Albert Courau: Laufen gegen das Tabu des Suizids unter Jugendlichen

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Von Mergoil Melissa

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

Albert Courau: Laufen gegen das Tabu des Suizids unter Jugendlichen
© ASICS SaintéLyon

Seit mehreren Monaten läuft Albert Courau. Nicht nur aus sportlicher Ambition und auch nicht allein, um über sich hinauszuwachsen. Er läuft für seinen Freund Gaspard, der viel zu früh gegangen ist, und für alle jungen Menschen, die psychisch leiden. Mit 23 Jahren hat Albert beschlossen, seine Trauer in Engagement und seine Laufkilometer in eine Botschaft der Hoffnung zu verwandeln.

Eine Leidenschaft, geboren in den Bergen

Mit 20 Jahren entdeckt Albert das Laufen. Er stammt aus Lyon und ist in unmittelbarer Nähe der Alpen aufgewachsen. Die Familie besitzt ein Haus in Combloux in der Haute-Savoie. Als Naturliebhaber tauscht er seine Wanderschuhe gegen Laufschuhe. Über die Wege zu laufen wird für ihn zu einer Möglichkeit, den Kopf frei zu bekommen und zu sich selbst zu finden. Heute lebt er in Paris und teilt sein Training zwischen Bergpfaden und Asphalt auf, der Hauptstadt sei Dank.

Ein Engagement, geboren aus einem Schicksalsschlag

Der entscheidende Wendepunkt in Alberts Leben kommt vor drei Jahren mit dem Tod seines Freundes Gaspard, den er aus der Vorbereitungsklasse kannte. Ein Schock. Ein jäher Verlust. Eine bedrückende Stille, wie so oft, wenn es um Suizid geht. Albert nennt uns diese Zahl: „Suizid ist bei den 15- bis 24-Jährigen die zweithäufigste Todesursache.“ Er weigert sich, diese Realität im Verborgenen zu lassen. Also beschließt er zu handeln: um das Schweigen zu brechen, damit junge Menschen wissen, dass sie nicht allein sind, und damit die Gesellschaft diesen dringenden Handlungsbedarf im Bereich der öffentlichen Gesundheit endlich anerkennt.

Suizid ist bei den 15- bis 24-Jährigen die zweithäufigste Todesursache.

Albert Courau

Laufen, um aufmerksam zu machen und ins Gespräch zu kommen

Eines Tages hört Albert eine Folge des Podcasts LEGEND, in der die Autorin und trauernde Mutter Anne-Dauphine Julliand mit erschütternder Kraft über ihre Kinder spricht, insbesondere über ihren Sohn Gaspard, der durch Suizid starb. „Eine Mutter, die drei ihrer vier Kinder verloren hat, erzählt, wie sie versucht, den Schock zu verkraften“. Dieses Gespräch wird für ihn zum Auslöser. Endlich sind die Worte ausgesprochen. Das Tabu ist gebrochen. Für Albert steht fest: Er wird für diese Sache laufen. Um Bewusstsein zu schaffen, Menschen miteinander zu verbinden und den Sport zu einem Ausdruck von Engagement zu machen.

Ein Startplatz nach dem anderen

Seitdem reiht sich ein Rennen an das nächste: SaintéLyon, SaintExpress, Trace des Maquisards, Bali Trail Running … Bis zu 50 km und 3.000 Höhenmeter. Jeder Lauf wird zu einer Botschaft und einer ausgestreckten Hand. Am kommenden 25. August startet Albert bei der MCC, einem der Rennen des Ultra Trail du Mont Blanc, von Martigny-Combe nach Chamonix. Eine Herausforderung über 40 km und 2.350 Höhenmeter. Seine Angehörigen werden ihn dort anfeuern. Ein symbolischer, fast intimer Moment in dem Tal, in dem seine Leidenschaft entstanden ist.

Eine Spendenaktion für die Forschung

Über das Symbolische hinaus möchte Albert, dass sein Engagement konkrete Wirkung entfaltet. Eine Online-Spendenaktion wurde gestartet, um eine Studie zur psychischen Belastung junger Menschen zu unterstützen. Sie wird vom Hôpital Femme Mère Enfant (HFME) gemeinsam mit der Stiftung Hospices Civils de Lyon (HCL) durchgeführt. Ziel ist es, die Risikofaktoren besser zu verstehen und wirksame Präventionsmaßnahmen zu entwickeln.

Die Spendenaktion „Des KM pour la santé mentale“ unterstützen: hier entlang.

Eine Botschaft der Hoffnung

Nach dem Gespräch mit Albert beeindruckt uns seine Großzügigkeit, seine mentale Stärke und seine Reife. Mit jedem Lauf und jedem Wort erinnert er uns daran, dass sich Schmerz in Antrieb und Erinnerung in Handlung verwandeln lässt.

Hut ab vor so viel Hingabe und Engagement. Viel Erfolg bei der MCC, Albert, und genieße jeden Moment. In diesem Artikel möchten wir Anne-Dauphine Julliand, Gaspards Mutter, ausdrücklich würdigen und natürlich auch an Gaspard erinnern.