Das strategische Pipi vor dem Marathonstart
Es ist die universelle Angst aller Läufer. Dieser kleine hinterhältige Gedanke taucht genau im falschen Moment auf, wenn du im Startblock feststeckst, eingeklemmt zwischen einem Kerl im Bananenkostüm und einer angespannten Marathonläuferin: „Muss ich jetzt gerade wirklich pinkeln?“. Danach folgt das fatale Dreiergespann: „Wo kann ich hin? / Schaffe ich das noch? / Warum habe ich so viel getrunken?“
Die Prüfung vor der Prüfung: DAS Thema für Marathonläufer
Echter Harndrang? Stress? Ein Ausdruck der Angst, abzuliefern? Egal, es ist DAS Thema, das jedem Marathonläufer durch den Kopf geht.
Denn wenige Minuten vor dem Start mit voller Blase dazustehen, ist ungefähr so, als würde man mit einem Rucksack voller Wasser loslaufen: mental kaum auszuhalten. Wer also mit leichtem Herzen (und leerer Blase) starten will, braucht eine goldene Regel: vorausschauend planen und das Ziel treffen.
Laufkollegen: Männer, die Natur ist (zu) großzügig
Männer, seien wir ehrlich: Euch reicht fast alles. Ein Baum, eine Absperrung, ein Laternenmast, das Hinterrad eines Transporters … Es muss gesagt werden: Für euch ist es deutlich einfacher. Alles kann zum Pinkelspot werden. Hauptsache, ein Mindestmaß an Diskretion ist gewährleistet (und die Unterhose lässt sich leicht herunterziehen). Bonus: Männer entwickeln die erstaunliche Fähigkeit, innerhalb von drei Sekunden im Umkreis von 50 Metern ein akzeptables Versteck zu finden. Als wäre das ein verborgener GPS-Sinn.
Laufkolleginnen: Frauen, das ist eine andere Hausnummer
Frauen, das ist eine andere Hausnummer. Die vom Veranstalter aufgestellten Toiletten werden regelrecht gestürmt. Entweder man stellt sich für zig Minuten an und riskiert, zu spät in den eigenen Startblock zu kommen, oder man muss sich etwas einfallen lassen … ein Gebüsch, ein Auto oder eine Freundin zum Abschirmen.
Besondere Erwähnung verdienen die ergebenen Freundinnen, die sich in FBI-Agentinnen verwandeln. Auftrag: unbemerkt und ohne Zeugen schnell pinkeln.
Bonus-Track: das Vorsichts-Pipi
Dann gibt es noch diejenigen, die nicht wirklich müssen, aber sicherheitshalber trotzdem gehen. Ein abergläubisches Ritual. So wie dreimal die Schnürsenkel zu binden oder viermal die Uhr zu kontrollieren. „Ich muss eigentlich nicht, aber was, wenn ich später doch muss ?“
Kurz gesagt: Wir kennen es alle. Das Pipi vor dem Rennen ist kein Tabu, sondern ein echter Klassiker. Ein Thema, das niemanden verschont und offenbar nie verschwinden wird. Der Lauf beginnt also lange vor dem Startbogen, nämlich schon bei der Suche nach dem perfekten Pinkelspot.