Gemeinsam Marathon laufen: ein sportliches Abenteuer mit Herz

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Von Sabine Loeb

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Gemeinsam Marathon laufen: ein sportliches Abenteuer mit Herz
© ACBB Omnisports Photos

42,195 km, um sich gegenseitig zu stützen, Durchhänger abzufangen und den Schritt des anderen zu begleiten. Was bedeutet es, als Paar einen Marathon zu laufen? Die Gründe, aus denen sich Liebespaare dieser mythischen Distanz stellen, sind vielfältig und verdienen in vielerlei Hinsicht Bewunderung.

Liebe gibt den nötigen Schub für einen oder mehrere Marathons. Eine Spurensuche.


Der Marathon als gemeinsamer Lebensstil

Gemeinsam zu laufen bedeutet manchmal, sich für eine andere Art zu leben zu entscheiden und den Alltag durch den Sport miteinander zu teilen. Chantal und Pascal Comte bringen es zusammen auf mehr als 120 Lebensjahre. 2024 haben sie die beeindruckende Marke von 1.400 Marathons geknackt. Das Paar lebt in Yerres und ist in Frankreich, ja sogar weltweit unterwegs, um Kilometer um Kilometer zu sammeln. Für die beiden zählt das Laufen, nicht das Ergebnis. Immer weiterlaufen, um einen Marathonrekord zu erreichen, den sie ursprünglich nie angestrebt hatten. Vor ihrer Begegnung war Chantal keine Läuferin. Sie tauschte die Fußballschuhe gegen Laufschuhe, angespornt von Pascal, der schon damals mit Leidenschaft lief. Ihre Geschichte ist die eines eingespielten Paares, verbunden durch Liebe und die Begeisterung für den Sport. Und wenn das Geheimnis einer lang anhaltenden Liebe in einer gemeinsamen Aktivität ohne Druck, dafür mit Freude und Leichtigkeit liegt?

Eine gemeinsame Leidenschaft, die ansteckt

Bei anderen entsteht die Leidenschaft fürs Laufen vor oder während der Beziehung und wird anschließend zur gemeinsamen Gewohnheit. Von der Begeisterung ihrer Partnerin angesteckt, lief Léane am 13. April ihren allerersten Marathon. Für diesen Anlass wurden die Rollen vertauscht: Théophile läuft seit seiner Schulzeit. Dank seiner Freundin entdeckte er den Laufsport für sich. Seit sie ihn dafür begeistert hat, trainieren die beiden regelmäßig und unterstützen sich gegenseitig in dieser Sportart, in der sie große Fortschritte gemacht haben. Mit kontrolliertem Tempo überquerten sie nach 3:43 Stunden die Ziellinie, ohne an der Belastung zu zerbrechen. Entscheidend war ihr Zusammenspiel, die gegenseitige Ermutigung und die Regelmäßigkeit ihres gemeinsamen Trainings. Hand in Hand hat ihr Marathonabenteuer vielleicht gerade erst begonnen.

Eine ähnliche Dynamik gibt es bei @Mr&Mrs Running: Für sie ist „der Marathon ein Baustein eines Plans, ein Symbol“, bevor sie sich immer längeren Trailläufen stellen. Immer zusammen, immer im gemeinsamen Tempo. Wie bei jedem Rennen liefen sie von Anfang bis Ende Hand in Hand. Das ist ihre Stärke: Auf dem Asphalt und im Leben ein Team zu bilden. Beim Marathon de Paris übernahm zunächst Madame das Steuer, bevor ihr Mann bei Kilometer 33 das Kommando übernahm. Das Ziel von 3:30 Stunden blieb dabei stets im Blick. Ihre Liebe trägt sie durch den Lauf und weit darüber hinaus. Das Laufen nährt ihre Verbindung: Es fordert Körper und Geist und verstärkt ihre gemeinsame Dynamik.

Der Marathon als Bühne für einen einmaligen Moment

Manchmal führt das gemeinsame Laufen zu einem unvergesslichen Moment, der weit über die sportliche Leistung hinausgeht. So war es bei Alban, der den Marathon pour Tous nutzte, um Charlène einen Heiratsantrag zu machen. Die beiden hatten sich dank ihrer gemeinsamen Leidenschaft für den Laufsport kennengelernt. Ihre Teilnahme an diesem Event war für ihn der perfekte Anlass, seiner Liebsten den Ring anzustecken. Der Antrag war minutiös vorbereitet und sollte perfekt werden: Um den echten Ring zu schonen, hatte er sogar ein Imitat besorgt. Doch in der Aufregung und Erschöpfung musste er schließlich improvisieren. Das Wesentliche war trotzdem da: die Symbolik, das gemeinsame Erlebnis, die Überraschung während des Laufs und die Liebeswelle dieses Pariser Olympiasommers.

Bei anderen, etwa Pascal, war der Schritt riskanter: Er trug das echte Schmuckstück während des gesamten Rennens bei sich und wartete bis ins Ziel, um Anne-Sophie den Antrag zu machen. Für sie war es der allererste Marathon. Wie bei den zuvor erwähnten Paaren steht der Sport im Mittelpunkt ihres Alltags. Den Marathon als Kulisse für diesen besonderen Moment zu wählen, lag daher auf der Hand.

© ASO

Eine einmalige, aber unvergessliche Herausforderung

Für manche Paare ist der Marathon weder Ritual noch Selbstverständlichkeit. Es ist eine einmalige Herausforderung, die sie gemeinsam annehmen, um zu zweit etwas zu erleben. Eine Möglichkeit, sich einer gemeinsamen Aufgabe zu stellen. Weil dieser gemeinsam erlebte sportliche Moment so selten ist, lässt sich die bevorstehende Belastung leichter annehmen. Man bereitet sich auf den großen Tag vor und sagt sich: „Danach ist es vorbei.“ Sich zu zweit über die eigenen Grenzen hinauszuschieben, etwas Außergewöhnliches zu erleben und es gemeinsam zu schaffen: Das ist das Credo der Marathonpaare. Um die 42,195 km zu bewältigen, bereitete sich Pauline gemeinsam mit ihrem Partner Simon vor, der in diesem Jahr erneut an den Start ging. Zweieinhalb Monate zuvor hatte sie die Herausforderung angenommen und war damit in die Welt der Marathonläufer vorgestoßen. Simon wurde zugleich ihr Tempomacher und ihr Coach, außerdem ist er der Vater ihrer Kinder. Ein schöner, seltener und intensiver Familienmoment, der ohne die Entschlossenheit der Initiatorin und die Begleitung durch ihren Partner von Anfang bis Ende nie möglich geworden wäre.


Oft geht die Leidenschaft zunächst von einem aus, bevor sie den anderen erreicht. Manchmal begegnen sich beide direkt auf ihrem Spielfeld: im Stadion, beim Lauftraining oder rund um ein Rennen. Und manchmal werden beide süchtig nach Asphalt, nach dem Dopaminrausch nach dem Zieleinlauf und nach dem Gefühl der Unbesiegbarkeit, das ein Marathon hinterlässt. Dann wird der Marathon nicht nur zum Ziel, sondern auch zum Anlass, eine Verbindung zu knüpfen oder zu stärken.

Der Marathonkalender, für gemeinsame Abenteuer!