„Ohne diese fünf Tage wäre ich tot“: Falone Pégé kämpft sich vom Koma zum Titel im 3-km-Gehen bei den Europäischen Transplantationsspielen

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Von Renaud Chevalier

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

„Ohne diese fünf Tage wäre ich tot“: Falone Pégé kämpft sich vom Koma zum Titel im 3-km-Gehen bei den Europäischen Transplantationsspielen
© Franck Potvin / La Dalle Angevine

Falone Pégé war gerade einmal 20, als sie an einer akuten myeloischen Leukämie erkrankte. Nach Jahren des Kampfes ist die Sportlerin aus dem Département Loire zurück im Leben. Im August startet sie bei den World Transplant Games in Deutschland (17. bis 24. August) mit zwei klaren Zielen: Leistung zeigen und für Organspenden sensibilisieren.

Es ist eine erschütternde, eiskalte und zugleich unglaublich schöne Geschichte. Die Geschichte einer jungen Frau, die mit 26 dem Tod monatelang ins Auge sah. Die Geschichte einer Kämpferin, der die Krankheit einen Teil ihrer Jugend raubte. Niemand wünscht sich ein solches Schicksal, und doch nötigt es jedem Bewunderung ab. Am 18. März 2020 änderte sich das Leben von Falone Pégé, damals Studentin in der Stadt von König René, für immer. Zwei Monate vor ihrem 21. Geburtstag teilten ihr die Ärzte des Universitätsklinikums Angers eine niederschmetternde Nachricht mit. Die Sportlerin aus dem Département Loire erfuhr, dass sie an einer akuten myeloischen Leukämie erkrankt war. Anders gesagt: an Blutkrebs.Ich habe sofort geweint“, erinnert sie sich. „Ich hatte Bauchschmerzen und bekam schnell Blutungen. Ich war müde und bei Belastung zunehmend außer Atem“, erzählt sie. Vier Tage zuvor war sie noch auf einer Party gewesen.

Knochenmarkpunktionen, Blutabnahmen, Röntgenaufnahmen … Unter Morphium verbringt die Basketballerin ihre Tage ans Bett gefesselt. Nach den Induktions- und Konsolidierungschemotherapien erhält die Sportlerin am 20. August Stammzellen eines polnischen Mannes. Ich konnte ihm Briefe schreiben. Ich weiß nicht, wie er heißt“, sagt sie. Die Transplantation verläuft erfolgreich. Zunächst. Im September ist ihre Leidenszeit vorbei. Sie nutzt die wiedergewonnene Freiheit für einen Roadtrip, wird aber weiterhin engmaschig medizinisch betreut. „Ich musste mich strikt ernähren. 365 Tage lang durfte ich keine Meeresfrüchte essen. Mein Vater sagte, ich solle im Krankenhaus anrufen und fragen, ob ich genau ein Jahr nach meiner Entlassung Moules-frites essen dürfe“, erinnert sich die dem Tod Entronnene.

© Falone Pégé

In ihrem eigenen Tempo findet die ehemalige Schülerin aus Segré zurück zum Sport und geht regelmäßig laufen. Auf Anregung des Behandlungsteams am Universitätsklinikum entscheidet sie sich, im Mai 2022 in Narbonne an den Französischen Nationalen Transplantationsspielen teilzunehmen. Mit einem Campingbus durchquert sie den Süden Frankreichs und holt in der Altersklasse 18 bis 25 gleich zwei Goldmedaillen: im 3-km-Gehen und im Kartfahren. „Wir waren in der Stadt, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Die Stimmung war herzlich. Wir alle hatten schwierige Zeiten hinter uns. Es gab keine Tabus und keine unangenehmen Blicke“, berichtet sie.

Als sie über eine Teilnahme an den World Transplant Games nachdenkt, kehren die Sorgen zurück. Mitte März setzen die Bauchschmerzen wieder ein. Nach einer Nacht im Krankenhaus teilt ihr der Arzt mit, dass sie einen Rückfall erlitten hat. Ihr erster Satz, spontan und bezeichnend für ihre Persönlichkeit, ist bemerkenswert: „Wollen Sie mich veräppeln? In einem Monat bin ich in Australien, dem Austragungsort der World Transplant Games.“ Die Tagträume sind vorbei, ein neuer Leidensweg beginnt. „Diesmal war es schwerer zu akzeptieren.“ Ihre Muskeln versagen, und auch ihr Kopf macht nicht mehr mit. Ich saß im Rollstuhl. Mein Blutdruck lag bei 70 zu 40, und im Liegen hatte ich einen Puls von 145. Sie brachten mich auf die Intensivstation und versetzten mich in ein künstliches Koma. Ich hatte keine Wahl. Ich erinnere mich an nichts. Ohne diese fünf Tage wäre ich tot.“

© Falone Pégé

Zurück im Leben, aber ohne Muskeln und Energie, muss sie alles neu lernen. „Ich konnte nicht einmal eine Nachricht verschicken. Länger als fünf Minuten konnte ich nicht stehen.“ Diesmal ist keine Transplantation nötig, sondern eine neue Behandlung. „Eine Woche lang bekam ich Chemotherapie, dann folgten drei Wochen Pause.“ Ein beinahe normales Leben ermöglicht es ihr, ihre Liebe zum Basketball und zum Laufen wiederzuentdecken. Im Juli 2024 gewinnt sie bei den Europäischen Spielen in Lissabon erneut den Titel im 3-km-Gehen, dazu Silber im Einzelbadminton und Bronze über 100 Meter Freistil. Einige Monate später, am 13. Dezember, erhält sie ihre letzte Spritze.

Im August fliegt die olympische Fackelträgerin zu den World Transplant Games, die vom 17. bis 24. August in Dresden ausgetragen werden. Es ist ihre Revanche für 2023. Sie tritt im 3-km-Gehen, im Badminton und im 3x3-Basketball an, Disziplinen, die sie täglich trainiert, und will eine klare Botschaft vermitteln: „den Sport zugänglicher zu machen und für Organspenden zu sensibilisieren.“ Gesten, die Leben retten können. Falone Pégé weiß das besser als jeder andere.

Heute studiert Falone Pégé in Angers Orthopädietechnik und verkörpert Resilienz wie kaum eine andere. Trotz Rückschlägen, Widrigkeiten und Schicksalsschlägen an das Leben zu glauben: Daran hat sie sich festgehalten. Ganz gleich, in welcher Lage sie sich wiederfand, die 26-Jährige klammerte sich an jeden noch so kleinen Hoffnungsschimmer. Ein Schimmer, der sich in ein blendendes Licht verwandelt hat.