Rotterdam-Marathon 2026: Guye Adola siegt, Mekides Shimeles pulverisiert Frauenrekord
Veröffentlicht am Do., 10. September 2026
Aktualisiert am Do., 10. September 2026
Der Rotterdam-Marathon hat an diesem Sonntag bei seiner 45. Ausgabe einmal mehr seinen Status als Weltklasse-Marathon bestätigt. Der zweitgrößte Marathon der Niederlande ist für seine extrem schnelle, leistungsfreundliche Strecke bekannt und lockt jedes Jahr eine beeindruckende Dichte an Läuferinnen und Läufern an, die sehr schnell laufen können. Sehr, sehr schnell. Auch die Ausgabe 2026 machte da keine Ausnahme: gute Bedingungen, ein stark besetztes Elitefeld und vor allem herausragende Zeiten. Alle warteten auf einen Bashir Abdi, der seinen großen Ambitionen gerecht werden wollte. Doch seine Wade machte ihm wenige Kilometer vor dem Ziel einen Strich durch die Rechnung. Guye Adola gewann schließlich in überragenden 2:03:54 Stunden. Bei den Frauen lief Mekides Shimeles in 2:18:56 einen neuen Streckenrekord. Ein äthiopischer Doppelsieg also bei einer ereignisreichen 45. Ausgabe, die einmal mehr bestätigt, was längst bekannt war: Rotterdam ist einer der schnellsten Marathons der Welt.
Ein Männer-Rennen, das bis zum Schluss völlig aus dem Ruder läuft
Das Rennen der Männer bot ein völlig verrücktes Szenario. Schon früh bildete sich an der Spitze eine kompakte Gruppe mit hohem Tempo. Der Belgier Bashir Abdi wurde mit Spannung erwartet. In Topform hatte er angekündigt, seinen eigenen Europarekord von 2:03:36 anzugreifen, den er 2021 genau hier in Rotterdam aufgestellt hatte. Der Athlet übernahm schnell die Führung und schlug ein solides Tempo an. Bei der Halbmarathon-Marke lagen die Spitzenläufer voll im Plan: 1:01:36. Abdi wirkte kontrolliert, stabil und locker. Mehr noch: Zwischen Kilometer 38 und 39 setzte er sich sogar allein an die Spitze und schien dem Sieg entgegenzulaufen.
Doch der Marathon bleibt gnadenlos und … unberechenbar. Auf den letzten Kilometern kippte alles. Wegen Schmerzen in der Wade musste Bashir Abdi sein Tempo drastisch reduzieren. Von hinten kam die Konkurrenz mit großen Schritten näher. Der Äthiopier Guye Adola, der zunächst etwas Abstand gehalten hatte, schloss auf und zog den Belgier in einem völlig verrückten Finale noch vorbei.
Guye Adola gewann schließlich in 2:03:54 vor seinem Landsmann Tesfaye Deriba (2:04:15). Der kämpferische Bashir Abdi rettete trotz zweier Stopps auf den letzten Kilometern in 2:04:19 den dritten Platz. Ein bitteres Ende für den Mann, der kurz davorstand, ein neues Kapitel in der Geschichte des europäischen Marathons zu schreiben. Doch die harte Realität des Marathons holte ihn ein.
Ich bin gleichzeitig enttäuscht, weil das Ziel der dritte Sieg und der Europarekord waren. Etwa fünf Kilometer vor dem Ziel bekam ich jedoch Schmerzen in der linken Wade. Ich fühlte mich gut und habe bei Kilometer 38 noch einmal beschleunigt, aber offenbar war das zu viel für meine Wade. Trotzdem bin ich mit meiner Zeit von 2:04 zufrieden. Das ist Spitzensport, und ich hoffe, dass es beim nächsten Mal besser läuft.
Männerwertung
1. Guye Adola (Äthiopien) 2:03:54
2. Tesfaye Deriba (Äthiopien) 2:04:15
3. Bashir Abdi (Belgien) 2:04:19
4. Kenneth Kipkemoi (Kenia) 2:04:21
5. Haymanot Alew (Äthiopien) 2:05:19
6. Erick Sang (Kenia) 2:05:34
7. Filmon Tesfu (Niederlande) 2:06:40
8. Pietro Riva (Italien) 2:06:46
9. Jirata Dinki (Äthiopien) 2:08:18
10. Hillary Bor (USA) 2:08:40
Mekides Shimeles läuft in Rotterdam mit 2:18:56 einen neuen Streckenrekord
Auch das Frauenrennen hatte außergewöhnliches Niveau. Von Beginn an wurde ein hohes Tempo angeschlagen, und die Spitzengruppe sortierte sich ganz von selbst. Am Ende setzte sich die junge Äthiopierin Mekides Shimeles souverän in 2:18:56 durch und verbesserte ihre persönliche Bestzeit um rund eine Minute. Vor allem aber bedeutete diese Zeit einen neuen Streckenrekord. Die bisherige Bestmarke von Tiki Gelana aus dem Jahr 2012 unterbot sie um gerade einmal zwei Sekunden. Eine herausragende Leistung, mit der sie zu den weltweit besten Läuferinnen des Jahres gehört (zwölftbeste Zeit weltweit). Das Niveau über die Königsdisziplin ist in diesem Jahr extrem hoch, und der weitere Saisonverlauf verspricht noch schnellere Zeiten.
Hinter ihr beeindruckte die Dichte: Aminet Ahmed (2:21:25) und Shitaye Eshete (2:23:22) komplettierten das Podium.
Frauenwertung
1. Mekides Shimeles (Äthiopien) 2:18:56 (neuer Streckenrekord)
2. Aminet Ahmed (Äthiopien) 2:21:25
3. Shitaye Eshete (Bahrain) 2:23:22
4. Pascalia Chepkogei (Kenia) 2:24:34
5. Clémence Calvin (Frankreich) 2:25:24
6. Burtukan Yifru (Äthiopien) 2:26:24
7. Susana Santos (Portugal) 2:26:26
8. Mikky Keetels (Niederlande) 2:30:42
9. Jana Soethout (Deutschland) 2:31:09
10. Victoria Warpy (Belgien) 2:31:50
Clémence Calvin zurück auf höchstem Niveau
Aus französischer Sicht sorgte Clémence Calvin für die herausragende Leistung. Mit Platz fünf in 2:25:24 lief sie nicht nur die beste französische Zeit des Jahres, sondern stellte auch eine persönliche Bestzeit auf. Ihre bisherige Bestmarke von 2:26:28 hatte sie 2018 bei den Europameisterschaften in Berlin erzielt.
Nach starken 1:10:10 im Halbmarathon von Lissabon Anfang März, nur 18 Sekunden über ihrer Bestzeit, bestätigte sie, dass sie nach mehreren schwierigen Jahren wieder zu ihrer Topform zurückgefunden hat (Anm. d. Red.: Sie war zwischen 2019 und 2023 gesperrt, nachdem sie sich einer Dopingkontrolle entzogen hatte). Ihr Rennen in Rotterdam war ambitioniert. Die erste Hälfte lief sie in 1:11:44 und damit auf hohem Niveau, nahe dem Tempo des französischen Rekords von Mekdes Woldu. In der zweiten Hälfte wurde sie etwas langsamer (1:13:40). Sie brach jedoch nicht ein und holte sogar einige Konkurrentinnen ein, die zu schnell angegangen waren. In einem international besetzten Marathon war sie damit die beste Europäerin. Zwei Jahre vor den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles ist das ein deutliches Signal. Im Rennen um einen Platz im französischen Nationalteam wird man an Clémence Calvin definitiv nicht vorbeikommen.
Die Ausgabe 2026 des Rotterdam-Marathons wird als eine der spektakulärsten der vergangenen Jahre in Erinnerung bleiben. Ein völlig verrücktes Männer-Rennen und ein neuer Streckenrekord bei den Frauen: Alles passte zusammen, um diesen Marathon zu einem Hochgeschwindigkeitsrennen zu machen. Rotterdam bestätigte einmal mehr seinen Ruf als Marathon für schnelle Zeiten. Eine schnelle Strecke, eine perfekt abgestimmte Organisation und ein dicht besetztes Feld: Das sind die entscheidenden Zutaten für Weltklassezeiten. Und angesichts der Leistungen an diesem Wochenende steht fest: Diese Marathon-Saison nimmt gerade erst richtig Fahrt auf.
✓ Alle Ergebnisse des Rotterdam-Marathons 2026
Der Rotterdam-Marathon hat an diesem Sonntag bei seiner 45. Ausgabe einmal mehr seinen Status als Weltklasse-Marathon bestätigt. Der zweitgrößte Marathon der Niederlande ist für seine extrem schnelle, leistungsfreundliche Strecke bekannt und lockt jedes Jahr eine beeindruckende Dichte an Läuferinnen und Läufern an, die sehr schnell laufen können. Sehr, sehr schnell. Auch die Ausgabe 2026 machte da keine Ausnahme: gute Bedingungen, ein stark besetztes Elitefeld und vor allem herausragende Zeiten. Alle warteten auf einen Bashir Abdi, der seinen großen Ambitionen gerecht werden wollte. Doch seine Wade machte ihm wenige Kilometer vor dem Ziel einen Strich durch die Rechnung. Guye Adola gewann schließlich in überragenden 2:03:54 Stunden. Bei den Frauen lief Mekides Shimeles in 2:18:56 einen neuen Streckenrekord. Ein äthiopischer Doppelsieg also bei einer ereignisreichen 45. Ausgabe, die einmal mehr bestätigt, was längst bekannt war: Rotterdam ist einer der schnellsten Marathons der Welt.
Ein Männer-Rennen, das bis zum Schluss völlig aus dem Ruder läuft
Das Rennen der Männer bot ein völlig verrücktes Szenario. Schon früh bildete sich an der Spitze eine kompakte Gruppe mit hohem Tempo. Der Belgier Bashir Abdi wurde mit Spannung erwartet. In Topform hatte er angekündigt, seinen eigenen Europarekord von 2:03:36 anzugreifen, den er 2021 genau hier in Rotterdam aufgestellt hatte. Der Athlet übernahm schnell die Führung und schlug ein solides Tempo an. Bei der Halbmarathon-Marke lagen die Spitzenläufer voll im Plan: 1:01:36. Abdi wirkte kontrolliert, stabil und locker. Mehr noch: Zwischen Kilometer 38 und 39 setzte er sich sogar allein an die Spitze und schien dem Sieg entgegenzulaufen.
Doch der Marathon bleibt gnadenlos und … unberechenbar. Auf den letzten Kilometern kippte alles. Wegen Schmerzen in der Wade musste Bashir Abdi sein Tempo drastisch reduzieren. Von hinten kam die Konkurrenz mit großen Schritten näher. Der Äthiopier Guye Adola, der zunächst etwas Abstand gehalten hatte, schloss auf und zog den Belgier in einem völlig verrückten Finale noch vorbei.
Guye Adola gewann schließlich in 2:03:54 vor seinem Landsmann Tesfaye Deriba (2:04:15). Der kämpferische Bashir Abdi rettete trotz zweier Stopps auf den letzten Kilometern in 2:04:19 den dritten Platz. Ein bitteres Ende für den Mann, der kurz davorstand, ein neues Kapitel in der Geschichte des europäischen Marathons zu schreiben. Doch die harte Realität des Marathons holte ihn ein.
Ich bin gleichzeitig enttäuscht, weil das Ziel der dritte Sieg und der Europarekord waren. Etwa fünf Kilometer vor dem Ziel bekam ich jedoch Schmerzen in der linken Wade. Ich fühlte mich gut und habe bei Kilometer 38 noch einmal beschleunigt, aber offenbar war das zu viel für meine Wade. Trotzdem bin ich mit meiner Zeit von 2:04 zufrieden. Das ist Spitzensport, und ich hoffe, dass es beim nächsten Mal besser läuft.
Männerwertung
1. Guye Adola (Äthiopien) 2:03:54
2. Tesfaye Deriba (Äthiopien) 2:04:15
3. Bashir Abdi (Belgien) 2:04:19
4. Kenneth Kipkemoi (Kenia) 2:04:21
5. Haymanot Alew (Äthiopien) 2:05:19
6. Erick Sang (Kenia) 2:05:34
7. Filmon Tesfu (Niederlande) 2:06:40
8. Pietro Riva (Italien) 2:06:46
9. Jirata Dinki (Äthiopien) 2:08:18
10. Hillary Bor (USA) 2:08:40
Mekides Shimeles läuft in Rotterdam mit 2:18:56 einen neuen Streckenrekord
Auch das Frauenrennen hatte außergewöhnliches Niveau. Von Beginn an wurde ein hohes Tempo angeschlagen, und die Spitzengruppe sortierte sich ganz von selbst. Am Ende setzte sich die junge Äthiopierin Mekides Shimeles souverän in 2:18:56 durch und verbesserte ihre persönliche Bestzeit um rund eine Minute. Vor allem aber bedeutete diese Zeit einen neuen Streckenrekord. Die bisherige Bestmarke von Tiki Gelana aus dem Jahr 2012 unterbot sie um gerade einmal zwei Sekunden. Eine herausragende Leistung, mit der sie zu den weltweit besten Läuferinnen des Jahres gehört (zwölftbeste Zeit weltweit). Das Niveau über die Königsdisziplin ist in diesem Jahr extrem hoch, und der weitere Saisonverlauf verspricht noch schnellere Zeiten.
Hinter ihr beeindruckte die Dichte: Aminet Ahmed (2:21:25) und Shitaye Eshete (2:23:22) komplettierten das Podium.
Frauenwertung
1. Mekides Shimeles (Äthiopien) 2:18:56 (neuer Streckenrekord)
2. Aminet Ahmed (Äthiopien) 2:21:25
3. Shitaye Eshete (Bahrain) 2:23:22
4. Pascalia Chepkogei (Kenia) 2:24:34
5. Clémence Calvin (Frankreich) 2:25:24
6. Burtukan Yifru (Äthiopien) 2:26:24
7. Susana Santos (Portugal) 2:26:26
8. Mikky Keetels (Niederlande) 2:30:42
9. Jana Soethout (Deutschland) 2:31:09
10. Victoria Warpy (Belgien) 2:31:50
Clémence Calvin zurück auf höchstem Niveau
Aus französischer Sicht sorgte Clémence Calvin für die herausragende Leistung. Mit Platz fünf in 2:25:24 lief sie nicht nur die beste französische Zeit des Jahres, sondern stellte auch eine persönliche Bestzeit auf. Ihre bisherige Bestmarke von 2:26:28 hatte sie 2018 bei den Europameisterschaften in Berlin erzielt.
Nach starken 1:10:10 im Halbmarathon von Lissabon Anfang März, nur 18 Sekunden über ihrer Bestzeit, bestätigte sie, dass sie nach mehreren schwierigen Jahren wieder zu ihrer Topform zurückgefunden hat (Anm. d. Red.: Sie war zwischen 2019 und 2023 gesperrt, nachdem sie sich einer Dopingkontrolle entzogen hatte). Ihr Rennen in Rotterdam war ambitioniert. Die erste Hälfte lief sie in 1:11:44 und damit auf hohem Niveau, nahe dem Tempo des französischen Rekords von Mekdes Woldu. In der zweiten Hälfte wurde sie etwas langsamer (1:13:40). Sie brach jedoch nicht ein und holte sogar einige Konkurrentinnen ein, die zu schnell angegangen waren. In einem international besetzten Marathon war sie damit die beste Europäerin. Zwei Jahre vor den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles ist das ein deutliches Signal. Im Rennen um einen Platz im französischen Nationalteam wird man an Clémence Calvin definitiv nicht vorbeikommen.
Die Ausgabe 2026 des Rotterdam-Marathons wird als eine der spektakulärsten der vergangenen Jahre in Erinnerung bleiben. Ein völlig verrücktes Männer-Rennen und ein neuer Streckenrekord bei den Frauen: Alles passte zusammen, um diesen Marathon zu einem Hochgeschwindigkeitsrennen zu machen. Rotterdam bestätigte einmal mehr seinen Ruf als Marathon für schnelle Zeiten. Eine schnelle Strecke, eine perfekt abgestimmte Organisation und ein dicht besetztes Feld: Das sind die entscheidenden Zutaten für Weltklassezeiten. Und angesichts der Leistungen an diesem Wochenende steht fest: Diese Marathon-Saison nimmt gerade erst richtig Fahrt auf.