Paris-Marathon 2025: Benard Biwott und Bedatu Hirpa triumphieren in einem spektakulären Rennen
Am Sonntag, dem 13. April, bot Paris den 56.000 Marathonläuferinnen und -läufern eine Traumkulisse für die 48. Auflage des Rennens. Bei den Männern feierte der erst 22-jährige Kenianer Benard Biwott in 2:05:25 einen weiteren großen Erfolg und stellte dabei eine persönliche Bestzeit auf. Bei den Frauen setzte sich die Äthiopierin Bedatu Hirpa nach einem packenden Sprint in 2:20:45 über 42,195 Kilometer durch. Aus französischer Sicht musste der hoch gehandelte Hassan Chahdi zwar bei Kilometer 27 aufgeben, doch mehrere Landsleute überzeugten vor heimischem Publikum.
Das Rennen im Überblick: Benard Biwott setzt ein Ausrufezeichen
Von den ersten Metern an positionieren sich die Favoriten in einem dichten, nervösen Feld. Eine starke Gruppe von 23 Läufern gibt das Tempo vor. Zwischenzeit bei 10 km: 29:39 Minuten. Im bewaldeten Abschnitt von Vincennes ist die Stimmung konzentriert, beinahe angespannt, während das Tempo etwas nachlässt. Auf der welligen Strecke fällt es den Tempomachern schwer, einen konstanten Rhythmus zu halten. Einige Läufer werden langsamer, die Spitzengruppe beginnt auszudünnen.
Hassan Chahdi läuft konzentriert am Ende der Spitzengruppe. Sein Ziel ist klar: die Norm für die Weltmeisterschaften in Tokio knacken und seine persönliche Bestzeit verbessern. Doch der Athlet aus Haute-Savoie erwischt heute keinen guten Tag. Das Gefühl stimmt nicht. Die Halbmarathonmarke passiert er in 1:02:56 Stunden. Das Tempo ist zu fordernd. Bei Kilometer 26 wird der für AL Voiron startende Läufer schwächer und zieht bei Kilometer 27 schließlich die Reißleine. Es gibt einfach Tage, an denen nichts geht.
Bei Kilometer 32 sind in der Spitzengruppe nur noch acht Läufer übrig. Dann zündet Benard Biwott, erst 22 Jahre alt und Sieger des Frankfurt-Marathon 2024, eine fulminante Attacke. Mit seinem dynamischen Schritt und seiner Entschlossenheit beeindruckt der Kenianer auch optisch. Hinter ihm kann niemand mehr folgen. Biwott läuft in starken 2:05:25 Stunden zum Sieg, erzielt eine persönliche Bestzeit und teilt sich das Rennen mit einem sehr starken Negativ-Split klug ein.
Ibrahim Hassan aus Dschibuti belegt in 2:06:13 einen starken zweiten Platz. Dahinter folgt Sila Kiptoo aus Kenia in 2:06:21.
Bedatu Hirpa siegt im Schlussspurt
Bei den Frauen blieb es bis zum Ziel spannend. Die 25-jährige Äthiopierin Bedatu Hirpa setzte sich nach einem extrem engen Rennende durch und absolvierte die 42,195 Kilometer in 2:20:45 Stunden. Nach ihrem Sieg in Dubai zu Jahresbeginn bestätigt sie damit ihre starke Form. Ihre Landsfrau Dera Dida verwies sie in einem heroischen Sprint mit gerade einmal vier Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. Die Kenianerin Angela Tanui läuft in 2:21:07 ins Ziel und komplettiert ein hochkarätiges Podium. Der Streckenrekord bleibt zwar unangetastet (2:19:48 durch Judith Jeptum Korir im Jahr 2022), doch die Intensität dieses Endspurts und die Qualität des Frauenfeldes sorgten für ein großes Spektakel.
Die Franzosen liefern ab
Aus französischer Sicht hatte das Publikum allen Grund zum Jubeln. Auch wenn Hassan Chahdi, einer der französischen Marathon-Leitfiguren, unterwegs leider aufgeben musste, zeigten seine Landsleute starke Leistungen.
Bei den Männern stachen drei Läufer heraus. Jason Pointeau lief ein starkes Rennen und überquerte die Ziellinie nach einem heroischen Einsatz in 2:13:36 Stunden. Nach seiner Zeit von 2:10 Stunden in Valencia im Dezember 2024 bestätigt er damit seine derzeitige Topform auf einer anspruchsvollen Strecke. Direkt dahinter belegte der Bretone Florian Caro in 2:13:50 den 16. Platz. Yohan Durand hatte auf der zweiten Streckenhälfte mehr zu kämpfen, erzielte mit 2:14:44 aber dennoch ein starkes Ergebnis.
Bei den Frauen überzeugte Loréna Meningand mit einer neuen persönlichen Bestzeit (2:36:33 Stunden) und sicherte sich den Ehrentitel der schnellsten Französin beim Paris-Marathon 2025.
Para-Marathon: Julien Casoli siegt
Im Para-Marathon setzte sich eine Legende der französischen paralympischen Leichtathletik durch. Der 42-jährige Franzose Julien Casoli überquerte die Ziellinie nach 1:33:03 Stunden und feierte damit seinen sechsten Sieg auf den Straßen von Paris. In einem atemberaubenden Sprint verwies er den erst 21-jährigen Thibaut Daurat mit gerade einmal einer Sekunde Vorsprung auf Platz zwei. Der Kolumbianer Francisco Sanclemente komplettiert das Podium mit etwas mehr als drei Minuten Rückstand. Ein intensives Rennen, das einmal mehr das hohe Niveau dieser Disziplin in Frankreich unterstreicht.
Mehr als 56.000 Läuferinnen und Läufer waren bei dieser Auflage auf den Straßen von Paris unterwegs. Die Hauptstadt vibrierte im Takt ihrer Athleten. Entlang der 42 Kilometer verwandelten die Zuschauer das Rennen mit ihrer Begeisterung in ein unvergessliches Volksfest. Nach zwei Siegen bei ebenso vielen Marathonstarts gilt Benard Biwott bereits als eine der großen Hoffnungen Kenias. Sein kometenhafter Aufstieg könnte ihn schon bald an die Startlinien eines World Marathon Major
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