Warum glaubt dir niemand, wenn du sagst: „Ich laufe nur zum Spaß“?

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Von Mergoil Melissa

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Warum glaubt dir niemand, wenn du sagst: „Ich laufe nur zum Spaß“?
© STADION-ACTU

Viele reagieren skeptisch und schauen ungläubig, wenn jemand sagt: „Ich laufe nur zum Spaß.“ Unter Läuferinnen und Läufern können das die meisten durchaus nachvollziehen, zumindest ein bisschen. Für alle anderen ist es weniger offensichtlich. Mythos oder Realität?

Aber warum eigentlich? Warum begeistert Laufen nicht alle? Was kann abschreckend wirken?

‘1 – Die Lauftraumata aus der Schulzeit

Erinnern wir uns noch an den Sportunterricht in der Mittel- und Oberstufe? Erzwungene Crossläufe mittwochs im Regen, dreimal 500 Meter bei der Abiturprüfung? Und danach den Rest des Tages verschwitzt im Geschichtsunterricht sitzen. Für manche bedeutet Laufen, freiwillig in diese bereits durchlebte Hölle zurückzukehren.


‘2 – Aller Anfang ist schwer

Die ersten Schritte in den Laufschuhen sind nun einmal nicht leicht. Kaum jemand hat schon bei den ersten Kilometern Freude daran, die ersten Läufe sind zäh, lang und schmerzhaft. Während die einen darin Befriedigung und Fortschritte sehen, bleibt es für andere eine unüberwindbare Mauer.


‘3 – Intervalle, was soll das?

Einheiten mit maximaler Sauerstoffaufnahme oder Blöcke im Marathontempo haben nur wenige Fans. Auch wenn gerade diese Einheiten schneller machen, verlangen sie dem Körper einiges ab. Die Läufer sind verschwitzt, erschöpft und außer Atem … Von außen ist schwer zu glauben, dass das Spaß machen kann. Und doch.


‘4 – Schweiß ist (nicht) sexy

Am Ende des Laufs weiß man nicht mehr, ob man verschwitzt ist oder es während der Einheit geregnet hat. Auch wenn manche behaupten, „Schweiß ist sexy“, gefällt das längst nicht jedem, und das ist verständlich. Seit wann soll es Spaß machen, rot und klatschnass zu sein?


‘5 – Stundenlang laufen

Ein Halbmarathon, ein Marathon, ein Trail … Im Grunde dauern all diese Wettbewerbe mindestens eine Stunde, oft deutlich länger. Marathonläufer brauchen beispielsweise zwischen zwei Stunden bei den Spitzenathleten und sechs Stunden, manche Trails dauern weit mehr als einen Tag. Kann man sich das wirklich vorstellen? Stundenlang für ein T-Shirt und/oder eine Medaille zu laufen, erscheint manchen geradezu absurd. Wo soll da der Spaß sein?


‘6 – Zombies auf der Strecke

Das Läuferfeld ist bei Wettkämpfen immer auch eine echte Showbühne, auf der man die unterschiedlichsten Szenen zu sehen bekommt. Kreislaufprobleme, Stürze, Tränen, Verbände, Humpeln … Manche Läufer sind auf der Strecke ganz schön mitgenommen. Schwer zu glauben, dass sich das in diesem Moment gut anfühlt.


‘7 – Ohne Grund laufen

Für manche ist Laufen keine richtige Aktivität, wenn es nicht mit etwas anderem verbunden ist: einem Hund, einem Ball, einer Runde Fußball oder Ähnlichem. Laufen allein kann sinnlos wirken.


Lauffreunde, jetzt versteht ihr vielleicht besser, warum manche euch nicht glauben, wenn ihr sagt: „Ich laufe zum Spaß.“ 

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