@courspetitetomate, ihre neue Bestzeit beim Sevilla-Marathon und ihre Sichtbarkeit in den sozialen Netzwerken
Wir hatten das Vergnügen, uns mit Marine auszutauschen, die ihr wahrscheinlich unter dem Namen @courspetitetomate in den sozialen Netzwerken kennt. Als inspirierende Persönlichkeit in der Laufszene teilt sie ihren sportlichen Alltag auf Instagram, TikTok und YouTube. Mehr als 120.000 Laufbegeisterte verfolgen dort mit großer Begeisterung ihre Trainings, Herausforderungen und Wettkampfabenteuer.
Hinter einem ganz besonderen Pseudonym
Woher kommt eigentlich dieser Name? Zunächst einmal wollte Marine ein Stück Privatsphäre und Anonymität bewahren. Als sie vor fast zehn Jahren begann, ihre Leidenschaft in den sozialen Netzwerken zu teilen, waren Pseudonyme gerade angesagt. Sie läuft, ist klein und mag Tomaten: Das ist die Erklärung. Seitdem hat sich daran nichts mehr geändert.
Eine leidenschaftliche Läuferin
Marine läuft seit fast 15 Jahren. Der Sport hat ihr geholfen, ihre Schüchternheit zu überwinden und mehr an sich selbst zu glauben. Angefangen hat sie ursprünglich für die Prüfungen zum französischen Abitur. Trotz einiger Laufpausen war der Sport immer Teil ihres Lebens. Besondere Voraussetzungen habe sie nicht, sagt sie, dafür eine grenzenlose Liebe zu Herausforderungen und zum Austesten der eigenen Grenzen.
Heute ist sie beim Leichtathletikverein in Talence nahe Bordeaux gemeldet und wird von ihrem Lebensgefährten trainiert.
Marine ist schon immer mit viel Herzblut gelaufen und hat ihre Erlebnisse in den sozialen Netzwerken geteilt. Ihre Community wuchs stetig und explodierte schließlich, als Instagram Videos gegenüber Fotos bevorzugte. Seit fünf Jahren veröffentlicht sie dort aktiv und regelmäßig Beiträge, ohne sich jemals vorstellen zu können, welche Dimension das einmal annehmen würde.
Eine neue Bestzeit beim Sevilla-Marathon
Mit der Startnummer 2747 auf der Brust nahm Marine in Sevilla ihren sechsten Marathon in Angriff. Sie hatte sich mit konsequentem Training gründlich auf das Rennen vorbereitet. Am 23. Februar lief @courspetitetomate mit 2:57 Stunden erstmals unter drei Stunden. Damit war sie deutlich schneller als bei ihrem ersten Marathon acht Jahre zuvor, den sie in 5:13 Stunden beendet hatte. Im Gespräch blickt sie auf dieses Rennen zurück: „Ich war sehr auf die Strecke konzentriert, aber meine Blase war nicht völlig abgeschottet. Mehrmals habe ich Anfeuerungsrufe gehört, und die bedeuten mir unglaublich viel. Ich bin immer wieder überrascht, dass man mich sogar im Ausland erkennt. Vielen, vielen Dank dafür.“
Das Leben als Content Creatorin
Ist es nicht anstrengend, ständig in den sozialen Netzwerken präsent zu sein?
„Ich realisiere nicht unbedingt, dass mir Tausende Menschen folgen und mich kennen. Meine Community ist sehr wohlwollend und besteht aus leidenschaftlichen Menschen. Es kommt vor, dass man mich in der Laufszene erkennt, aber nicht im Alltag. Sobald ich keine Laufschuhe trage, habe ich praktisch einen Tarnumhang.“
Erzeugen die sozialen Netzwerke im Wettkampf nicht zusätzlichen Druck?
„Das hat sicher zusätzlichen Druck erzeugt, allerdings eher in Bezug auf meine Inhalte als auf die sportliche Seite. Mir ist wichtig, qualitativ guten Content zu teilen, der gefällt und interessiert. Was die Leistung angeht, möchte ich sehr transparent sein. Für Sevilla habe ich nichts verborgen. Der einzige Druck, den ich dort hatte, kam von mir selbst.“
„ Das wird immer größer. In den sozialen Netzwerken gibt es immer mehr Lauf-Content, aber das ist doch schön, vor allem wenn es Menschen dazu bringt, Sport zu treiben.
Wie würdest du die Influencer-Szene im Laufsport beschreiben?
„Mein Blick darauf ist vielleicht etwas voreingenommen, aber ich würde sagen: Es gibt von allem etwas, wie im Leben eben auch. Das wird immer größer. In den sozialen Netzwerken gibt es immer mehr Lauf-Content, aber das ist doch schön, vor allem wenn es Menschen dazu bringt, Sport zu treiben.“
Wie geht man mit negativen Kommentaren und Nachrichten um?
„Zum Glück sind sie die Ausnahme, aber bei Videos mit sehr vielen Aufrufen kommt das schon mal vor. Oft wird mein Körper kritisiert, manche finden, ich sei zu dünn. Natürlich ist das immer schwierig. Am Anfang hat mich das zwangsläufig getroffen, aber ich habe Abstand gewonnen und inzwischen prallt es an mir ab.“
Marine schreibt ihre Laufgeschichte weiter …
Von einem Marathonblues nach Sevilla keine Spur: Die Läuferin erzählte uns, dass sie sich gut erholt hat, um anschließend wieder ins Training einzusteigen. Die Tra temporada steht vor der Tür. Ende März wartet bereits der nächste Wettkampf, im Mai folgt ein neues Ziel, und das hat es in sich: 70 Kilometer und 4.000 Höhenmeter stehen auf dem Programm. Mehr erfahren? Dann folge ihrem Profil.
Danke, Marine, für deine Zeit und dieses spannende Gespräch. Viel Erfolg bei deinen nächsten Wettkämpfen.