Red Bull 400: Wenn der Aufstieg die Schwerkraft herausfordert

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Von Charles-Emmanuel Pean

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Red Bull 400: Wenn der Aufstieg die Schwerkraft herausfordert
© Red Bull

400 Meter. Vielleicht das kürzeste Rennen der Welt, sicher aber nicht das einfachste oder unspektakulärste! Ganz im Red-Bull-Stil kehrt der Red Bull 400 in diesem Jahr zur fünften Ausgabe nach Courchevel zurück. Was erwartet die glücklichen Teilnehmer am 13. Juli? Ein Vollgas-Sprint über 400 Meter, den Olympiasprung hoch.

Extremes Format für eine außergewöhnliche Marke

Seit den 2000er-Jahren hat Red Bull der Welt des Extremsports seinen Stempel aufgedrückt, und auch das Laufen ist davon nicht verschont geblieben. Die österreichische Marke versteht es wie kaum eine andere, körperliche Anstrengung in ein Spektakel zu verwandeln, mit Events, die im Gedächtnis bleiben. Der Red Bull 400 folgt genau dieser Logik: ein kurzes, intensives und spektakuläres Format, das im Netz weite Verbreitung findet. Am 13. Juli kehrt der Red Bull 400 zur fünften Ausgabe nach Courchevel zurück, sehr zur Freude von Läufern und Zuschauern. Dieses Rennen ist einzigartig. Es ist nicht das erste Laufevent, das Red Bull veranstaltet, denn die Marke verbindet gern verschiedene Disziplinen. So gab es in der Vergangenheit den Red Bull Éléments, ein Rennen vor der Kulisse des Lac d’Annecy, das Schwimmen, Trailrunning, Gleitschirmfliegen und Mountainbike kombinierte. Die Red Bull X‑Alps wiederum ist ein Ausdauerwettkampf, der Trekking und Gleitschirmfliegen verbindet! Ein weiteres Format mit Bezug zum Laufen ist der Wings for Life World Run. Das Rennen wird von Red Bull gesponsert und prominent unterstützt. Es wurde 2014 ins Leben gerufen, und eine Ausgabe fand in diesem Jahr in Saint-Denis (93) statt. Das Format ist ungewöhnlich: Es gibt keine klassische Ziellinie, sondern ein „Catcher Car“, das 30 Minuten nach dem Start der Läufer losfährt und sie einen nach dem anderen einholt. Eines ist sicher: Die Schweizer Marke verleiht Flügel, hat aber auch Ideen. Worum geht es bei diesem Rennen? Um die Unterstützung der Wings for Life Foundation, die Gelder für die Erforschung von Rückenmarksverletzungen sammelt.

400 Meter, 140 Höhenmeter und 36 Grad Steigung

Der Red Bull 400 ist 400 Meter lang, doch eine andere Besonderheit macht dieses Rennen so speziell: Auf der kurzen Strecke sind 140 Höhenmeter und eine Steigung von 36 Grad zu überwinden. Im letzten Abschnitt gehen selbst erfahrene Athleten auf allen vieren ins Ziel. Auf der Olympiaschanze von Courchevel, einer ebenso spektakulären Kulisse wie das Rennen selbst, verspricht die fünfte Ausgabe jede Menge Grimassen und Heldentaten. Den Streckenrekord hält weiterhin Thibaut Baronian aus dem Jahr 2021: 3:21 Minuten! Eine Zeit, die machbar wirkt. Aber um welchen Preis für die Oberschenkel, in denen der Laktatspiegel raketenartig ansteigt? Zahlreiche Spezialisten für lange Bergdisziplinen, die dieses Phänomen und solche Bedingungen bestens kennen, glänzen beim Red Bull 400. Der Europarekord gehört dem Deutschen Anton Palzer, der 2018 im österreichischen Bischofshofen 3:08 Minuten lief. Und um das oben Gesagte über die Spezialisten solcher Wettbewerbe zu veranschaulichen: Anton Palzer ist ein hochklassiger Skifahrer und Radsportler und an intensive Belastungen gewöhnt. Der Red Bull 400 ist ein einzigartiges, äußerst „virales“ Format, das stahlharte Oberschenkel und eine außergewöhnliche Schmerztoleranz verlangt.

Die anderen KVs in Frankreich

Der Red Bull 400 hat kein Monopol auf extreme Steigungen. In Frankreich gibt es zahlreiche Rennen über den „Vertical Kilometer“, etwa den legendären KV du Mont-Blanc mit 1.000 Höhenmetern auf 3,8 Kilometern und einem Ziel über einen Klettersteig auf 2.000 Metern Höhe. Oder die Verticale du Criou, die als steilster Lauf der Welt gilt: 2 Kilometer Strecke und 1.000 Höhenmeter. Im Isère findet jedes Jahr im September die Verticale du Grand Serre statt. Der Lauf ist 1,8 Kilometer lang und weist 600 Höhenmeter auf, was für eine enorme Steigung sorgt! Für das letzte Rennen machen wir einen Abstecher zu unseren Schweizer Nachbarn: Der Kilomètre Vertical de Fully bietet seinen Teilnehmern eine gewaltige Herausforderung: 1.000 Höhenmeter auf 1.900 Metern Strecke! Wow! Helmpflicht. Kein Witz. Diese Wettbewerbe, die größtenteils zum Vertical Kilometer World Circuit gehören, ziehen eine große Community von Läufern an, die bereit sind, ihre Oberschenkel bei Steigungen von mehr als 45 Prozent zum Brennen zu bringen. Im Vergleich zu einigen dieser Rennen wirkt das Red-Bull-Format fast spielerisch … Na ja, das ist natürlich relativ.