Drei Schlüsselfragen vor dem Marathon
Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026
Aktualisiert am Mi., 9. September 2026
Drei Schlüsselfragen solltest du dir stellen, bevor du mit der Marathonvorbereitung beginnst und erst recht, bevor du deinen Startplatz buchst. Bist du wirklich bereit?
Keine Frage: Der Marathon ist der Heilige Gral des Laufens, ein Ziel, das Motivation, Stress und, seien wir ehrlich, manchmal auch echte Angst auslöst. Als Mythos, der etwas auf sich hält, wirkt der Marathon oft unerreichbar. Der Weg dorthin gleicht dem von Indiana Jones: gespickt mit Fallen, übersät mit Hindernissen und voller Feinde … Trotzdem ist der Marathon mit den richtigen Zutaten für alle Alltagshelden machbar. Klar, 42,195 km in einer Spitzenzeit zu laufen, ist nicht jedem gegeben. Die Distanz überhaupt zu bewältigen, ist jedoch realistisch, wenn du die nötigen Voraussetzungen schaffst und ein konkretes Vorhaben formulierst. Also, legen wir los?
Will ich das wirklich?
Kommen wir direkt zum Kern der Sache: dem Wunsch, es zu tun. Experten für mentale Vorbereitung unterscheiden zwei Arten von Motivation:
– Intrinsische Motivation, also die Motivation, die aus der sportlichen Aktivität selbst entsteht: die Freude am Laufen, die Genugtuung über Fortschritte, der Wunsch, die eigenen körperlichen und mentalen Grenzen besser kennenzulernen …
– Extrinsische Motivation, also die Motivation, die mit den Folgen der Aktivität zusammenhängt. Laufen ist dann nicht mehr das eigentliche Ziel, sondern ein Mittel, um die Anerkennung eines Angehörigen zu bekommen, eine Finisher-Medaille zu gewinnen, einen Freund zu schlagen oder die Bewunderung des Partners zu wecken …
Damit dein Engagement stabil und nachhaltig bleibt, solltest du zuerst eine intrinsische Motivation entwickeln und erst danach eine extrinsische. Wenn du im Training echte Freude empfindest, steigen deine Chancen, die Vorbereitung und den Marathon selbst erfolgreich durchzuziehen. Stell dir eine entscheidende Frage: Warum will ich diese Herausforderung annehmen? Welche Gründe treiben mich an, mich dieser Challenge zu stellen? Deine Antworten helfen dir einzuschätzen, wie stark oder schwach deine Motivation tatsächlich ist.
Es ist immer besser zu wissen, warum man etwas tut!
Bin ich bereit, alles Nötige für mein Ziel zu tun?
Eine Marathon-Challenge ist ein bisschen wie die guten Vorsätze zum 1. Januar: Man nimmt sich vor, es durchzuziehen, fällt aber schnell wieder in alte, schlechte Gewohnheiten zurück. Dabei gibt es kaum etwas Frustrierenderes, als eine Herausforderung anzunehmen und unterwegs festzustellen, dass man sie nicht schaffen wird. Dann wirft man das Handtuch oder, schlimmer noch, steht trotzdem an der Startlinie … und läuft geradewegs ins Aus. Ein harter Schlag für das Selbstvertrauen! Bevor es so weit kommt, solltest du dir folgende Frage stellen: Bin ich bereit, alles Nötige für mein Ziel zu tun? Bin ich bereit, die notwendige Zeit ins Training zu investieren, meinen Lebensrhythmus und meine Ernährungsgewohnheiten zu ändern und bestimmte Einschränkungen in Kauf zu nehmen? Wenn die Antwort zögerlich ausfällt, ist es vielleicht besser, dir eine andere, weniger zeitintensive und weniger anspruchsvolle Herausforderung zu suchen. Wie wäre es mit einem Halbmarathon? Oder mit einem Hindernislauf unter Freunden? Wenn die Antwort eindeutig „Ja“ lautet, darfst du während der Vorbereitung nicht ausschließlich zum künftigen Marathonläufer werden. Du musst ein ganzer Mensch bleiben, also Papa oder Mama, Sohn oder Tochter, Partner, Freund, Kollege …
Wenn dich dein Marathonziel von allem und jedem abschneidet, halte kurz inne und denk darüber nach. Ist das wirklich noch vernünftig?
Ist jetzt der richtige Zeitpunkt?
Vollstress im Job, der Familienurlaub im Sommer, ein großes Projekt, das noch abgeschlossen werden muss … Die Gründe sind vielfältig, bedeuten aber immer dasselbe: Es fehlt an zeitlicher und mentaler Verfügbarkeit. Um eine Marathon-Challenge erfolgreich zu bewältigen, brauchst du beides. Die beste Lösung: Nimm dir einen Kalender und markiere die Phasen, in denen du definitiv keinen Sportplan konsequent einhalten und auch keine vernünftige Lebensweise durchziehen kannst. Notiere außerdem die Zeiträume, in denen du erfahrungsgemäß besonders müde bist: Manche haben im Herbst ein Tief, andere stehen zum Schuljahresbeginn unter enormem Stress … Sobald du diese Phasen identifiziert hast, kannst du die passenden Zeitfenster für deine Vorbereitungswochen festlegen und deinen Marathon planen. Diese kleine Kalenderarbeit hilft dir außerdem, das riesige Angebot an möglichen Wettkämpfen zu sortieren. Aber das ist ein anderes, langes Thema …