Französische 100-km-Meisterschaften: Jason Pointeau und Camille Chaigneau dominieren

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Von Emma Bert

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

Französische 100-km-Meisterschaften: Jason Pointeau und Camille Chaigneau dominieren
© MARATHONS.COM

In Steenwerck in Hauts-de-France wurden am Donnerstag, dem 14. Mai, die französischen Meisterschaften über 100 km ausgetragen. Jason Pointeau und Camille Chaigneau sicherten sich den Titel bei diesem besonders anspruchsvollen Rennen.

Lange Geraden und der Wind aus dem Norden: ein höllischer Kampf gegen sich selbst und die Uhr. Die französischen Meisterschaften über 100 km stehen nicht gerade im Rampenlicht. Dabei ist dieses Format ebenso faszinierend wie gewaltig.

In Steenwerck unweit von Lille laufen die Teilnehmenden nicht durch eine spektakuläre Landschaft und werden entlang der Strecke nicht von dicht gedrängten Zuschauermengen getragen. Hier ist die Anstrengung unverfälscht und still und verdient höchsten Respekt. Auf diesen flämischen Straßen findet jedes Jahr eines der ungewöhnlichsten und härtesten Rennen im französischen Laufkalender statt: der 100 km de Steenwerck. Zum dritten Mal Austragungsort der französischen Meisterschaften, ist der seit 50 Jahren organisierte Wettkampf längst zu einer echten Tradition geworden.

Jason Pointeau: Debüt über 100 km und gleich der Titel

Schon seit einiger Zeit hatte er diese Distanz im Blick. Jason Pointeau, ein vielseitiger Athlet mit starken Bestzeiten (28:55 über 10 km, 1:03:21 im Halbmarathon und 2:09:50 im Marathon), stellte sich erstmals dieser Distanz und überzeugte auf ganzer Linie. Bei seinem 100-km-Debüt legte der ehemalige Rugbyspieler, der in seiner Jugend als Sprinter aktiv war (11,30 Sekunden über 100 m und 21,98 Sekunden über 200 m in den Nachwuchsklassen), eine starke Vorstellung hin und holte sich in 6:23:41 Stunden den Titel. Mit einem Schnitt von 3:50 min/km war das eine Zeit der Extraklasse. Zugleich löschte Pointeau damit den bisherigen Streckenrekord des erfahrenen Benjamin Polin aus, der bei 6:29:16 Stunden lag.

Auf den letzten 15 Kilometern arbeitete er sich nach vorn und fand die nötigen Reserven, um den Sieg vor Justin Dourlens (6:24:41) und Steven Galibert (6:29:38) zu holen. Auch sein erster Verfolger lief erstmals über diese Distanz und schnupperte am Sieg. Dass die drei Erstplatzierten unter 6:30 Stunden blieben, unterstreicht das hohe Niveau dieser Ausgabe.

Camille Chaigneau mit erfolgreicher Rückkehr über 100 km

Auch das Frauenrennen bot ein ausgesprochen starkes und dichtes Feld. Den Sieg holte sich die Spezialistin Camille Chaigneau in 7:19:50 Stunden. Die Inhaberin einer Bestzeit von 7:06:32 und Vizeweltmeisterin von 2022 feierte damit fünf Jahre nach ihrem ersten Titel 2021 eine weitere nationale Meisterschaft. Wie Jason Pointeau zeichnet sich auch Camille Chaigneau durch ihre Vielseitigkeit aus: von 5000 m (16:28 Minuten) über 10.000 m (33:57), Halbmarathon (1:14:30) und Marathon (2:37:33) bis hin zu 100 km.

Hinter der Siegerin kamen die Zwillingsschwestern Malory und Sélina Leroy zeitgleich nach 7:28:05 Stunden ins Ziel. Bemerkenswert: Die drei schnellsten Frauen belegten im Gesamtklassement die Plätze 15, 16 und 17 und ließen damit jeweils den Großteil der rund 100 männlichen Teilnehmer hinter sich.

Bei der 50. Ausgabe des 100 km de Steenwerck, die zugleich als Austragungsort der französischen Meisterschaften 2026 diente, stimmte die Leistung. Einige der Medaillengewinner könnten für die französische Nationalmannschaft bei den 100-km-Weltmeisterschaften nominiert werden. Diese finden am 20. September in Ames, Spanien, statt.

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