UTMB 2025: Albert Couraus Bergmarathon
Die Woche des Ultra-Trail du Mont-Blanc (UTMB) zieht jedes Jahr die größten Namen der internationalen Trailszene an, aber auch leidenschaftliche Läufer, die sich ihren Traum in den Bergen erfüllen wollen. Einer von ihnen ist der 23-jährige Albert Courau. Er startete bei der MCC (von Martigny-Combe nach Chamonix, 40 km und 2300 Höhenmeter), einem Bergmarathon im Herzen der Alpen. Für ihn geht es dabei um mehr als eine sportliche Leistung: Er möchte auf Suizide unter Jugendlichen aufmerksam machen und im Gedenken an seinen Freund Gaspard ein Zeichen setzen.
Laufen, um Aufmerksamkeit zu schaffen
Wir hatten Albert bereits vor einigen Wochen in einem früheren Artikel interviewt. Zur Erinnerung: Der 23-Jährige läuft für eine Sache. Er möchte auf Suizide unter Jugendlichen aufmerksam machen und das Tabu rund um dieses Thema brechen. Sein Engagement gilt dem Andenken an seinen Freund Gaspard, der vor drei Jahren gestorben ist.
Das Rennen des Sommers
Der Sommer war für Albert alles andere als erholsam, denn er steckte mitten in der Vorbereitung auf seine MCC, die am Montag, dem 25. August, zwischen Martigny-Combe und Chamonix stattfand. Auf dem Programm standen 40 Kilometer und 2350 Höhenmeter, die in weniger als zehn Stunden bewältigt werden mussten, sonst drohte die Disqualifikation. Albert beendete das Rennen nach 5 Stunden und 33 Minuten. Unter 1198 Finishern belegte er Rang 217.
Die Rennanalyse
Mit hörbarer Begeisterung und einer ganzen Reihe von Superlativen erzählte uns Albert, wie sein Rennen gelaufen war. Der Sneaker-Fan und Kenner der Gegend rund um Chamonix genoss die großartige Kulisse am Mont Blanc mehr als fünf Stunden lang in vollen Zügen. Neben der sportlichen Herausforderung sprach Albert vor allem über die Atmosphäre und die Freude, die er dabei empfunden hat.
Was ist Ihre schönste Erinnerung?
Als Kind habe ich davon geträumt, hier in Chamonix beim UTMB mit einer Startnummer auf der Brust zu stehen. Mit Mathis Dumas zu laufen, Germain Grangier auf der Strecke zu begegnen oder Baptiste Chassagne an der Verpflegungsstelle zu sehen, war unglaublich. Die ganz Großen der Trailszene waren alle hier.
Wie sind Sie Ihr Rennen angegangen?
Ich habe das Rennen, die Strecke und die außergewöhnliche Atmosphäre geliebt. Ich konnte mein Rennen gut einteilen und war zufrieden, auch wenn es bei Argentière, etwa bei Kilometer 28, etwas schwieriger wurde. Insgesamt lief es aber gut. Ich fühlte mich stark und habe jede Minute genossen.
Wie geht es jetzt weiter?
Ich werde nun Bilanz ziehen, was die Spendenaktion und die Kommunikationsmaßnahmen zugunsten der Studie zur psychischen Belastung junger Menschen betrifft. Sie wird vom Hôpital Femme Mère Enfant (HFME) in Zusammenarbeit mit der Stiftung Hospices Civils de Lyon (HCL) durchgeführt. Im Moment hat jedoch erst einmal meine Rückkehr nach Paris zum Studienbeginn Priorität.
Mit diesem in 5:33 Stunden bewältigten Bergmarathon hat Albert Courau einmal mehr gezeigt, dass Laufen weit mehr sein kann als eine körperliche Herausforderung: ein Zeichen der Solidarität, der Aufklärung und der Hoffnung. Der UTMB bot ihm den einzigartigen Rahmen, seine Botschaft sichtbar zu machen. Und es steht wohl außer Frage, dass dies nur ein weiterer Schritt in seinem Kampf gegen das Tabu rund um die psychische Gesundheit junger Menschen war.