15 km internationaux du Puy-en-Velay: Unser Bericht von einer atemberaubenden 43. Auflage
Am Sonntag, dem 3. Mai, stand im französischen Département Haute-Loire der legendäre 15-km-Lauf von Puy-en-Velay auf dem Programm. Die Ausgabe 2026 wartete mit einem Teilnehmerrekord und zahlreichen starken Leistungen auf, allen voran durch Lokalmatador Louis Michel und die internationale Spitzenläuferin Mélanie Allier, die als beste Franzosen ins Ziel kamen.
In Puy-en-Velay, der ungewöhnlichen Kleinstadt zwischen den Bergen der Haute-Loire, haben die 15 km internationaux seit jeher einen besonderen Stellenwert. Für die Einheimischen ist das Rennen so etwas wie eine Weltmeisterschaft. Das mit Spannung erwartete Event feiert nicht nur die sportliche Leistung, sondern auch die Schönheit der Stadt. Zwischen vulkanischen Landschaften und historischem Kulturerbe pflegt der Lauf seine ganz eigene Identität. Er ist mehr als ein Rennen: Er ist eine tief verwurzelte Tradition.
Am vergangenen 3. Mai fiel um 15:30 Uhr der Startschuss zur 43. Auflage, unter den wachsamen Augen der imposanten Statue Notre-Dame de France auf ihrem vulkanischen Felskegel. Trotz unberechenbarer Böen liefen die rund 2.200 Teilnehmer auf der anspruchsvollen und abwechslungsreichen Strecke über sich hinaus, getragen von der ungebrochenen Begeisterung des Publikums. Wieder einmal wurde das Rennen seinem Ruf gerecht.
Kenia behauptet die Krone
Wie in jedem Jahr bot das Duell zwischen Uganda und Kenia ein packendes Rennen mit dramatischem Verlauf. Die Spitzengruppe ging zunächst verhalten an und blieb dicht beisammen. Zu den Favoriten zählten auch mehrere Läufer aus der Auvergne, darunter Louis Michel, Thibaut Imbert und Emmanuel Meyssat sowie Damien Monier, ehemaliger Radprofi und Etappensieger beim Giro 2010.
Das ständige Auf und Ab sprengte die Gruppe. Um den Sieg entwickelte sich ein Zweikampf zwischen dem Kenianer Charles Rotich und dem Ugander Feb Chelegoï. Obwohl Feb Chelegoï bis zum letzten Kilometer der zweiten Runde vorne lag, musste er sich geschlagen geben. Charles Rotich mobilisierte seine letzten Reserven und gewann in 44:01, eine Sekunde vor Chelegoï (44:02). Das Männerpodest komplettierte der Kenianer Brian Kipchumba in 44:52.
Bei den Frauen machte die Kenianerin Brenda Keneï von Beginn an jede Spannung zunichte. Sie schlug ein Tempo an, dem ihre Konkurrentinnen nicht folgen konnten. Die souveräne Siegerin gewann in 49:17 vor ihren Landsfrauen Rebecca Chepkwemoi in 50:42 und Naomi Chepkorir in 51:48. Ein klarer kenianischer Dreifachsieg.
Louis Michel dominiert sein Heimrennen
Wenn ein Franzose und vor allem ein Lokalmatador ein Ausrufezeichen setzte, dann war es der Ponot Louis Michel. Nach seinem Ausstieg im Jahr 2024 hatte der Mittelstreckler noch eine Rechnung offen. Mit seinen jüngsten Referenzen, 28:52 beim Prom’Classic in Nizza im Januar und 1:03:27 beim Halbmarathon in Paris im März, ging er ambitioniert, aber auch mit klarem Blick in den Wettkampf.
Diesmal verwandelte der Nachwuchsläufer seine Enttäuschung in ein starkes Ergebnis: Rang sieben und eine beeindruckende Zeit von 45:43. Der Läufer aus der Velay-Region, der für Clermont Auvergne Athlétisme startet, stellte damit die bisherige Bestzeit eines Lokalmatadors ein. Diese hatte der Ponot von Velay Athlétisme, Thibaut Imbert, in diesem Jahr mit 47:22 aufgestellt.
Selten hatte ich bei einem Rennen so viel Spaß. Es war mein Heimrennen, deshalb gab es unglaublich viele Anfeuerungsrufe. Diese Energie hat mich wirklich getragen. Der erste Teil des Rennens war ziemlich schnell, aber auf einer solchen Strecke ist es schwer, ein konstantes Tempo zu halten. Die Spitzenläufer attackierten sich gegenseitig, also blieb ich lieber dahinter und wartete ab. Am Anstieg ließ ich abreißen. Weil ich die Zeiten der Läufer vor mir kannte, wollte ich ihnen nicht folgen. Wir waren dann zu dritt, ich fühlte mich gut und übernahm bis Kilometer zwölf die meisten Führungsarbeit. Danach war ich allein und lief die letzten beiden Kilometer in einem guten Tempo zu Ende. Aus den Fehlern der vergangenen Auflagen habe ich gelernt. Diesmal war es einfach nur großartig.
Hinter ihm bestätigten Jean-Baptiste Michaux (46:40) und Emmanuel Meyssat (46:46) die starke Dichte im französischen Feld. Meyssat, der 22-mal für die französische Nationalmannschaft nominiert wurde, war erst zwei Tage zuvor bei den französischen Meisterschaften im Vertical Running in Gap Zweiter geworden.
Mélanie Allier mit starker Vorstellung
Hinter dem kenianischen Trio beeindruckte auch die Läuferin aus der Drôme, Mélanie Allier, als beste Französin. Die mehrfache französische Meisterin belegte in 52:38 den vierten Platz und zeigte bei ihrer Premiere auf dieser Strecke eine starke Leistung. Der Titel der besten Lokalmatadorin ging erneut an Laurie Maleysson (55:35), die damit weniger als eine Minute über ihrer Bestzeit blieb.
„Ich bin mit dem Ziel an den Start gegangen, Spaß zu haben und den Übergang zur Bahn zu gestalten, weil ich in letzter Zeit sehr auf die Uhr gelaufen bin. Es war meine erste Teilnahme und die Gelegenheit, bei einem klassischen Rennen zu starten, von dem ich viel gehört hatte. Bei solchen Rennen sucht man die Stimmung und die Atmosphäre. Ich wurde nicht enttäuscht, denn entlang der gesamten Strecke standen Zuschauer. Ich bedaure, die Anstiege nicht besser trainiert zu haben. Die beiden Steigungen waren sehr schwierig, und sie richtig einzuschätzen, war vielleicht die größte Herausforderung. Am Anfang war ich etwas allein, dann fand ich Anschluss an eine kleine Gruppe. Auf halber Strecke holten wir eine Konkurrentin ein. Ich setzte alles daran, nicht abreißen zu lassen und in den letzten drei Kilometern auf den vierten Platz vorzurücken.“
Ein umkämpfter 5-km-Lauf und 2 km für die Kinder
Die 15 km bleiben zwar die Königsdisziplin, doch die Dynamik des 5-km-Laufs, der vor sechs Auflagen ins Programm aufgenommen wurde, zeigt den wachsenden Zuspruch. In diesem Jahr gingen 244 Läufer an den Start. Als Erster überquerte der Ponot Fabien Rousson (Velay Athlétisme) in 15:02 die Ziellinie, vor seinem Vereinskollegen Aurélien Rivet (15:13) und Saber Fadil (15:42, OM Athlé). Das Duell der beiden Erstplatzierten begeisterte die Zuschauer, die den Kampf durch die Straßen von Puy-en-Velay verfolgten.
Bei den Frauen setzte sich Claire Serrecchia (AC Ondaine Firminy) in 19:15 gegen Nadège Locoge (19:22, Club Athletic Brioude) und die Lokalmatadorin Lison Malartre (19:29) durch.
Bereits früher am Tag hatten die Kinderläufe das Event eröffnet, darunter ein 2-km-Lauf. Ein Zeichen dafür, dass sich die Veranstaltung auch der Weitergabe der Laufbegeisterung verschrieben hat.
Den 15-km-Lauf von Puy-en-Velay noch einmal live erleben
Über die Jahre haben die 15 km internationaux du Puy-en-Velay bewahrt, was sie so besonders macht: eine ebenso anspruchsvolle wie spektakuläre Strecke, eine ungewöhnliche Distanz, eine einzigartige Atmosphäre und eine starke lokale Verankerung. Die Stadt vibrierte erneut im Rhythmus der Schritte ihrer 2.200 Teilnehmer. 43 Jahre nach der Premiere verbindet dieses Pflichtprogramm weiterhin Tradition, internationale Elite und die Begeisterung des Publikums in einer einzigartigen Kulisse.