops und eine Podiumsdiskussion prägten ein dichtes Programm mit starkem Bezug zur Region. Impulse aus Sport, Forschung und Umweltengagement machten die verschiedenen Perspektiven sichtbar. Im Mittelpunkt stand die Erfahrung von Nicolas Vandenelsken, der 100 Marathons in 100 Tagen absolvierte und damit eine Grundlage geschaffen hat, um über die Zusammenhänge zwischen menschlicher Gesundheit, der Gesundheit von Ökosystemen und sportlicher Betätigung zu sprechen.

Rückblick auf den Abend am 18. November in Valenciennes

Ab 17.30 Uhr trafen die ersten Teilnehmenden bei spielerischen Workshops und einem Fotoquiz mit dem Titel 100 marathons vus du ciel ein. Die Einstimmung führte in die Welt des Öko-Abenteurers Nicolas Vandenelsken ein. Um 19 Uhr begann die Filmbegegnung offiziell, 15 Minuten später folgte die Vorführung von 100 marathons vus du cœur, einem Film von Jérôme Habasque. Die Dokumentation zeichnet die Herausforderung von 100 Marathons in 100 Tagen und den persönlichen Weg dahinter nach. Immersive Bilder, tägliche Begegnungen und Luftaufnahmen tragen eine Erzählung, in der die menschliche Dimension des Projekts im Vordergrund steht. Die um 19.45 Uhr angesetzte Podiumsdiskussion „Bewegen, um etwas zu bewegen“ bildete den Höhepunkt des Abends.

Auf dem Podium saßen:
Louison Auger, stellvertretender Generaldirektor des VAFC (Fußball, National), der die am Dienstag, 18. Dezember, vorgestellte CSR-Strategie des Vereins präsentierte.
William Michel, CSR-Projektleiter bei Saint-Amand Handball, einem Profiverein der ersten französischen Frauenliga
Laura Wallard, Dozentin und Forscherin an der Université Polytechnique Hauts-de-France
Jérôme Habasque, Regisseur von 100 marathons vus du cœur
Nicolas Vandenelsken, Öko-Abenteurer

Die Beiträge drehten sich um den Stellenwert des Sports in der Gesellschaft, um die Frage, wie Profivereine ihre CSR-Aktivitäten inzwischen organisieren, und darum, wie Sportprojekte zu Instrumenten für Bildung und Mobilisierung werden können. Die Vertreter des VAFC und von Saint-Amand Handball stellten ihre lokalen Maßnahmen vor: umweltfreundliche Mobilität, Inklusion, die Verankerung interner Leitlinien und ihr Engagement für Umweltfragen.

Die Wissenschaftlerin Laura Wallard ordnete die Forschung zu körperlicher Aktivität und Mobilitätsverhalten sowie deren nachgewiesene Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit wissenschaftlich ein. Sie erinnerte insbesondere daran, dass Gehen und Radfahren heute zugängliche Hebel sind, um chronischen Krankheiten vorzubeugen und das Wohlbefinden der Bevölkerung zu steigern. Aktuelle Daten von Santé Publique France bestätigen dies. Um 21 Uhr ging der Abend bei einem Imbiss und weiteren Gesprächen weiter. Teilnehmende, Ehrenamtliche, lokale Akteure und Zuschauer konnten den Austausch fortsetzen. Um 21.45 Uhr beschloss die Vorführung des Films Notre Record die Veranstaltung.

Nicolas Vandenelsken und die 100 Marathons in 100 Tagen

Die Anwesenheit von Nicolas Vandenelsken zog sich als roter Faden durch den Abend. Der aus Vieux-Condé (59) stammende Athlet wurde durch seine Herausforderung bekannt, 2022 hundert Marathons in hundert Tagen zu absolvieren. Eine körperliche, logistische und mentale Erfahrung, die weit über sportliche Leistung hinausgeht. Sein Ansatz: Das Abenteuer wird zum pädagogischen Werkzeug, zum Mittel, um für Umwelt- und Gesundheitsthemen zu sensibilisieren und Menschen zu mobilisieren. „Seit diesem Sommer ist es die zweite Vorführung des Films, berichtet Nicolas Vandenelsken. Der Inhalt überrascht die Zuschauer ein wenig, weil sie angesichts des Titels einen Film erwarten, in dem es ausschließlich um Leistung geht. Jérôme Habasque und Mathieu Foubert, die beiden Regisseure, haben den Bezug zur Natur aber wirklich gut herausgearbeitet. Für uns selbst zu sorgen heißt, für sie zu sorgen. Diesen Weg habe ich persönlich erlebt.

In der Podiumsdiskussion ebenso wie in informellen Gesprächen kam er auf die Beweggründe für das Projekt zurück: Sport kann ein zugängliches und verbindendes Instrument für Engagement sein. Die tägliche Strecke von 42,195 km war als Anlass gedacht, Begegnungen zu schaffen, Regionen zu durchqueren und ganz konkret zu zeigen, dass sich eine Veränderung der Lebensweise, hier die aktive Mobilität, über längere Zeit umsetzen lässt, ohne zum exklusiven Abenteuer für Hochleistungssportler zu werden. Der zu Beginn des Abends gezeigte Film 100 marathons vus du cœur dokumentiert diesen Ansatz. Zu sehen sind der tägliche Rhythmus der Herausforderung, Begegnungen mit den Bewohnern, Erschöpfungsmomente und Lösungen, mit denen sich das Abenteuer 100 Tage lang aufrechterhalten ließ. Regisseur Jérôme Habasque legt den Schwerpunkt auf die emotionale Seite des Projekts: auf Landschaften, zufällige Begegnungen und die freiwillige Einfachheit, die die gesamte Erfahrung prägt. Nicolas Vandenelsken ordnet sein Engagement in das Konzept „One Health“ ein. Es beruht auf der Idee, dass die Gesundheit des Menschen, der Tiere und der Ökosysteme voneinander abhängen.

Indem er das Laufen als Fortbewegungsmittel wählt, kurze Wege bevorzugt und die Vorteile der Verbindung zur Natur hervorhebt, macht er dieses Prinzip greifbar. Für ihn sind Investitionen in aktive Mobilität, Naturräume und Sport im Freien eine kollektive Antwort auf aktuelle gesundheitliche Herausforderungen: Prävention, geringere Gesundheitsausgaben, Lebensqualität und territorialer Zusammenhalt. Nach Einschätzung von Nicolas hat der Abend am 18. November seine Ziele erreicht.

Bei solchen Veranstaltungen geht es nicht nur darum, die ohnehin Überzeugten zu erreichen. Man muss sich allen Zielgruppen stellen, auch jenen, die für die Klimaproblematik weniger empfänglich sind. Wir müssen unbedingt aus dem Dreieck des Nichtstuns herauskommen: einer Situation, in der die Bürger auf die Politik warten, die Politik auf die Unternehmen und die Unternehmen auf die Bürger … Solche Begegnungen sollen dafür sorgen, dass alle miteinander ins Gespräch kommen und sich auseinandersetzen. Auch die Beteiligung privater Unternehmen als Partner ist eine gute Sache. Man zwingt sie, sich zu bewegen und bestimmte Entscheidungen neu auszurichten …

Nicolas Vandenelsken

Gesundheit, aktive Mobilität und Engagement vor Ort

Der Abend in Valenciennes fand vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Daten statt, die die zentrale Rolle körperlicher Aktivität für die öffentliche Gesundheit bestätigen. Laut einem im September 2025 veröffentlichten Bericht der ADEME könnten durch körperliche Aktivität im Rahmen täglicher Wege zu Fuß in Frankreich jedes Jahr Tausende Todesfälle vermieden werden. In diese Schätzung fließen die Auswirkungen des Gehens auf die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und Atemwegserkrankungen ein. Auch die regionalen Daten zeigen großes Entwicklungspotenzial: 76 % der Franzosen leben weniger als 4 km von einer Ansammlung wichtiger Einrichtungen entfernt, darunter Supermarkt, weiterführende Schule, Arzt, Apotheke, Fitnessstudio und Bibliothek. Diese Nähe könnte den Umstieg auf aktive Mobilität theoretisch erleichtern, wenn Infrastruktur und Gewohnheiten dieselbe Entwicklung nehmen.

Im selben ADEME-Bericht heißt es, dass der Anteil des Zu-Fuß-Gehens am Verkehrsaufkommen bei einer flächendeckenden Umsetzung der derzeit besten Praktiken 31 % erreichen könnte, gegenüber heute 24 %. Der Anteil des Radverkehrs könnte auf 8 % steigen, gegenüber aktuell 3 %. Diese Prognosen zeigen das gesundheitliche und ökologische Potenzial einer Politik, die auf aktive Mobilität setzt. Untersuchungen von Santé Publique France aus dem Jahr 2024 bekräftigen diesen Befund: Zehn zusätzliche Minuten Gehen oder Radfahren pro Tag könnten die Sterblichkeit in Großstädten um 3 bis 6 % senken.

Für Nicolas Vandenelsken gilt es, gute Ansätze weiter sichtbar zu machen, auch wenn sie nur langsam an Boden gewinnen: „Jeder muss seinen eigenen Weg gehen. Ich selbst habe mehrere Jahre in der Sportindustrie gearbeitet, unter anderem für die Tour de France. Das war wirklich mein Traumberuf. Irgendwann habe ich aber angefangen, nach dem Sinn zu fragen. 2019 habe ich, vermutlich nicht weit von einem Burn-out entfernt, einen Aufhebungsvertrag unterschrieben. Danach folgte eine Phase der Suche. Ich war selbst einmal adipös und später magersüchtig, deshalb wurde die Suche nach meinem persönlichen Gleichgewicht wichtig. 2021 gründete ich Uni-Vert Sport mit dem Wunsch, eine bessere Beziehung zwischen unserem Körper und der Natur zu fördern. Es gibt Tage, an denen es schwerfällt, aber wie alle anderen versuche ich, mich an die positiven Dinge zu halten, die ich sehe. Die MAIF ist ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, das versucht, sein Umfeld zu bewegen. Zuletzt hat sie Boni für ökologische Bedingungen entwickelt, das ist interessant. Auch die Marke VEJA setzt positive Dinge um. Als Verbraucher und Bürger müssen wir sie darin bestärken, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

© Jérôme Habasque

Mehr erfahren: Uni-Vert Sport, gegründet von Nicolas Vandenelsken

Uni-Vert Sport, der Veranstalter des Abends, steht für die Verbindung von Sport, Gesundheit und ökologischem Wandel. Seit 2021 entwickelt der Verein gemeinsam mit Regionen neue Erzählungen, die allen ermöglichen sollen, sich für Fragen der ganzheitlichen Gesundheit einzusetzen. Die Organisation hat ihren Sitz in Hauts-de-France und ist in ganz Frankreich aktiv. Mit sportlichen und bürgerschaftlichen Abenteuern bringt sie Bewohner, Institutionen, Vereine und Kommunen in Bewegung. Marathons.com hatte in den vergangenen Monaten die Gelegenheit, mit drei aktiven Mitgliedern des Vereins zu sprechen: Olivier Maria, Pierre Destailleur und Nicolas Vandenelsken im Rahmen dieser Veranstaltung in Valenciennes. Hier sind sie alle drei versammelt!

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