Kopenhagen-Marathon 2026: Rekorde, eine Stadt im Ausnahmezustand und ein Vorgeschmack auf die Weltmeisterschaften
Veröffentlicht am Do., 10. September 2026
Aktualisiert am Do., 10. September 2026
An diesem Sonntagmorgen lag etwas Besonderes in der Luft von Kopenhagen. Eine positive Spannung. Schon in den frühen Stunden rund um Kongens Nytorv und in den Straßen der Innenstadt war die Vorfreude beinahe greifbar. Der große Tag des Kopenhagen-Marathons war gekommen. Bei den Eliteläufern sorgte Mercy Chebwogen bei ihrem Debüt mit einem neuen Streckenrekord von 2:22:08 für einen Paukenschlag, während Tadesse Kassa das Rennen der Männer in 2:08:26 gewann. Mit 22.424 Startern stellte Dänemarks größter Marathon einen historischen Teilnehmerrekord auf und bestätigte einmal mehr: Kopenhagen ist zu einer der europäischen Hauptstädte des Laufsports geworden.
An diesem Sonntagmorgen waren die Bedingungen ideal für schnelle Zeiten. 12 Grad, bedeckter Himmel. Und vor allem eine überschäumende Energie, wie man sie sonst nirgends findet. Auf der legendären Queen-Louise-Brücke herrschte elektrisierende Stimmung. Das bekannte NBRO Running Crew hatte den Streckenabschnitt in ein echtes Fußballstadion verwandelt: Bengalos, Musik und Tausende Zuschauer an den Absperrungen trieben die Läufer an. Die Bilder sprechen für sich. Die Strecke führte durch die ikonischsten Viertel der Stadt, von den Kanälen Christianshavns bis zu den langen Straßen Vesterbros, in einer Atmosphäre, die den größten internationalen Marathons würdig war. Und um dieses riesige Lauffest zu eröffnen, war ein prominenter Gast vor Ort: Jakob Ingebrigtsen gab den Startschuss. Das ist große Klasse. Kein Wunder, dass dieses Rennen inzwischen zu den Marathon Classics gehört, dem neuen europäischen Marathon-Circuit neben London, Rom und weiteren Städten.
Mercy Chebwogen gelingt bei ihrem Debüt eine taktische Meisterleistung
Vor dem Start richteten sich alle Blicke auf die großen Favoritinnen aus Kenia und Äthiopien. Das hohe Tempo auf den ersten Kilometern ließ ein extrem schnelles Rennen erwarten: Die Spitzengruppe passierte die 10-Kilometer-Marke in 32:23 Minuten und den Halbmarathon in 1:09:21. Die Ambitionen waren klar. Während mehrere Favoritinnen versuchten, den Tempomacherinnen auf Kurs Richtung 2:19 Stunden zu folgen, hielt sich eine Athletin leicht zurück und blieb beinahe unauffällig: die Kenianerin Mercy Chebwogen.
Beim Halbmarathon lag Chebwogen noch fast eine Minute hinter der Spitze, doch dann lief sie eine meisterhafte zweite Rennhälfte. Bei Kilometer 28 zerfiel die Spitzengruppe, und nach und nach schloss sie zu den Führenden auf. Von diesem Moment an hatte niemand mehr die Beine, um ihr Tempo mitzugehen. Die Schlussphase war hart. Das Gesicht der Debütantin verriet die Anstrengung, schließlich bestritt sie erst ihren ersten Marathon, nachdem sie im vergangenen Jahr auf die Straße gewechselt war. Doch auf den langen Geraden der dänischen Strecke blieb ihr Schritt flüssig.
Ein bemerkenswerter Rennverlauf: vorsichtiger Beginn, dann ein heroischer Kampf, um das Tempo bis ins Ziel zu halten. Bei ihrem allerersten Marathon und an ihrem 30. Geburtstag siegte die Kenianerin in 2:22:08 und pulverisierte dabei den Streckenrekord der Frauen. Ein Paukenschlag auf der Marathon-Distanz.
Frauenwertung
1. Mercy Chebwogen (Kenia) 2:22:08 (Streckenrekord)
2. Tigist Gashaw (Burundi) 2:23:07
3. Fantu Shugi (Äthiopien) 2:24:38
4. Aberash Shilima (Äthiopien) 2:25:58
5. Kebene Chala Urisa (Äthiopien) 2:26:03
6. Buzunesh Getachew Gudeta (Äthiopien) 2:26:29
7. Lili Anna Vindics-Toth (Ungarn) 2:27:28
8. Sharon Kiptugen (Kenia) 2:27:36
9. Micaela Rivera Wood (Peru) 2:29:13
10. Rodah Jepkorir (Kenia) 2:30:25
Tadesse Kassa hält bis zum Schluss stand und siegt im Sprint
Das Rennen der Männer ließ lange auf einen neuen Streckenrekord hoffen. Angeführt vom Tempomacher Reuben Rono auf Kurs Richtung 2:07 Stunden blieb die Spitzengruppe bis Kilometer 30 zusammen. In den engen, schnellen Straßen der Innenstadt lagen sieben Männer noch innerhalb weniger Sekunden. Ein dichtes Feld, das auf große Spannung hoffen ließ.
Dann begann die natürliche Auslese des Marathons ihre Arbeit zu verrichten. Die Gesichter wurden härter. Die Schritte verloren an Effizienz. Doch ganz vorne weigerte sich ein 22-jähriger Äthiopier aufzugeben: Tadesse Kassa.
Auf den letzten Kilometern lieferte sich Kassa mit dem Kenianer Vincent Mutai, dem Sieger des Vorjahres, ein packendes Duell, das den dänischen Zuschauern ein atemberaubendes Finale bescherte. Getragen von der Energie der Menge auf dem Weg ins Ziel fand Kassa die nötigen Reserven, um sich einige Sekunden Vorsprung zu bewahren und in 2:08:26 zu gewinnen. Zum Streckenrekord fehlten ihm nur fünf Sekunden. Hinter ihm verbesserte auch Mutai seine persönliche Bestzeit auf 2:08:30.
„Ich habe alles gegeben, was ich hatte. Es war nichts mehr übrig. Ich bin unglaublich glücklich, heute hier gewonnen zu haben, damit hatte ich nicht gerechnet. Das ist ohne Zweifel der größte Sieg meiner Karriere.“
Männerwertung
1. Tadesse Kassa (Äthiopien) 2:08:26
2. Vincent Mutai (Kenia) 2:08:30
3. Dejene Weyfen (Äthiopien) 2:09:14
4. Merhawi Kesete (Eritrea) 2:09:16
5. Henok Tesfay (Eritrea) 2:10:10
6. Tesfaye Demeke (Äthiopien) 2:11:09
7. Dennis Kipkosgei (Kenia) 2:12:03
8. Abdenasser Oukhelfen Ben Haddou (Spanien) 2:12:13
9. Omar Hassan (Äthiopien) 2:12:17
10. Robi Syianturi (Indonesien) 2:12:20
Auch die dänischen Marathon-Meisterschaften fanden statt
Für die einheimischen Läufer hatte Kopenhagen noch eine besondere Bedeutung, denn das Rennen zählte zugleich als dänische Meisterschaft. In einer Stadt, die ganz im Zeichen des Laufsports stand, konnten die dänischen Athleten die enorme Unterstützung entlang der gesamten Strecke genießen. Bei den Männern holte Valdemar Meiling den nationalen Titel in 2:18:32, während Luna Andrea Paltorp bei den Frauen in 2:36:56 triumphierte. Damit bescherte sie dem Verein Sparta einen symbolischen Doppelsieg vor heimischem Publikum.
Während sich die Frühjahrssaison der Marathons dem Ende nähert, bot der Kopenhagen-Marathon allen Marathonfans ein echtes Spektakel. Die architektonische Schönheit der Stadt, die Begeisterung der Dänen für den Laufsport und die herausragenden Leistungen machten diese Ausgabe 2026 großartig. Mit 2:22:08 bei ihrem ersten Marathon hat Mercy Chebwogen zweifellos die Türen zu den größten internationalen Marathons aufgestoßen. Wir sind schon gespannt, wie ihre Reise auf der Straße weitergeht. Das Rennen war zugleich eine Generalprobe für die Halbmarathon-Weltmeisterschaften, die im kommenden September in der dänischen Hauptstadt stattfinden. Und nach der Stimmung an diesem Sonntag steht fest: Kopenhagen ist bereit.
✓ Alle Ergebnisse des Kopenhagen-Marathons 2026
An diesem Sonntagmorgen lag etwas Besonderes in der Luft von Kopenhagen. Eine positive Spannung. Schon in den frühen Stunden rund um Kongens Nytorv und in den Straßen der Innenstadt war die Vorfreude beinahe greifbar. Der große Tag des Kopenhagen-Marathons war gekommen. Bei den Eliteläufern sorgte Mercy Chebwogen bei ihrem Debüt mit einem neuen Streckenrekord von 2:22:08 für einen Paukenschlag, während Tadesse Kassa das Rennen der Männer in 2:08:26 gewann. Mit 22.424 Startern stellte Dänemarks größter Marathon einen historischen Teilnehmerrekord auf und bestätigte einmal mehr: Kopenhagen ist zu einer der europäischen Hauptstädte des Laufsports geworden.
An diesem Sonntagmorgen waren die Bedingungen ideal für schnelle Zeiten. 12 Grad, bedeckter Himmel. Und vor allem eine überschäumende Energie, wie man sie sonst nirgends findet. Auf der legendären Queen-Louise-Brücke herrschte elektrisierende Stimmung. Das bekannte NBRO Running Crew hatte den Streckenabschnitt in ein echtes Fußballstadion verwandelt: Bengalos, Musik und Tausende Zuschauer an den Absperrungen trieben die Läufer an. Die Bilder sprechen für sich. Die Strecke führte durch die ikonischsten Viertel der Stadt, von den Kanälen Christianshavns bis zu den langen Straßen Vesterbros, in einer Atmosphäre, die den größten internationalen Marathons würdig war. Und um dieses riesige Lauffest zu eröffnen, war ein prominenter Gast vor Ort: Jakob Ingebrigtsen gab den Startschuss. Das ist große Klasse. Kein Wunder, dass dieses Rennen inzwischen zu den Marathon Classics gehört, dem neuen europäischen Marathon-Circuit neben London, Rom und weiteren Städten.
Mercy Chebwogen gelingt bei ihrem Debüt eine taktische Meisterleistung
Vor dem Start richteten sich alle Blicke auf die großen Favoritinnen aus Kenia und Äthiopien. Das hohe Tempo auf den ersten Kilometern ließ ein extrem schnelles Rennen erwarten: Die Spitzengruppe passierte die 10-Kilometer-Marke in 32:23 Minuten und den Halbmarathon in 1:09:21. Die Ambitionen waren klar. Während mehrere Favoritinnen versuchten, den Tempomacherinnen auf Kurs Richtung 2:19 Stunden zu folgen, hielt sich eine Athletin leicht zurück und blieb beinahe unauffällig: die Kenianerin Mercy Chebwogen.
Beim Halbmarathon lag Chebwogen noch fast eine Minute hinter der Spitze, doch dann lief sie eine meisterhafte zweite Rennhälfte. Bei Kilometer 28 zerfiel die Spitzengruppe, und nach und nach schloss sie zu den Führenden auf. Von diesem Moment an hatte niemand mehr die Beine, um ihr Tempo mitzugehen. Die Schlussphase war hart. Das Gesicht der Debütantin verriet die Anstrengung, schließlich bestritt sie erst ihren ersten Marathon, nachdem sie im vergangenen Jahr auf die Straße gewechselt war. Doch auf den langen Geraden der dänischen Strecke blieb ihr Schritt flüssig.
Ein bemerkenswerter Rennverlauf: vorsichtiger Beginn, dann ein heroischer Kampf, um das Tempo bis ins Ziel zu halten. Bei ihrem allerersten Marathon und an ihrem 30. Geburtstag siegte die Kenianerin in 2:22:08 und pulverisierte dabei den Streckenrekord der Frauen. Ein Paukenschlag auf der Marathon-Distanz.
Frauenwertung
1. Mercy Chebwogen (Kenia) 2:22:08 (Streckenrekord)
2. Tigist Gashaw (Burundi) 2:23:07
3. Fantu Shugi (Äthiopien) 2:24:38
4. Aberash Shilima (Äthiopien) 2:25:58
5. Kebene Chala Urisa (Äthiopien) 2:26:03
6. Buzunesh Getachew Gudeta (Äthiopien) 2:26:29
7. Lili Anna Vindics-Toth (Ungarn) 2:27:28
8. Sharon Kiptugen (Kenia) 2:27:36
9. Micaela Rivera Wood (Peru) 2:29:13
10. Rodah Jepkorir (Kenia) 2:30:25
Tadesse Kassa hält bis zum Schluss stand und siegt im Sprint
Das Rennen der Männer ließ lange auf einen neuen Streckenrekord hoffen. Angeführt vom Tempomacher Reuben Rono auf Kurs Richtung 2:07 Stunden blieb die Spitzengruppe bis Kilometer 30 zusammen. In den engen, schnellen Straßen der Innenstadt lagen sieben Männer noch innerhalb weniger Sekunden. Ein dichtes Feld, das auf große Spannung hoffen ließ.
Dann begann die natürliche Auslese des Marathons ihre Arbeit zu verrichten. Die Gesichter wurden härter. Die Schritte verloren an Effizienz. Doch ganz vorne weigerte sich ein 22-jähriger Äthiopier aufzugeben: Tadesse Kassa.
Auf den letzten Kilometern lieferte sich Kassa mit dem Kenianer Vincent Mutai, dem Sieger des Vorjahres, ein packendes Duell, das den dänischen Zuschauern ein atemberaubendes Finale bescherte. Getragen von der Energie der Menge auf dem Weg ins Ziel fand Kassa die nötigen Reserven, um sich einige Sekunden Vorsprung zu bewahren und in 2:08:26 zu gewinnen. Zum Streckenrekord fehlten ihm nur fünf Sekunden. Hinter ihm verbesserte auch Mutai seine persönliche Bestzeit auf 2:08:30.
„Ich habe alles gegeben, was ich hatte. Es war nichts mehr übrig. Ich bin unglaublich glücklich, heute hier gewonnen zu haben, damit hatte ich nicht gerechnet. Das ist ohne Zweifel der größte Sieg meiner Karriere.“
Männerwertung
1. Tadesse Kassa (Äthiopien) 2:08:26
2. Vincent Mutai (Kenia) 2:08:30
3. Dejene Weyfen (Äthiopien) 2:09:14
4. Merhawi Kesete (Eritrea) 2:09:16
5. Henok Tesfay (Eritrea) 2:10:10
6. Tesfaye Demeke (Äthiopien) 2:11:09
7. Dennis Kipkosgei (Kenia) 2:12:03
8. Abdenasser Oukhelfen Ben Haddou (Spanien) 2:12:13
9. Omar Hassan (Äthiopien) 2:12:17
10. Robi Syianturi (Indonesien) 2:12:20
Auch die dänischen Marathon-Meisterschaften fanden statt
Für die einheimischen Läufer hatte Kopenhagen noch eine besondere Bedeutung, denn das Rennen zählte zugleich als dänische Meisterschaft. In einer Stadt, die ganz im Zeichen des Laufsports stand, konnten die dänischen Athleten die enorme Unterstützung entlang der gesamten Strecke genießen. Bei den Männern holte Valdemar Meiling den nationalen Titel in 2:18:32, während Luna Andrea Paltorp bei den Frauen in 2:36:56 triumphierte. Damit bescherte sie dem Verein Sparta einen symbolischen Doppelsieg vor heimischem Publikum.
Während sich die Frühjahrssaison der Marathons dem Ende nähert, bot der Kopenhagen-Marathon allen Marathonfans ein echtes Spektakel. Die architektonische Schönheit der Stadt, die Begeisterung der Dänen für den Laufsport und die herausragenden Leistungen machten diese Ausgabe 2026 großartig. Mit 2:22:08 bei ihrem ersten Marathon hat Mercy Chebwogen zweifellos die Türen zu den größten internationalen Marathons aufgestoßen. Wir sind schon gespannt, wie ihre Reise auf der Straße weitergeht. Das Rennen war zugleich eine Generalprobe für die Halbmarathon-Weltmeisterschaften, die im kommenden September in der dänischen Hauptstadt stattfinden. Und nach der Stimmung an diesem Sonntag steht fest: Kopenhagen ist bereit.