Run Experience: Drei Tage voller Vorfreude auf den Start beim Paris-Marathon
Mehr als 55.000 Laufbegeisterte strömten drei Tage lang zur Run Experience im Parc des Expositions an der Porte de Versailles. Manche standen vor ihrem ersten Marathon, andere wollten einfach die Atmosphäre erleben. Ihr Ziel: die begehrte Startnummer für den großen Paris-Marathon am Sonntag, dem 13. April, dem Höhepunkt des Pariser Sportkalenders.
✔ Unsere Journalistin Sabine war vor Ort, hat die Stimmung eingefangen und inspirierende Stimmen künftiger Finisher gesammelt!
Die Läuferinnen und Läufer waren für den Anlass oft bereits bestens ausgerüstet und aus allen Teilen der Welt angereist. Viele kamen mit ihren Trainingspartnern oder Angehörigen, allesamt mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Herzlichkeit und ansteckend gute Laune machten Hoffnung auf den großen Tag!
Die ganze Welt vereint für ein unvergessliches menschliches und sportliches Erlebnis
Schon bei unserer Ankunft auf der Messe waren die Koffer, die gezogen oder in den Händen getragen wurden, nicht zu übersehen. Nur wenige Stunden nach ihrer Landung hatten die internationalen Gäste keine Zeit verloren. So auch die Freundesgruppe von Wojciech aus Polen, die direkt zur Messe gekommen war. Der regelmäßige Läufer stand vor seinem ersten Paris-Marathon, ebenso wie Julia aus England, die ihren zwölften Marathon laufen wollte: „Ich bin immer gelaufen, aber seit fünf Jahren nicht mehr“, erzählte sie.
Weiwei und Yun Cao aus China waren gekommen, um „die schönen Kulissen von Paris zu genießen“. Sie hofften, dass ihnen das im Rennen zusätzliche Kraft geben würde. Yun Cao lachte, als wir sie fragten, ob sie für den großen Tag bereit sei: „Es ist eine Herausforderung“, räumte sie ein. Für sie zählte vor allem der Stolz, an diesem legendären Marathon teilzunehmen. Litauer, Mexikaner, Spanier … Dutzende Nationalitäten waren an diesem Wochenende vertreten. Zu erkennen an Vereinswesten, Kappen in den Farben ihrer Heimatländer oder ihren Akzenten, blieben viele vor dem Pappbogen „Champs-Élysées“, der goldenen Schneider-Medaille und den weißen Buchstaben „Paris 42k“ stehen, um ein Foto zu machen.
Die Pariser und ihre Gäste treffen auf die eigene Geschichte
Auch die Pariser waren auf der Run Experience zahlreich vertreten. Einige hatten sich entschieden, ihren ersten Marathon vor der eigenen Haustür zu laufen. Djiby, Marouame und Ikram hatten sich unter Freunden für die 42 Kilometer „heißgemacht“. Zwei von ihnen nahmen die Herausforderung an, obwohl sie erst im vergangenen August mit dem Laufen begonnen hatten. Natürlich trainierten sie gezielt für den Marathon: entweder in „Gruppen“ oder „solo“, je nach persönlicher Vorliebe. Nervös waren sie damit nicht allein! Grégoire gab sich entspannt, gestand aber, er habe „Lust darauf, aber vor allem Lust, dass es vorbei ist“. Andere gingen es ernsthafter an, etwa Laurine, die seit Dezember für ihren Marathon trainierte: „Seit einem Monat lebe, schlafe und esse ich Marathon“, erzählte sie.
Colin war mit seinem Freund Kenzo gekommen, für den „Laufen eine lästige Pflicht ist“. Er wollte „dieses einzigartige Erlebnis mitnehmen“, bevor er sich dem Trailrunning zuwendet. Für den entspannten Hobbyläufer war es „eine Möglichkeit, sich selbst so einiges zu beweisen“. Hélène und Grégoire wiederum hatten einen Anlass gefunden, sich wiederzusehen. Die langjährigen Freunde hatten sich unabhängig voneinander angemeldet und waren voller Vorfreude. Hélène war erleichtert, dass der große Tag nach einer „langen Vorbereitung“ endlich gekommen war. Sie peilte eine Zeit von 3:50 Stunden an, ohne sich dabei zu sehr unter Druck zu setzen.
Auch ein Paar aus Marseille war für das Event angereist. Anaïs fühlte sich bereit für ihren allerersten Marathon, den sie gemeinsam mit André bestreiten wollte. Ihr Partner würde an diesem Wochenende als Pacer an ihrer Seite sein und läuft für das ASICS Front Runner Team. Nach drei Monaten intensiver Vorbereitung und mit einer Zielzeit von 3:15 Stunden vor Augen war sie zugleich besorgt und ungeduldig, endlich das Ende des Tunnels zu sehen. Sobald sie die Ziellinie überquert hat, dürfte allerdings einiges dafür sprechen, dass sie bald wieder voll einsteigt.
Vielfältige Stände für ein ganz persönliches Running-Erlebnis
Die Menschentraube am Stand der Team Orange Running war kaum zu übersehen. Fans konnten dort Schilder mit den Köpfen ihrer Lieblingsathleten gestalten. Dafür wurde der Läufer fotografiert, sein Porträt groß ausgedruckt und anschließend aufgeklebt. Das war längst nicht der einzige Kreativ-Workshop. Auch im Schneider-Bereich bastelte die Gruppe um Ikram, Djiby und Marouame Plakate wie echte Künstler. „Sie haben unsere Hände so angebracht, dass wir beim Vorbeilaufen abklatschen können“, erklärte Ikram.
Neben den kreativen Angeboten konnte man an weiteren Ständen Marken entdecken und Preise gewinnen. Grégoire, der nicht oft shoppen geht, gefiel es, „neue Aussteller zu entdecken“, besonders der ASICS-Bereich mit seinen Neuheiten. Hélène, die seit vier Monaten mit voller Begeisterung läuft, hätte am liebsten alles gekauft.
Auch die Marathonpartner hatten einiges zu bieten. „Bei HiPRO gibt es eine gute Auswahl an Joghurt, Milch, Desserts und Riegeln, die für mich allerdings zu viel Protein enthalten“, berichtete Kenzo, der Begleiter eines künftigen Marathonläufers. Colin, begeistert von der Vielfalt der Aussteller, ergänzte: „Ich finde es großartig, dass es so viele Textilien, Schuhe und Produkte für die Ernährung gibt, die man vergleichen kann.“ André, der bereits zum sechsten Mal dabei war, sagte: „Jedes Jahr ist es noch besser, mit neuen Innovationen und Fotospots.“
Der Stand der FFA und der Plattform „J’aime Courir“ zog trotz seiner weniger zentralen Lage viele Blicke auf sich. Mit dabei waren Partner wie Ochy und RunnrZ, zwei Apps, die mithilfe von KI-gestützter Videoanalyse und individuell erstellten Strecken dabei helfen, das eigene Training zu verbessern.
Begegnungen und Austausch bei zahlreichen Vorträgen
Neben der Vielfalt und Qualität der Stände gab es auf der Messe auch einen eigenen Vortragsbereich. Das Programm war dicht und hochkarätig besetzt. Bereits am Freitag konnten die Besucher dem Gespräch zwischen Mathilde Castres, Gründerin der Organisation Sine Qua Non, und Aurélie Bresson von der Alice-Millat-Stiftung über „Laufen von Frauen“ folgen.
Außerdem sprach Nicolas Vandenelsken über sein Abenteuer. Der Öko-Abenteurer ist 110 Marathons an 110 Tagen gelaufen und arbeitet derzeit an einem Film über dieses Projekt. Auch wichtige Persönlichkeiten aus der Laufszene wie Yohan Durand, Méline Rollin und Yoann Kowal standen nacheinander auf der Bühne und teilten ihr Wissen und ihre Erfahrungen.
Mit ihren Aktionen und Vorträgen brachte die Run Experience einmal mehr Eltern, Kinder, Freunde und Paare zusammen und lieferte einen Vorgeschmack auf den Paris-Marathon. Bei passender Vorbereitung waren sich bereits alle einig: Diesen Marathon muss man einmal im Leben erlebt haben, um ihn nicht zu bereuen.
Drei Tage voller Feierlaune, Begegnungen und Leidenschaft gaben den Vorgeschmack auf das Rennen. Wenige Stunden vor dem Start des Schneider Electric Marathon de Paris erfüllte die Run Experience ihre Rolle als Startrampe perfekt und verband Emotionen, Austausch und Vorfreude. Ob Neulinge oder erfahrene Marathonläufer, aus aller Welt angereist oder aus dem Viertel nebenan: Für alle war diese Messe weit mehr als nur die Abholung der Startnummer. Zwischen kreativen Workshops, neuen Ausrüstungsentdeckungen, inspirierenden Gesprächen und den letzten Checks vor dem großen Tag war die Vorfreude überall spürbar.
Jetzt ist es Zeit für das Rennen, die feiernde Stadt und jene 42,195 Kilometer, die jeder mit seinen Träumen, Zweifeln und dieser einzigartigen Energie in Angriff nimmt, die nur Paris schenken kann.