Manon Trapp läuft französischen Marathonrekord

MM
Von Mergoil Melissa

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Manon Trapp läuft französischen Marathonrekord
© STADION-ACTU

Was für ein Coup von Manon Trapp! Nach einem packenden Finale gegen die Kenianerin Koskei belegte die Athletin der Entente Savoie Athlé (ESA) den zweiten Platz und drückte der 40. Ausgabe des Marathons von Sevilla am Sonntagmorgen ihren Stempel auf. Mit 2:23:38 Stunden blieb sie nicht nur souverän unter der magischen Marke von 2:24 Stunden über 42,195 Kilometer, sondern stellte auch einen neuen französischen Rekord auf.

Vom schwarzen Gürtel an die Startlinie. Die Savoyerin war früher Judoka, ehe sie 2017 die Tatami gegen Bahn und Trails eintauschte und Leichtathletik und Laufsport für sich entdeckte. Zunächst hatte es ihr vor allem der Crosslauf angetan, doch schon bald fühlte sie sich von der Königsdisziplin angezogen: dem Marathon.

Nach einer intensiven Saison mit einem Sieg beim 20 km de Paris, einem Podestplatz beim Crosslauf von Allonnes und einem einmonatigen Trainingslager in Kenia hatte sie nur noch ein Ziel vor Augen: den Marathon von Sevilla. Als Botschafterin der Marke mit den drei Streifen verlängerte sie kürzlich ihren Vertrag mit adidas. Ihr einziger Traum: von ihrer Leidenschaft leben. Für sie geht das Laufen weit über den Sport hinaus. Es ist eine Lebensweise, ein tiefes Gleichgewicht und eine Möglichkeit, sich wieder mit den eigenen Empfindungen und der Umwelt zu verbinden.

In diesem Interview spricht Manon Trapp über ihre Leidenschaft, ihren Erfolg und die Werte, die sie antreiben. Ein ebenso intensives wie gehaltvolles Gespräch, aufgezeichnet in einem Moment, in dem sie nach ihrem Rekord im Rausch der Ereignisse zwischen all den Anfragen erst langsam wieder zur Ruhe findet.

© STADION-ACTU

Die Voraussetzungen vor dem Rennen

Auf die Frage, wie sie sich vor dem Rennen gefühlt habe, erzählte Manon, dass sie trotz Nervosität und Anspannung recht zuversichtlich gewesen sei. Die Vorbereitung war konsequent, sie hatte hart trainiert, war wegen der Höhenlage in Kenia aber nur selten im Zieltempo gelaufen.


Während des Marathons

Was geht dir auf 42 Kilometern durch den Kopf?

„Ich war extrem konzentriert. Diese Konzentration darf man nicht verlieren, man darf nicht abschalten, denn jede Sekunde zählt. Außerdem habe ich immer wieder in mich hineingehört, um mich weiterhin gut zu fühlen: Atmung, Atem, Körperhaltung …“


Wie war die Stimmung an der Strecke?

„Am Straßenrand standen viele Franzosen, auch im Rennen waren viele dabei. Das geht ans Herz und gibt Energie. Mich hat es richtig gepusht.“


Wie hast du dich während des Rennens gefühlt?

„Insgesamt habe ich mich die ganze Zeit gut gefühlt, fast von Kilometer zu Kilometer besser. Nach dem 25. Kilometer war ich richtig im Flow. Ich hatte ein gutes Gefühl, dachte an nichts, es war fast meditativ.“


In welchem Moment hast du es wirklich realisiert?

„Bei Kilometer 39 wurde mir klar, dass ich den französischen Rekord schaffen würde. Ich sah auf meiner Uhr, dass es reichen würde, fühlte mich gut, war voller Kampfgeist und euphorisch. Ich sagte mir: Noch drei Kilometer, jetzt alles raushauen und los.

Was verändert ein französischer Rekord?

„Ich werde in den sozialen Netzwerken mit Nachrichten überflutet, viele davon sind unglaublich berührend. Ich bekomme zahlreiche Anfragen und Bitten … Ich hoffe, dass mir das mehr Sichtbarkeit bringt, vor allem bei den Sponsoren.“

 Ich hoffe, dass mir das mehr Sichtbarkeit bringt, vor allem bei den Sponsoren.

Mehr als eine Zeit: eine Geschichte

Am Ende des Interviews wollten wir von Manon Trapp wissen, wie sie ihr Rennen in drei Worten beschreiben würde. Schnell wurde klar, dass drei Worte nicht ausreichen, um dieses ebenso intensive wie euphorische Erlebnis zu fassen. Sie sprach über ihre Werte und darüber, einfach und mit Leidenschaft zu laufen. Dieser Marathon ist nicht nur ein französischer Rekord, sondern der Lohn für einen Weg, der keineswegs immer geradlinig war.

Manon, dein Schlusswort? „Die Lektion ist, den Mut zu haben, Entscheidungen zu treffen und Veränderungen anzustoßen und dabei auf meine Bedürfnisse zu hören. Der Rekord ist möglich, weil ich auf mich selbst höre.“

Ein riesiger Glückwunsch an diese großartige Athletin.