Im Windschatten der Kiprun-Pacer-Community: Was eine Studie mit 224.000 Läuferinnen und Läufern zeigt

Im Windschatten der Kiprun-Pacer-Community: Was eine Studie mit 224.000 Läuferinnen und Läufern zeigt

CL
Von Clément Laborieux

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Laufen lässt sich längst nicht mehr nur an der Ziellinie erzählen. Dank der zahlreichen Technologien, die Läuferinnen und Läufern heute zur Verfügung stehen, wird der Sport zunehmend anhand von Daten sichtbar. Eine dieser Technologien ist Kiprun Pacer, die Coaching-App von Kiprun (Decathlon). Mehr als eine Million Downloads und eine große Running-Community sprechen für sich. Kein Wunder: Die App bietet kostenlos Trainingspläne für die Vorbereitung auf den nächsten Wettkampf. Das Ergebnis? 80 % der Nutzerinnen und Nutzer verbessern ihre persönliche Bestzeit. Kiprun Pacer scheint also ziemlich gut zu funktionieren. Mit mehr als 224.000 aktiven Läuferinnen und Läufern verfügt die Plattform außerdem über eine riesige Datenbasis zur Trainingspraxis ihrer Community. Straße, Trail, bevorzugte Distanz, durchschnittliches Tempo: Marathons.com zeigt die wichtigsten Trends und Zahlen der Kiprun-Pacer-Studie.

Eine junge Community mit rasantem Wachstum

Die erste Erkenntnis: Das Wachstum ist spektakulär. Es ist kein Geheimnis, dass Laufen seit dem Ende der Pandemie und der Lockdowns boomt. An jedem Wochenende sind die Parks voller Läuferinnen und Läufer, während Veranstalter mit den Tausenden von Anfragen nach Startplätzen kaum noch hinterherkommen.

Auch Kiprun Pacer profitiert von dieser Entwicklung. Läuferinnen und Läufer wünschen sich zunehmend individuellere Unterstützung, um Fortschritte zu machen und ihre Ziele zu erreichen. Die Kiprun-Pacer-Community hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt und zählt inzwischen 224.000 aktive Nutzerinnen und Nutzer. Eine beeindruckende Zahl.

Mehr als die Hälfte von ihnen ist jünger als 35 Jahre. Laufen zieht also weiterhin eine junge, vernetzte Generation an, die ihren Sport strukturiert betreibt. Die 25- bis 34-Jährigen stellen mit 40 % die größte Gruppe.

Interessant ist auch die demografische Entwicklung: Immer mehr Frauen entdecken das Laufen für sich. Das Verhältnis von Frauen und Männern verschiebt sich zugunsten der Frauen, und das ist eine gute Nachricht. In der App sind 43,5 % der Nutzerinnen und Nutzer weiblich, gegenüber 42,9 % im Jahr 2024. Die Zahl bestätigt die langsame, aber stetige Feminisierung der Laufpelotons.

Kiprun-Pacer-Studie mit 224.000 Läuferinnen und Läufern, 37 Millionen gelaufenen Kilometern, wachsender Trail-Begeisterung, der Dominanz von 10 km und Halbmarathon sowie einer zunehmend vernetzten Laufpraxis. Eine umfassende Analyse der Running-Trends.© Kiprun

37 Millionen Kilometer: Die Laufumfänge steigen

Zwischen 2024 und 2025 legten die Nutzerinnen und Nutzer von Kiprun Pacer 37.000.000 Kilometer zurück. Eine schwindelerregende Zahl. Das entspricht mehr als 900 Erdumrundungen.

Im Durchschnitt:
✓  519 km pro Jahr für regelmäßige Läuferinnen und Läufer
✓  10 km pro Woche
✓  20 km mehr als 2024

Bei den regelmäßigen Läuferinnen und Läufern, also bei mindestens einem Lauf alle zwei Wochen:

Frauen
✓  9,2 km pro Lauf
✓  Durchschnittstempo: 6:32 min/km
✓  Durchschnittliche Laufdauer: 1:00:08 h
✓  449 km pro Jahr

Männer
✓  10,98 km pro Lauf
✓  Durchschnittstempo: 5:47 min/km
✓  Durchschnittliche Laufdauer: 1:03:28 h
✓  573 km pro Jahr

Die Zahlen passen gut zur Realität: Es handelt sich um Läuferinnen und Läufer, die ihren Sport ernst nehmen, aber nicht unbedingt leistungsorientiert trainieren. Menschen, die am Wochenende joggen und zugleich ein aktives Sozial- und Berufsleben haben. Das Herzstück des modernen Laufens.

Kiprun-Pacer-Studie mit 224.000 Läuferinnen und Läufern, 37 Millionen gelaufenen Kilometern, wachsender Trail-Begeisterung, der Dominanz von 10 km und Halbmarathon sowie einer zunehmend vernetzten Laufpraxis. Eine umfassende Analyse der Running-Trends.© Kiprun

Das Laufverhalten verändert sich mit dem Alter

Die Studie bringt außerdem eine interessante Entwicklung ans Licht: Mit zunehmendem Alter sinkt das Durchschnittstempo, während die Distanz steigt.

Zwischen den 18- bis 24-Jährigen und den 45- bis 54-Jährigen:
Das Tempo sinkt von etwa 5:56 auf 6:11 min/km
Die Jahresdistanz steigt von 451 auf 578 km

Kurz gesagt: Die Jüngeren laufen schnell, die Erfahreneren laufen weit. Das überrascht kaum, wenn man an die verschiedenen Disziplinen der Leichtathletik und des Straßenlaufs denkt. Mit zunehmendem Alter werden die Distanzen länger, und Laufen wird in jeder Hinsicht zum Ausdauersport. Wahrscheinlich kennt jeder von uns mindestens einen Dreißigjährigen, der gerade für einen Marathon trainiert …

Die Straße dominiert, aber der Trail holt auf

Auch 2025 ist der Straßenlauf die beliebteste Disziplin. Gleichzeitig verzeichnet die App einen Zuwachs beim Trailrunning:
78 % der Pläne sind auf die Straße ausgerichtet
22 % auf den Trail

Der Trail legt zu, 2024 waren es noch 19 %. Der Anstieg verläuft schrittweise, ist aber deutlich. Die Entwicklung hat auch eine Generationenkomponente:
Die 18- bis 24-Jährigen bleiben stark auf die Straße fokussiert (85 %)
Bei den 35- bis 55-Jährigen steigt der Trail-Anteil auf bis zu 28 %

Je älter die Läuferinnen und Läufer werden, desto stärker entfernen sie sich von Stadt und urbaner Kulisse. Gefragt sind neue Herausforderungen, bei denen die Verbindung zur Natur wichtiger ist als die Zeit. Der enorme Aufstieg des UTMB ist dafür ein perfektes Beispiel. Das Rennen in Chamonix hat sich innerhalb weniger Jahre zum medial präsentesten Trail-Event der Welt entwickelt.

Natürlich spielt auch die Geografie eine Rolle: In Frankreich, Portugal und Italien gibt es überdurchschnittlich viele Trailpläne. Die schönsten Trails der Welt finden in diesen Ländern statt, und Gelände sowie Untergrund beeinflussen die Laufpraxis unmittelbar.

Kiprun-Pacer-Studie mit 224.000 Läuferinnen und Läufern, 37 Millionen gelaufenen Kilometern, wachsender Trail-Begeisterung, der Dominanz von 10 km und Halbmarathon sowie einer zunehmend vernetzten Laufpraxis. Eine umfassende Analyse der Running-Trends.© Kiprun

10 km und Halbmarathon sind die beliebtesten Distanzen

Bei den angestrebten Zielen liegen die zugänglicheren Distanzen vorn:
10 km: 42 % der Pläne
Halbmarathon: 41 %
Marathon: 17 %

Wer in den sozialen Medien unterwegs ist, könnte schnell glauben, dass der Marathon der große Running-Trend unserer Zeit ist. Das stimmt nicht. Bei den Jüngeren dominiert der 10-km-Lauf deutlich. Der Halbmarathon gehört zu den beliebtesten Distanzen, während der Marathon erst mit zunehmendem Alter an Bedeutung gewinnt.

Bei den Frauen zeigt sich ein ähnliches Bild: 49 % bevorzugen den Halbmarathon, nur 15 % den Marathon. Der Halbmarathon ist die ideale Balance: machbar, aber anspruchsvoll, und ohne dass man für die Vorbereitung sein gesamtes Sozialleben opfern muss.

Frühling und Sommer: die Motivationshochsaison

Die saisonalen Daten bestätigen, was jede Läuferin und jeder Läufer intuitiv spürt: Im Frühling und Sommer werden die meisten Läufe absolviert. Wenig überraschend liegen die Durchschnittswerte im März, Juli und August am höchsten, im August bei bis zu 6,3 Läufen pro Monat. Das Wetter beeinflusst die Laufpraxis weiterhin massiv. Wer läuft, weiß: Es ist deutlich schwieriger, sich bei Dunkelheit und anhaltenden Minusgraden zum Training draußen aufzuraffen. Der Winter ist deshalb die laufärmste Jahreszeit.

Wann wird in Europa gelaufen?

Faszinierend ist auch, wie stark sich die bevorzugten Laufzeiten von Land zu Land unterscheiden:
Frankreich setzt auf die Mittagspause und den Morgen.
Spanien und Portugal laufen häufiger am Abend.
In Deutschland und Belgien dominiert der Lauf nach Feierabend.
Im Vereinigten Königreich und in den Niederlanden ist regelmäßiges Laufen am Morgen besonders verbreitet.

Laufen passt sich den kulturellen Rhythmen der einzelnen Länder an.

Die durchschnittlichen Wettkampfzeiten der Kiprun-Pacer-Nutzerinnen und -Nutzer

Das sind die durchschnittlichen Zeiten der Kiprun-Pacer-Nutzerinnen und -Nutzer bei offiziellen Wettkämpfen.

Frauen:
10 km: 1:03:07 h
Halbmarathon: 2:09:46 h
Marathon: 4:27:31 h

Männer:
10 km: 51:13 min
Halbmarathon: 1:50:49 h
Marathon: 3:58:34 h

Auch wenn die meisten aus Freude am Laufen oder für die persönliche Weiterentwicklung antreten, bleibt Leistung ein wichtiger Antrieb. In der Studie hebt Kiprun außerdem die besten Zeiten der schnellsten Nutzerinnen und Nutzer hervor, die „Hall of Fame“ 2025:
Marathon Männer: 2:28:05 h in Valencia
Marathon Frauen: 2:38:21 h in Boston, eine besonders beeindruckende Leistung
10 km Männer: 31:38 min
Halbmarathon Männer: 1:05:00 h

Die Zahlen zeigen deutlich, dass die App auch Trainingspläne für Athletinnen und Athleten auf sehr gutem Niveau liefern kann.

Was die Studie wirklich zeigt

Jenseits der Zahlen zeichnen sich drei große Trends ab:

Laufen wird strukturierter
Die Läuferinnen und Läufer nutzen Trainingspläne, analysieren ihre Daten und passen ihr Training an. Wie Profis versuchen sie, alle Voraussetzungen für bessere Leistungen und neue persönliche Bestzeiten zu schaffen. Vom spontanen Jogging ist das weit entfernt.

Erfahrung zahlt sich aus
Mit zunehmendem Alter steigt der Trainingsumfang. Die Entwicklung wird nachhaltiger, und die Leidenschaft für lange Distanzen wächst.

Der Marathon bleibt ein Gipfelziel
Die Königsdisziplin macht nur 17 % der Pläne aus. Der Marathon bleibt körperlich extrem fordernd, verlangt durch eine lange und intensive Vorbereitung aber auch sozial einiges ab. Trotzdem ist er für viele Läuferinnen und Läufer weiterhin ein symbolträchtiges Ziel.

Die Methodik der Kiprun-Pacer-Studie

Die Studie basiert auf den Daten geplanter und absolvierter Trainingseinheiten zwischen September 2024 und August 2025.

Berücksichtigt wurden ausschließlich Nutzerinnen und Nutzer der App, also Läuferinnen und Läufer, die ihren Sport bereits strukturiert betreiben. Gelegenheitsjogger sind hier nicht erfasst, sondern motivierte Läuferinnen und Läufer.

Wichtig ist außerdem: Die App wird vor allem von Französinnen und Franzosen (80 %), Belgierinnen und Belgiern, Spanierinnen und Spaniern sowie Britinnen und Briten genutzt. Laufen kennt keine Grenzen, der Einfluss der Plattform konzentriert sich jedoch auf Europa.

37 Millionen Kilometer. 224.000 Läuferinnen und Läufer. Eine jüngere, weiblichere und internationalere Community. Laufen entwickelt sich weiter: strukturierter und vernetzter als je zuvor. Heute wird jede Einheit analysiert, jede Zahl unter die Lupe genommen, jeder Plan optimiert. Die Jagd nach der persönlichen Bestzeit gehört inzwischen dazu. Im Kern hat sich aber nichts verändert. Wir laufen noch immer aus demselben Grund: um Fortschritte zu machen, über uns hinauszuwachsen und diese einzigartige Freiheit zu spüren, die nur ein Paar Laufschuhe vermitteln kann. Solange die Freude im Mittelpunkt bleibt, liegen noch viele gute Laufjahre vor uns.

✓  Alle Informationen zur Studie gibt es auf der Website von Kiprun Pacer.

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