Die Monaco Run, das Erbe des Monaco-Marathons und der Riviera
Das Fürstentum lockt Sportler mit seiner spektakulären Kulisse, dem milden Klima und prestigeträchtigen Rennen. Die Diamond League von Monaco ist das bekannteste Beispiel: Jahr für Jahr versammelt der Wettkampf im Stade Louis II die weltbesten Athleten. Über mehrere Jahre war Monaco außerdem Gastgeber eines Marathons, der durch drei Länder führte. Das Rennen, das 2011 zur Monaco Run wurde, hat seine Zeit geprägt.
Im Leben eines Läufers gibt es Rennen, die einen besonderen Eindruck hinterlassen. Das kann an der Strecke, ihrer Einzigartigkeit oder ihrer Geschichte liegen. Die Monaco Run Gramaglia gehört dazu. Die Veranstaltung ist für ihre schnellen 5- und 10-Kilometer-Rennen bekannt und blickt auf eine faszinierende Geschichte zurück.
Ein Lauffest zu Ehren der Grimaldi-Dynastie
Von 1997 bis März 2009 war die Enklave Gastgeber des Marathon de Monaco et des Riviera. Ein einzigartiges Rennen, das als einziges weltweit durch drei Länder führte: Monaco, Frankreich und Italien. Der Lauf stand im Zeichen der Feierlichkeiten zum 700-jährigen Bestehen der Grimaldi-Dynastie, der Fürstenfamilie, die über das Fürstentum herrscht. Sie zählt zu den ältesten noch regierenden Dynastien Europas.
Die geografische Lage des Felsens ließ keine klassische 42,195-Kilometer-Strecke zu. Die Veranstalter entwarfen deshalb einen spektakulären Kurs. Dieser Marathon bestach durch seine fotogene Küstenroute und den Verlauf durch drei Länder. Das zog Läufer an, die sportliche Leistung mit einer Reise verbinden wollten. Im Laufe der Jahre wurde die Strecke angepasst, um sie schneller zu machen.
Zwischen Meer und Bergen
Organisiert vom monegassischen Leichtathletikverband, war dieses Rennen ein außergewöhnliches und unvergessliches Ereignis. Die Teilnehmer liefen durch mehrere Küstentunnel, während das Profil an einigen Stellen anspruchsvoll wurde, unter anderem am Anstieg zum Cap-Martin bei Kilometer 31. Mehr als 2.000 internationale Läufer aus 49 Nationen gingen vor dieser atemberaubenden Kulisse an den Start. Im heutigen Laufboom würde der Wettkampf zweifellos noch deutlich mehr Teilnehmer anziehen, wenn er weiterhin stattfinden würde.
Der Start erfolgte im Stadtzentrum, am selben Ort, an dem die Formel-1-Boliden zum Großen Preis von Monaco losfahren. Die Hin- und Rückstrecke führte entlang des Mittelmeers vom Fürstentum bis nach Italien und durchquerte Roquebrune-Cap-Martin und Menton. Der Zieleinlauf auf der Laufbahn des Stade Louis II war legendär. Ebenso die Siegerehrung in Anwesenheit von Fürst Albert II. Der Marathon erfreute sich über Jahre großer Beliebtheit, bei Läufern ebenso wie beim Publikum.
Den Streckenrekord stellte bei der letzten Austragung der Kenianer Ben Mutai Kimwole in 2:11:01 Stunden auf. Bei den Frauen hält die Italienerin Maura Viceconte die Bestzeit. Sie lief 1997 2:28:16 Stunden.
Zahlreiche organisatorische Hürden
Trotz des Erfolgs über 42,195 Kilometer wird die Königsdisziplin heute nicht mehr angeboten. Der Grund liegt in den organisatorischen und logistischen Schwierigkeiten sowie den territorialen Hürden, die ein Rennen durch drei verschiedene Länder mit sich bringt. 2010, bei der bislang letzten Austragung, wurde die Veranstaltung in einen Halbmarathon umgewandelt, der ausschließlich in der Enklave stattfand. Dieser wurde schließlich wegen der Wahlen in Frankreich abgesagt, die eine ordnungsgemäße Durchführung des Rennens verhinderten. Die Organisation musste Genehmigungen für Straßen und Sicherheitsmaßnahmen mit drei Behörden abstimmen: Monaco, der Präfektur Alpes-Maritimes und der italienischen Verwaltungsbehörde von Imperia.
Seit 2011 hat sich dieser außergewöhnliche Marathon zur Monaco Run Gramaglia entwickelt. Die Veranstaltung findet ausschließlich auf monegassischem Staatsgebiet statt und baut auf dem Erbe des ursprünglichen Rennens auf. Angeboten wird eine Vielzahl von Distanzen. So bleibt ein prestigeträchtiger Lauf mit starker Identität erhalten, der sowohl Eliteathleten als auch Hobbyläufer anspricht. Die jüngsten Austragungen belegen den Erfolg. Die Startplätze sind heiß begehrt, nicht zuletzt wegen der Jagd nach persönlichen und mitunter auch internationalen Bestzeiten.
Ein einzigartiges Erbe, das Läufer begeistert
Auch ohne Marathon ist die Veranstaltung heute ein Pflichttermin. Jeden Februar reisen Athleten aus aller Welt nach Monaco, um sich auf pfeilschnellen Asphaltkursen oder in den Bergtrails zu messen. Mit dem 1.000-Meter-Lauf, 5 km, 10 km, dem 12 km langen City Trail und dem Trail du Mont Agel ist das Programm dicht gepackt und spricht Läufer aller Niveaus an. Die Veranstalter haben eine Strecke durch die emblematischen Schauplätze der Côte d’Azur-Enklave angelegt. Port Hercule, Monte-Carlo Bay, der Formel-1-Tunnel und Larvotto begeistern die Laufcommunity.
Die Stadt der Rekorde
2025 gingen über alle Distanzen hinweg 3.800 Teilnehmer an den Start. Das Lauffest wurde vom französischen 5-Kilometer-Rekord der Olympiasiegerin und Weltmeisterin Cassandre Beaugrand in 14:53 Minuten gekrönt, aber auch vom Europarekord der Niederländerin Diane Van Es. Die Vize-Europameisterin über 10.000 Meter von 2024 pulverisierte die alte Bestmarke mit starken 14:39 Minuten. In Monaco wurden drei Europarekorde über 5 km aufgestellt: in der Frauenwertung, im gemischten Rennen und bei den Männern. Bei den Herren setzte sich der Belgier Isaac Kimeli, Finalist über 5.000 Meter bei den Olympischen Spielen 2024, in 13:15 Minuten durch.
Seit seiner Premiere versammelt der Monaco Run die Weltelite der Läuferinnen und Läufer. Diese außergewöhnliche Leistungsdichte begeistert Zuschauer und Teilnehmer gleichermaßen. Im vergangenen Jahr sorgte neben den Spitzenzeiten noch eine weitere Leistung für Aufsehen: Mit 1.227 Startern wurde ein Teilnehmerrekord über 10 km aufgestellt.
Monaco ist wahrlich ein Ort der unbegrenzten Möglichkeiten. Sein legendärer Marathon bildet da keine Ausnahme. Als weltweit einziges Rennen durch drei Länder lockte das Fürstentum jahrelang Läufer aus aller Welt in eine außergewöhnliche Kulisse. Dank seines reichen Erbes entwickelte sich der Marathon de Monaco et des Riviera seit 2011 zur Monaco Run. Ein hochkarätiger Wettkampf, bei dem bereits mehrere Europarekorde aufgestellt wurden. Am 14. und 15. Februar 2026 steigt die nächste Ausgabe, mit großen Emotionen und starken Leistungen.
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