Suzanne Cariant, die offenen Worte einer leidenschaftlichen Trainerin
Unter dem Namen @suzzyone ist Suzanne Cariant in den sozialen Netzwerken bekannt. Die 40-Jährige arbeitet als Lauftrainerin und hat viele Rollen: Sie ist Läuferin, Mutter und Coach, ein echtes Energiebündel voller Optimismus und eine Frau, die das Leben und ihre Laufschuhe liebt. Auch wenn das Laufen heute fest zu ihrem Alltag gehört, war das nicht immer so. Die umtriebige Suzanne entdeckte den Sport erst spät, nach ihrem 30. Geburtstag, zunächst mit Rumpfstabilitätsübungen zu Hause. Das Laufen kam später dazu, als Ventil in einer schwierigen Lebensphase. Oder, wie sie selbst sagt: Sie schwitzte ihre Sorgen heraus.
| In diesem Gespräch erzählt Suzanne Cariant von ihrer Sicht auf das Laufen, den Werten dieses Sports sowie Tipps und Tricks rund ums Laufen.
Der Laufboom
Im Gespräch mit Suzanne wollten wir wissen, was ihrer Meinung nach hinter dem Aufschwung dieser Sportart steckt. Sie sieht dafür mehrere Gründe, darunter die sozialen Netzwerke, die Lockdowns während der Covid-19-Pandemie und ein neues allgemeines Bewusstsein für die Notwendigkeit, sich zu bewegen.
Ein Sport für alle mit vielen positiven Effekten
Für die Trainerin gibt es keinen Grund, auf diese körperliche Aktivität zu verzichten, solange man Lust darauf hat, von medizinischen Gegenanzeigen natürlich abgesehen. Für Suzanne gilt: „Bewegung setzt Bewegung in Gang, körperlich wie geistig.“ Abgesehen von den positiven Effekten für das Herz-Kreislauf-System und dem Kalorienverbrauch tut Laufen Körper und Geist gleichermaßen gut. „Wenn du losläufst, findest du Lösungen für Probleme, von denen du gar nicht wusstest, dass du sie hast“, sagt sie lachend.
Die Werte des Laufens
„Laufen ist eine Geschichte von Resilienz und Hingabe. Du erkennst, wer du bist und was tief in dir steckt. Du läufst, um besser zu werden, akzeptierst Schwierigkeiten und Frust und machst trotzdem weiter.“ Die Athletin des AS Caluire Athlétisme ergänzt das mit einer Anekdote: „Wenn ich eine meiner Athletinnen sehe, die um 6 Uhr aufsteht, um vor der Arbeit 1000-Meter-Intervalle zu laufen, dann ist das Hingabe. Daran gibt es keinen Zweifel.“
Ein Einzel- oder Teamsport?
„Es ist ein Einzelsport, weil jeder Körper ganz eigene Erfahrungen macht, aber durch die gegenseitige Motivation auch ein Teamsport. Am Start eines Rennens stehen wir zum Beispiel alle zusammen, mit denselben Zweifeln, demselben Stress und denselben Ängsten … Das verbindet. Das Gemeinschaftsgefühl ist in diesem Moment gewaltig.“
Was hilft, langfristig motiviert zu bleiben?
„Akzeptieren, dass man nicht immer motiviert sein kann, sich aber immer wieder an die Verpflichtung zum Laufen, an den eigenen Willen und das Versprechen erinnert, das man sich selbst gegeben hat.“
Suzannes 3 Tipps, um beim Laufen besser zu werden
Regelmäßigkeit: Lieber oft ein bisschen laufen als einmal sehr viel. Drei Einheiten à 20 Minuten pro Woche sind besser als einmal eine Stunde.
Steigerung mit Augenmaß: Es ist wichtig, jeden Schritt mitzunehmen und das Training allmählich zu steigern, statt zu schnell und zu hart zu trainieren und sich dadurch zu verletzen.
Anpassungsfähigkeit: Nie vergessen, dass man das Training an sich selbst, die eigenen Rahmenbedingungen, die Tagesform und die eigenen Empfindungen anpassen muss. Dafür sollte man bei Bedarf flexibel reagieren.
„Das Glück kommt nicht zu denen, die sitzend darauf warten“
Zum Abschluss unseres ebenso dynamischen wie gehaltvollen Gesprächs mit Suzanne steht hier ihr Lieblingszitat. Es inspiriert sie im Alltag und passt zu ihrer Sicht auf das Leben: „Das Glück kommt nicht zu denen, die sitzend darauf warten“ von Stéphanie Exbrayat.