Das Schuhpodium bei den Marathons von Paris, Boston und London 2025

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Von Clément Laborieux

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Das Schuhpodium bei den Marathons von Paris, Boston und London 2025

Jeden Frühling liefern die großen Marathons des Rennkalenders unglaubliche Leistungen. Die weltbesten Athleten präsentieren sich bei den World Majors in Bestform, und ein Detail rückt dabei immer stärker in den Fokus: ihre Schuhe. Seit Carbonplatten-Modelle den Markt erobert haben, wird die Ausrüstung der Elite genau unter die Lupe genommen, stets auf der Suche nach dem ultimativen Paar. Nach dem Schuh, der ein paar Sekunden schneller macht. Wir haben die Podestplätze der Marathons von Paris, Boston und London 2025 analysiert, um herauszufinden, welche Modelle die Straße in diesem Jahr tatsächlich dominieren. Spoiler: Das Nike-Monopol ist längst Geschichte.

Boston Marathon: Asics und Under Armour im Rampenlicht

In Boston sorgte der Kenianer John Korir mit einer herausragenden Zeit von 2:04:45 Stunden für Aufsehen. Trotz eines Sturzes kurz nach dem Start kämpfte er sich zurück und lief souverän zum Sieg. Mit dem neuen Metaspeed Sky Tokyo an den Füßen setzte der Asics-Athlet ein klares Zeichen. Mit diesem Sieg bei einem der prestigeträchtigsten Marathons der Welt bestätigt Asics die beeindruckende Leistungsfähigkeit seiner Wettkampfserie Metaspeed. Für die vierte Generation hat die japanische Marke die richtige Formel gefunden: eine Carbonplatte kombiniert mit dem neuen, extrem dynamischen FF-Leap-Schaum und dem FF Turbo Plus, der seit mehreren Jahren in den Topmodellen zum Einsatz kommt.

Hinter Korir komplettierten Alphonce Felix Simbu (2:05:04) und Cybrian Kotut (2:05:04) das Podium. Beide trugen nach einem spektakulären Sprint auf der Boylston Street den adidas Adizero Adios Pro Evo 2, das neue Topmodell der deutschen Marke. Mit gerade einmal 138 Gramm gehört er zu den leichtesten Modellen auf dem Markt und soll ab dem 28. August für den bescheidenen Preis von ... 500 Euro erhältlich sein. Dass die deutsche Marke beim Thema Innovation im Running Maßstäbe setzt, ist längst kein Geheimnis mehr.

Diese Running-Schuhe waren bei den Podestplätzen der Marathons von Paris, Boston und London 2025 am häufigsten vertreten.

Bei den Frauen machen sich neue Marken bemerkbar und etablieren sich bereits als feste Größen. Die Kenianerin Sharon Lokedi glänzte mit einem neuen Streckenrekord von 2:17:22 Stunden und trug dabei den Under Armour Velociti Elite 3, der sich noch in der Einführungsphase befindet und im Herbst 2025 erscheinen soll. Für die US-Marke ist das ein überzeugender Erfolg nach mehreren Jahren, in denen sie in Running und ihre Athletin investiert hat. 2024 war Lokedi in Boston Zweite geworden. Unter jungen Menschen ist Under Armour in der Lifestyle-Welt äußerst populär. Nun hat die Marke eine komplette Running-Linie aufgebaut und setzt dabei auf ihre Expertise im Performance-Bereich. Im Running ist Under Armour zwar noch nicht so präsent wie die Schwergewichte Nike, adidas und Asics. Seit mehreren Jahren liefert der Ausrüster jedoch hochwertige Modelle. 2025 markiert mit der Einführung des neuen Carbonmodells einen echten Wendepunkt.

Nach einem engen Rennen über die gesamte Distanz belegte Hellen Obiri den zweiten Platz. Die Bronzemedaillengewinnerin von den Olympischen Spielen in Paris hatte die beiden vorherigen Ausgaben des Boston Marathons gewonnen. In diesem Jahr lief die Kenianerin im Cloudboom Strike LS von On Running. Die Schweizer Marke gehört seit mehreren Jahren zu den festen Größen im Running-Markt. Der 2010 gegründete Schweizer Konzern setzt auf Innovation, eigenständige Modelle, technische Produkte und eine klare Premium-Positionierung. Für den Cloudboom Strike LS hat On eine einzigartige Technologie namens LightSpray patentiert: Ein Roboter fertigt das Obermaterial des Schuhs in nur drei Minuten. Das Ergebnis ist beeindruckend: ein schnürsenkelloser, ultraleichter Schuh mit maximaler Energierückgabe. Die Zukunft des Running ist bereits da.

adidas und Nike sorgen in London für Spektakel

Der London Marathon ist für die Marken jedes Jahr von strategischer Bedeutung. Er ist der größte Marathon der Welt, der Ort, an dem Rekorde fallen und Trends entstehen. Und das Elitefeld 2025 war schlicht überragend mit Eliud Kipchoge, Sabastian Sawe, Jacob Kiplimo, Tamirat Tola, Sifan Hassan und Tigist Assefa. Eine Traumbesetzung. Die Running-Fans kamen voll auf ihre Kosten, inklusive Weltrekord. Für die Ausrüster war das die perfekte Gelegenheit, ihre neuen Straßen-Wettkampfmodelle ins Rampenlicht zu stellen.

Der Kenianer Sabastian Sawe setzte sich mit einer Zeit von 2:02:27 Stunden durch. Eine überragende Leistung bei seinem gerade einmal zweiten Marathon. An seinen Füßen: der Adizero Adios Pro Evo 2, der bereits in Boston auf dem Podium vertreten war. Mit diesen Ergebnissen untermauert adidas seine Position im Performance-Markt.

Nike war ebenfalls stark vertreten: Die Marke mit dem Swoosh schickte ihre größten Marathonstars ins Rennen. Sifan Hassan, Jacob Kiplimo, Eliud Kipchoge und Abdi Nageeye liefen alle im Alphafly. Hassan, Kipchoge und Nageeye trugen dabei sogar einen bislang unveröffentlichten Prototypen des Alphafly 4. Auf dem Männerpodium teilten sich allein Nike und adidas die Plätze: Kiplimo im Alphafly 3 und Mutiso im Adios Pro Evo 2.

Doch adidas zog auf den Straßen Londons klar den größten Vorteil aus dem Rennen. Die äthiopische Lauflegende Tigist Assefa lieferte eine Meisterleistung ab und stellte mit 2:15:50 Stunden einen neuen Weltrekord im Frauenmarathon auf. Sie trug den Adizero Adios Pro Evo 1. Never change a winning team: Bereits 2023 hatte Assefa mit diesem Modell beim Berlin Marathon den Weltrekord um zwei Minuten auf 2:11:53 Stunden verbessert. Bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 gewann sie anschließend Silber, ebenfalls mit diesem Schuh an den Füßen.

adidas dominiert die Podestplätze

Der Paris Marathon bot ein starkes Rennen und einmal mehr räumte adidas praktisch alles ab. Bei den Männern siegten Benard Biwott (2:05:25) und Sila Kiptoo im Adizero Adios Pro 4. Bei den Frauen gewann Bedatu Hirpa im Adizero Adios Pro Evo 1, vor zwei weiteren Läuferinnen ... ebenfalls in adidas, genauer gesagt im Adizero Adios Pro 4. Die drei Streifen sind wirklich überall. Auf jedem Podium.

Puma stößt mit Fast-R 3 und Project 3 in die Spitze vor

Unter den Marken mit wachsender Dynamik zieht Puma immer mehr Aufmerksamkeit auf sich. Mit dem Fast-R 3 bietet die deutsche Marke einen ultraleichten Carbon-Wettkampfschuh mit einem Gewicht von 170 Gramm. Dazu kommt der besonders dynamische Nitro Elite-Schaum. Der Fast-R 3 wurde von Spitzenathleten wie dem Kanadier Rory Linkletter (2:07:02 in Boston) und der US-Amerikanerin Annie Frisbie (2:23:21) getragen. Er sorgte nicht nur an der Startlinie für Aufsehen, sondern wurde auch unter Hobbyläufern viel diskutiert. Puma verspricht, dass die neue Rakete dank wissenschaftlicher Studien mehrere Minuten auf der Marathondistanz einsparen kann. Konkret geht es um einen Vorteil von 3,15 Prozent bei der Laufökonomie gegenüber einem Alphafly 3. Bei einem in drei Stunden gelaufenen Marathon entspräche das einer Ersparnis von fast vier Minuten. Ein äußerst ambitioniertes Versprechen.

Um diese Zahlen zu untermauern, startete Puma ein neuartiges Programm: das Project 3. Das Programm richtete sich an ambitionierte Läufer, die ihre Bestzeit deutlich verbessern wollten. 180 Hobbyläufer aus 13 Ländern absolvierten eine professionelle Vorbereitung auf die Marathons in Boston und London. Dazu gehörten ein individueller Trainingsplan, Wettkampfkleidung und eine Prämie von 3.000 US-Dollar für jede um mehr als drei Minuten verbesserte persönliche Bestzeit.

Das Ergebnis: 69 Läufer verbesserten ihre persönliche Bestzeit im Fast-R 3, darunter 38 um mehr als drei Minuten. Versprochen ist versprochen: Puma zahlte insgesamt 132.000 US-Dollar an Prämien aus. Ein schöner Jackpot für diese Athleten und eine ungewöhnliche Initiative, die zeigt, was Hobbyläufer leisten können, wenn sie anspruchsvolles Training, Beruf und Familienleben unter einen Hut bringen. Mit dieser Marketingaktion rückt die deutsche Marke die Welt der Elite noch näher an die der Hobbyläufer heran. Puma zeigt: Mit Einsatz und Leidenschaft ist vieles möglich. Ein starker Auftritt der Marke.

Trends und Ausblick

adidas liegt klar vorne: Mit den Serien Adizero Adios Pro und Adizero Pro Evo ist die deutsche Marke bei den Podestplätzen großer Wettbewerbe omnipräsent. Wo Spitzenleistungen erzielt werden, ist adidas meist nicht weit. Um seine technischen Innovationen zum Leben zu erwecken, setzt die Marke mit den drei Streifen auf Ausnahmetalente wie Sabastian Sawe und Tigist Assefa.

Mehr Markenvielfalt: Das Nike-Monopol gehört der Vergangenheit an. Neben dem Comeback etablierter Marken wie adidas und Asics und dem Aufstieg ehrgeiziger Herausforderer wie Puma, Under Armour und On Running ist die Running-Landschaft deutlich vielfältiger geworden. Sehr zur Freude der Läufer.

Technologische Innovation: Alle in den Top 10 der Marathons beobachteten Super-Schuhe verfügen über Carbonplatten, reaktive Schäume und aerodynamische Designs aus ultraleichten Materialien.

Zugänglichkeit: Einige dieser Prototypen, die ursprünglich für die Elite entwickelt wurden, werden nach und nach auch für die breite Öffentlichkeit erhältlich. Doch Qualität hat ihren Preis ... Die neuen Modelle kosten inzwischen bis zu 300 Euro, die Adizero-Pro-Evo-Serie sogar bis zu 500 Euro.


Was 2025 auffällt: Keine Marke dominiert mehr allein. Die Podestplätze in Boston zeigen es deutlich: drei verschiedene Schuhe auf den ersten drei Plätzen. Asics, Under Armour, Puma, On, Brooks ... Sie alle haben inzwischen ein Modell, das adidas und Nike herausfordern kann. Für Läufer ist das eine hervorragende Nachricht. Die Auswahl wächst, jede Marke bringt etwas Neues ein, und Straßenläufer können endlich nach Laufgefühl und Geschmack aus einer großen Markenvielfalt wählen.

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