Trail oder Straße? Quentin Meyleu über zwei völlig verschiedene Welten

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Von Mergoil Melissa

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Trail oder Straße? Quentin Meyleu über zwei völlig verschiedene Welten
© Ziao Jiang / @fotoxziao

Der 28-jährige ASICS-Athlet Quentin Meyleu läuft seit 2018 auf höchstem Niveau Trailrennen. Seine Leidenschaft gilt den Trails, der Natur und der körperlichen Herausforderung. Ende vergangenen Jahres änderte er jedoch seine sportlichen Gewohnheiten: Am 31. Dezember ging er bei der Cursa de Nassos an den Start, seinem ersten 10-Kilometer-Lauf.

Vorbereitung auf ein Straßenrennen: das erste Mal, aber sicher nicht das letzte Mal

Zum ersten Mal in seinem Leben trainierte Quentin Meyleu Ende 2024 gezielt für ein Straßenrennen: seinen ersten 10-Kilometer-Lauf. Er wollte etwas Neues ausprobieren, das ihn fordert, ohne den Körper allzu sehr zu belasten. Mehr als anderthalb Monate Training und Einheiten auf Asphalt, um am 31. Dezember bei der Cursa de Nassos in Barcelona bereit zu sein. Der Athlet, der sonst auf Trails und in den Bergen zu Hause ist, stellte seine Liebe zum Trailrunning für einige Monate zurück und widmete sich der Straße. 

Sein erster Start in Barcelona verlief vielversprechend: Quentin erreichte sein Ziel und kam mit einer Zeit von 29:18 Minuten auf Rang vier. In der Vorbereitung und während des Rennens sammelte der aus Chambon-sur-Lac stammende Läufer neue Erfahrungen und lernte die Unterschiede zwischen Trail und Straße aus erster Hand kennen.

Unterschiede zwischen Trail und Straßenlauf: Quentin Meyleu im Gespräch© Albin Durand

Auf der Straße bleibt die Belastung konstant und gleichmäßig

Einer der größten Unterschiede zwischen Trail und Straßenlauf liegt in der Art der Belastung. Beim Trailrunning ist sie naturgemäß unregelmäßig: steile Anstiege, technische Downhills und zahlreiche Tempowechsel bestimmen den Rhythmus. Auf der Straße bleibt die Belastung dagegen meist von Anfang bis Ende konstant. Die Läufer können sich auf einen gleichmäßigen Rhythmus und die Kontrolle ihres Tempos konzentrieren. Das wichtigste Ziel ist, das Tempo über die gesamte Strecke möglichst konstant zu halten, als Ausdruck von Ausdauer und Effizienz.

© Colin Olivero

Warum das Aufwärmen so wichtig ist

Das Aufwärmen gehört beim Laufen unbedingt dazu. Bei Straßenrennen kann es deutlich länger dauern und anspruchsvoller ausfallen. 
Quentin erzählt, dass er sich vor seinem ersten 10-Kilometer-Lauf ganze 40 Minuten aufgewärmt hat: lockeres Einlaufen, Lauf-ABC und Steigerungen. Beim Trailrunning reichen ihm dagegen zehn Minuten. 

Untergrund und Umgebung

Während der Trailrun in der Natur und im Wald stattfindet, führt der Straßenlauf meist durch den urbanen Raum. Eine völlig andere Kulisse, ohne Frage. Die Leidenschaft für Laufschuhe verbindet jedoch alle. 

Quentin ist die abwechslungsreichen Landschaften der Trails gewohnt und empfindet die Belastung auf der Straße deshalb manchmal als deutlich eintöniger. Eine Stunde flach auf Asphalt ist nicht gerade spannend. Wie er treffend sagt, fehlt es dem Straßenlauf gelegentlich an Abwechslung. Dadurch kann er im Vergleich zum Trailrunning repetitiv wirken und nach seiner Einschätzung sogar langweilig werden.

Trotz dieser Unterschiede will sich der Trailläufer im Frühjahr erneut auf Asphalt versuchen. Besonders der 10 km de Lille steht bereits auf seinem Plan. Danach beginnt seine Saison in den Bergen. Längerfristig möchte Quentin auch die Halbmarathondistanz kennenlernen. Sehen wir ihn in den kommenden Jahren vielleicht sogar bei einem Marathon? Ausgeschlossen hat er es jedenfalls nicht …