London-Marathon 2025: Warum zieht das Rennen so viele Franzosen an?

AD
Von Alanis Duc

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

London-Marathon 2025: Warum zieht das Rennen so viele Franzosen an?
© Jed Leicester / London Marathon Events

Am Sonntag, 27. April, richtet sich der Blick aller Laufbegeisterten auf die britische Hauptstadt. Der Start zur 44. Ausgabe des TCS London-Marathons fällt in Greenwich, das Elitefeld verspricht Höchstleistungen. Auch in diesem Jahr waren die Startplätze heiß begehrt: 578.374 Anmeldungen gingen für die Lotterie ein. Wieder werden mehrere Tausend französische Läuferinnen und Läufer an diesem Sonntag den britischen Asphalt unter die Füße nehmen.

Bei Marathons.com sind wir der Frage nachgegangen, warum der London-Marathon so viele Franzosen anzieht.


Zwischen Mythos und Prestige

Die Anfänge des London-Marathons reichen bis ins Jahr 1981 zurück. Damals wollten zwei Athleten, Chris Brasher (Olympiasieger über 3.000 m Hindernis) und John Disley, den Londonern ein populäres, festliches und internationales Event bieten. Inspiriert wurden sie dabei stark vom New-York-Marathon, an dem sie selbst teilgenommen hatten. Schon bei seiner Premiere löste das Rennen eine enorme Begeisterung aus: 7.500 Läufer gingen an den Start.

Schon bald nahm die Veranstaltung Fahrt auf und zog zahlreiche Läufer aus aller Welt an. Der London-Marathon etablierte sich als eines der bedeutendsten Rennen und gehörte ab der Gründung der World Marathon Majors im Jahr 2006 neben New York, Berlin, Chicago, Boston und Tokio zum erlesenen Kreis.

Doch Englands Marathonmythos reicht noch weiter zurück, bis zu den Olympischen Spielen 1908 in London. Damals wünschte sich die königliche Familie, dass die Königsdisziplin der Leichtathletik am Schloss Windsor startete und vor der königlichen Loge im White-City-Stadion endete. Der offiziell 26 Meilen (41,843 Kilometer) lange Lauf wurde deshalb um 385 Yards verlängert, also auf 42,195 km. Diese improvisierte Verlängerung hätte eine lokale Anekdote bleiben können. Stattdessen wurde die Distanz zum internationalen Standard.


Eine einzigartige, ausgelassene Stimmung

Stellt euch mehr als 55.000 Läufer am Start eines Rennens vor. Die Stimmung kann da nur großartig sein. Schon vor dem Startschuss sind die Spannung und die Vorfreude förmlich zu spüren. Doch die ausgelassene Atmosphäre des London-Marathons beschränkt sich nicht auf Greenwich. In den Straßen Londons und entlang der gesamten Strecke wird gefeiert. Musikgruppen, Animationen, Kostüme ... Die Elite jagt zwar schnelle Zeiten, doch das Publikum feuert das gesamte Feld an. Für ein Wochenende verwandelt sich die Hauptstadt in ein riesiges Freiluftspektakel. Da kann es schon einmal passieren, dass man neben einem Einhorn oder einem Dinosaurier läuft.
Eines steht fest: 2026 wird die Stimmung in Paris noch elektrisierender sein, das Elitefeld wird weiter für Fabelzeiten sorgen und die Strecke ihren einzigartigen Charakter behalten.


Die geografische Nähe als unschlagbarer Vorteil

Noch bevor der London-Marathon eine große französische Fangemeinde gewann, zog er Zehntausende Läufer aus dem In- und Ausland an. 2026 könnte die Veranstaltung durchaus den erst kürzlich aufgestellten Teilnehmerrekord des Paris-Marathons knacken, der bei 56.950 Läufern liegt.

Die Nähe zwischen London und Frankreich macht die Anreise besonders einfach. Mit dem Eurostar dauert die Fahrt zwischen den beiden Hauptstädten nur 2:15 Stunden. Außerdem verfügt London über einen internationalen Flughafen mit zahlreichen täglichen Verbindungen. Wer also beim Paris-Marathon auf den Geschmack gekommen ist, verspürt schnell Lust, für ein neues sportliches Abenteuer den Ärmelkanal zu überqueren. Die Logistik ist deutlich unkomplizierter als bei anderen Marathons von vergleichbarem Rang, etwa in New York, Chicago oder Tokio ...


Eine Strecke für schnelle Zeiten

Auch in dieser Hinsicht legt der London-Marathon die Messlatte hoch. Seine Strecke verbindet Geschichte und sportliche Leistung auf besondere Weise. Geschichte zuerst, denn den London-Marathon zu laufen bedeutet, die ikonischen Sehenswürdigkeiten der englischen Hauptstadt laufend zu entdecken und zu bestaunen.

Der Start erfolgt in Greenwich im Südosten der Stadt. Von dort tauchen die Läufer direkt in die bekannten Viertel der britischen Hauptstadt ein. Zunächst geht es an der Themse entlang, dann durch beliebte Gegenden wie Bermondsey und Canary Wharf. Ein besonders eindrucksvoller und fotogener Moment wartet am berühmten Tower Bridge, bevor die Strecke nach Westen ins historische Zentrum Londons führt. Die letzten Kilometer verlaufen an den Themse-Ufern entlang, mit Blick auf das London Eye, Big Ben und schließlich den grandiosen Zieleinlauf auf The Mall vor den Toren des Buckingham Palace.

Und dann ist da noch die sportliche Leistung: Die Strecke ist relativ flach und schnell. Die Zeiten der Ausgabe 2024 sprechen für sich. Der inzwischen verstorbene Kelvin Kiptum gewann das Rennen der Männer in 2:01:25 Stunden und stellte dabei einen neuen Streckenrekord auf. Bei den Frauen jubelte Sifan Hassan nach 2:18:13 Stunden über den Sieg. Jahr für Jahr kämpfen zahlreiche Topläufer um die Podiumsplätze und die damit verbundenen üppigen Preisgelder.


Wenn ihr in diesem Jahr beim TCS London-Marathon am Start steht, haltet die Augen offen und genießt jeden Moment. Allen, die das Spektakel vom Sofa aus verfolgen, hoffen wir Lust auf eine Anmeldung für 2026 gemacht zu haben.