Die Stimme der Läufer: Die große Running-Studie 2025 im Überblick

Die Stimme der Läufer: Die große Running-Studie 2025 im Überblick

CL
Von Clément Laborieux

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Campus, die bekannte Coaching-App, hat kürzlich die zweite Ausgabe ihrer großen Running-Studie veröffentlicht. Sie liefert spannende Einblicke in die Trends des Jahres 2025 und in eine Sportart, die weiter boomt. Durchschnittstempo, Laufdistanz, Trainingsumfang, Lieblingsrennen: ein Überblick über die Gewohnheiten, die das Laufen in Frankreich prägen.

So trainieren die Läufer

Läufer wissen es: Wer beim Laufen besser werden will, braucht Umfang. Also heißt es, die Schuhe zu schnüren und regelmäßig zu trainieren. Mit durchschnittlich zehn Läufen im Monat sind die Franzosen echte Running-Fans und das über das ganze Jahr hinweg. Diese Trainingskonstanz entsteht im Winter, wenn gute Vorsätze und der Wunsch nach besseren Leistungen aufeinandertreffen und der beliebte Paris-Marathon am Horizont des Frühlings auftaucht. Kein Wunder also, dass das Laufpensum in den ersten drei Monaten des Jahres regelrecht explodiert: zwölf Läufe pro Monat.

Diese Begeisterung zeigt sich auch unmittelbar in den Trainingsdistanzen. Im Schnitt legen die Franzosen bei einem Lauf 8,8 km zurück, und benötigen dafür durchschnittlich 52 Minuten. Die Dauer der Läufe mag hoch erscheinen. Sie erklärt sich jedoch zu einem großen Teil durch die Bedeutung langer Läufe im Training. Wer sonntagmorgens im Bois de Boulogne oder an den Pariser Seine-Ufern unterwegs ist, hat es sicher schon bemerkt: Der lange Lauf ist der wöchentliche Fixpunkt der Running-Community. Den lässt man nicht ausfallen.

  • Läufer absolvieren im Schnitt zehn Läufe pro Monat, also etwa zwei- bis dreimal pro Woche.

  • Das Durchschnittstempo liegt bei 6:17 min/km (6:01 min/km bei Männern, 6:51 min/km bei Frauen).

  • Eine Einheit dauert durchschnittlich 52 Minuten.

  • Die durchschnittliche Distanz pro Lauf beträgt 8,8 km.

Wenn ständig Eliteathleten ins Rampenlicht gerückt werden und die sozialen Netzwerke mit immer schnelleren Leistungen voll sind, könnte man meinen, ein „richtiger Läufer“ müsse zwangsläufig schnell sein. Die Realität sieht jedoch anders aus: Das Durchschnittstempo liegt bei etwa 6:17 min/km (6:01 min/km bei Männern und 6:51 min/km bei Frauen). Die Mehrheit läuft also in ihrem eigenen Rhythmus und nicht gegen die Uhr. Schluss mit den Komplexen: Jedes Tempo ist legitim. Beim Laufen geht es vor allem um Freude und nicht um Vergleiche.

Campus, die bekannte Coaching-App, hat kürzlich die zweite Ausgabe ihrer großen Running-Studie veröffentlicht. Sie liefert spannende Einblicke in die Trends des Jahres 2025 und in eine Sportart, die weiter boomt. Durchschnittstempo, Laufdistanz, Trainingsumfang, Lieblingsrennen: ein Überblick über die Gewohnheiten, die das Laufen in Frankreich prägen.© Campus

Laufen als Herausforderung: Der Halbmarathon ist die Lieblingsdistanz

Wenn Läufer hart trainieren, dann haben sie Ziele. Die Zahl der Wettkampfstarts ist 2024 regelrecht explodiert: Mehr als die Hälfte der Läufer (56 %) trug mehr Startnummern als im Vorjahr. Und 2025? Der Trend setzt sich fort. Der Wunsch, sich selbst herauszufordern, ist stärker denn je. Ein Ziel zu setzen und die eigenen Grenzen zu verschieben, bleibt unabhängig vom Geschlecht die wichtigste Motivationsquelle.

In dieser Entwicklung sticht ein Rennen besonders hervor. 66 % der Läufer wollen 2025 einen Halbmarathon laufen. Der Erfolg dieser Distanz lässt sich leicht erklären: Sie vereint alle wichtigen Eigenschaften. Der Halbmarathon ist eine erreichbare, aber anspruchsvolle Herausforderung, die Einsatz verlangt, ohne zwangsläufig große Einschränkungen im Alltag mit sich zu bringen. Der Marathon wiederum begeistert weiterhin fast jeden zweiten Läufer. Eine beeindruckende Zahl, wenn man bedenkt, wie viel körperliches und mentales Engagement diese Distanz erfordert. Auch der Trail läuft keineswegs hinterher und profitiert von wachsender Beliebtheit und immer vielfältigeren Formaten.

Die durchschnittlichen Zeiten über die verschiedenen Distanzen

  • 5 km: 24:44 bei Männern, 31:37 bei Frauen

  • 10 km: 50:41 bei Männern, 1:01:46 bei Frauen

  • Halbmarathon: 1:49:55 bei Männern, 2:10:38 bei Frauen

  • Marathon: 3:51:17 bei Männern, 4:29:04 bei Frauen

Auch die durchschnittlichen Wettkampfzeiten zeigen deutlich, dass Laufen ein Sport für alle ist. Männer laufen 5 km im Schnitt in 24:44, Frauen in 31:37. Beim Marathon liegen die Zeiten bei rund 3:51 Stunden für Männer und 4:29 Stunden für Frauen. Diese Zahlen dürften so manchen Läufer relativieren. Denn hier zählt nicht in erster Linie die Uhr, sondern der Weg, die eigenen Grenzen zu verschieben und die persönliche Ziellinie zu erreichen.

Campus, die bekannte Coaching-App, hat kürzlich die zweite Ausgabe ihrer großen Running-Studie veröffentlicht. Sie liefert spannende Einblicke in die Trends des Jahres 2025 und in eine Sportart, die weiter boomt. Durchschnittstempo, Laufdistanz, Trainingsumfang, Lieblingsrennen: ein Überblick über die Gewohnheiten, die das Laufen in Frankreich prägen.© Campus

Laufen wird immer digitaler

Niemand läuft mehr allein. Oder besser gesagt: Man läuft allein, aber online. Soziale Netzwerke spielen heute eine zentrale Rolle in unserem Alltag, und das Running bildet da keine Ausnahme. Die Art und Weise, wie Läufer ihre Leidenschaft erleben, erzählen und teilen, hat sich stark verändert. YouTube, Instagram, Blogs, Podcasts, TikTok: Die Plattformen sind zahlreich, und ihre Nutzung unterscheidet sich je nach Generation. Bei den 24- bis 34-Jährigen boomt TikTok geradezu: 56 % nutzen die Plattform, um sich über Running zu informieren, gegenüber gerade einmal 5 % im Vorjahr.

Mehr als jeder zweite Läufer folgt mindestens einem Influencer, Eliteathleten, Fachmedium oder Rennen. Die Vielfalt der Quellen spiegelt die jeweiligen Bedürfnisse wider: Tipps finden, sich inspirieren lassen, Motivation tanken oder einfach unterhalten werden. Für manche ist das Internet sogar der Einstieg in den Sport oder eine Möglichkeit, die Begeisterung lebendig zu halten. Für andere bleibt das Laufen ein persönlicher Rückzugsort, fern von Blicken und „Likes“. Und dann gibt es noch diejenigen, die Strava den Rücken kehren, weil sie es leid sind, dass jeder Lauf unter den Augen der Öffentlichkeit zur Leistungsschau wird.

Eines steht jedoch fest: Inhalte beeinflussen. Ein Drittel der Läufer sagt, dass die online konsumierten Inhalte ihre Wahrnehmung von Marken verändern. Ohne in typische Marketingklischees abzurutschen, wird Running damit auch zur Bühne für persönliche Geschichten, auf der jeder sein eigenes Abenteuer erzählen und veröffentlichen kann. Die Marken haben diese Chance erkannt und arbeiten zunehmend mit Running-Influencern aus dem Breitensport zusammen, um inspirierende Geschichten zu erzählen.

Campus, die bekannte Coaching-App, hat kürzlich die zweite Ausgabe ihrer großen Running-Studie veröffentlicht. Sie liefert spannende Einblicke in die Trends des Jahres 2025 und in eine Sportart, die weiter boomt. Durchschnittstempo, Laufdistanz, Trainingsumfang, Lieblingsrennen: ein Überblick über die Gewohnheiten, die das Laufen in Frankreich prägen.© Campus

Als Frau laufen: noch immer alles andere als einfach

Hinter diesen Zahlen und inspirierenden Geschichten stehen jedoch auch Realitäten, die sich nicht ignorieren lassen. Obwohl immer mehr Frauen laufen, geben auch heute noch drei von vier Läuferinnen an, wegen ihres Unsicherheitsgefühls nicht frei laufen zu können. Eine Zahl, die aufhorchen lässt und daran erinnert, dass Laufen nicht für alle dieselbe Bedeutung hat. Trainingszeiten und Strecken auswählen oder einen Lauf ausfallen lassen, weil man sich nicht sicher fühlt: Für viele Läuferinnen gehört das zum Alltag. 82 % der Männer laufen dagegen, ohne sich allzu viele Gedanken machen zu müssen. Um Frauen mehr Sicherheit zu geben, hat Strava eine 3D-Karte mit den meistgenutzten Strecken sowie eine Karte der nächtlichen Aktivitäten entwickelt. Damit können Läuferinnen belebte und vermeintlich sicherere Routen auswählen. Besonders wichtig ist das, wenn man bedenkt, dass alltäglicher Sexismus auch auf den Laufstrecken präsent ist. Dreimal mehr Frauen als Männer geben an, beim Laufen schon einmal durch Bemerkungen oder unangemessenes Verhalten gestört worden zu sein. Unangenehme, manchmal angsteinflößende Situationen, die zeigen, dass der öffentliche Raum nicht immer neutral ist. Natürlich lösen diese Tools das grundlegende Problem nicht. Bis dahin ist es jedoch oft ein guter Weg, dort zu laufen, wo viele Menschen unterwegs sind, um sich etwas sicherer zu fühlen.

Ein weiteres Thema, das noch immer viel zu wenig sichtbar ist: der Einfluss des Menstruationszyklus. 27 % der Frauen sagen, dass er ihre sportliche Praxis stark beeinflusst, und 44 % halten eine bessere Anpassung ihres Trainings für sinnvoll. Inhalte zu diesem Thema gibt es jedoch weiterhin selten. 58 % der Läuferinnen konsumieren keinerlei Inhalte zu frauenspezifischen sportlichen Themen. Fehlt das Interesse der Medien? Oder fehlen starke Multiplikatoren? Schwer zu sagen. Sicher ist aber: Auch hier muss eine Stimme gehört werden.

Campus, die bekannte Coaching-App, hat kürzlich die zweite Ausgabe ihrer großen Running-Studie veröffentlicht. Sie liefert spannende Einblicke in die Trends des Jahres 2025 und in eine Sportart, die weiter boomt. Durchschnittstempo, Laufdistanz, Trainingsumfang, Lieblingsrennen: ein Überblick über die Gewohnheiten, die das Laufen in Frankreich prägen.© Campus

Die Methodik der Campus-Studie

Die Studie von Campus basiert auf einer soliden Stichprobe: mehr als 13.000 Befragte, darunter 60 % Männer und 40 % Frauen. Das ist eine beachtliche Zahl und wertvoll, um die aktuellen Trends besser zu verstehen. Gleichzeitig muss man berücksichtigen, dass die Stichprobe ausschließlich aus Nutzern der Campus-App besteht. Also aus Läufern, die ihren Sport sehr engagiert betreiben, nach einem Trainingsplan trainieren und sich vielfach auf Wettkämpfe vorbereiten.

84 % von ihnen gaben an, ein fortgeschrittenes oder höheres Leistungsniveau zu haben, und 79 % laufen mindestens dreimal pro Woche. Das ist also nicht ganz das typische Bild eines Anfängers oder „Sonntagsläufers“. Das stellt keinen Fehler in der Studie dar, ist aber ein wichtiger Kontext, um die Zahlen richtig einzuordnen.


Die große Campus-Studie bestätigt, dass sich das Laufen kontinuierlich weiterentwickelt. Getragen von einer leidenschaftlichen und immer aktiveren Community wächst der Sport, und die Zahl der Rennen nimmt weiter zu. Die Begeisterung der Franzosen für das Running hält an, lange Distanzen liegen im Trend. Hinter den gelaufenen Kilometern und jenseits der Zeiten stehen vielfältige Motive, starke Geschichten, persönliche Hürden und ein gemeinsames Bedürfnis: auf eigene Art zu laufen, mit dem Gefühl von Freiheit und der Genugtuung, über sich hinauszuwachsen.

✓  Alle Informationen zur Studie gibt es auf der Website von Campus Coach.

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