Rotterdam-Marathon 2025: Kenianischer Doppelsieg für Kamworor und Cherono

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Von Clément Laborieux

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Rotterdam-Marathon 2025: Kenianischer Doppelsieg für Kamworor und Cherono
© NN Marathon Rotterdam

Am Sonntag, dem 13. April, ging die 44. Ausgabe des NN Marathon Rotterdam über die Bühne. Die niederländische Stadt bot ein starkes Rennen, bei dem 17.000 Läuferinnen und Läufer auf dem schnellsten Marathonkurs der Niederlande an den Start gingen. Das Elitefeld war hochkarätig besetzt, unter anderem mit Geoffrey Kamworor und Jackline Cherono. Die beiden kenianischen Athleten sicherten sich den Sieg auf beeindruckende Weise in 2:04:33 beziehungsweise 2:21:14.

Geoffrey Kamworor, die Auferstehung eines Champions

Darauf hatte er seit 2019 gewartet. Am Sonntag feierte Geoffrey Kamworor ein meisterhaftes Comeback, souverän und mit all seiner Erfahrung. Mit 32 Jahren bewies der mehrfache Weltmeister im Halbmarathon und Crosslauf, dass er wieder zu seiner Bestform gefunden hat.

Vom Start weg wurde ein hohes Tempo angeschlagen: 29:31 Minuten über 10 Kilometer, also 2:57 Minuten pro Kilometer. Kamworor lief wie ein Metronom. Bei ordentlichen, aber nicht optimalen Bedingungen mit bedecktem Himmel, 15 °C und zeitweise Gegenwind dominierte der Kenianer vom NN Running Team, der Teamkollege von Eliud Kipchoge ist, das Rennen von Anfang bis Ende. Nach der Halbmarathonmarke in 1:02:21 ließ das Tempo nicht nach, und bei Kilometer 30 waren noch vier Läufer im Rennen um den Sieg.

Bei Kilometer 35 trat Geoffrey Kamworor aufs Gaspedal. Ein entschlossener Angriff, der das Rennen entschied. Die Verfolger Chimdessa Debele und Kennedy Kimutai mussten abreißen lassen, nur der Äthiopier Chala Regasa konnte zunächst noch folgen. Zwei Kilometer später war auch für ihn das mörderische Tempo des Kenianers zu schnell.

Geoffrey Kamworor setzte sich ab. Allein, fokussiert und kraftvoll lief er durch die Straßen der Rotterdamer Innenstadt, begleitet von einer elektrisierenden Stimmung. Im Ziel blieb die Uhr bei 2:04:33 stehen, mit einem geradezu chirurgischen negativen Split (1:02:21 / 1:02:12). Damit verfehlte er seine persönliche Bestzeit von 2:04:23 aus London 2023 nur knapp. Eine Demonstration und ein deutliches Zeichen für die Auferstehung eines Läufers, dessen Jahr 2024 von einer Verletzung und dem verpassten Start bei den Olympischen Spielen in Paris überschattet worden war.

Chala Regasa belegte in 2:05:06 den zweiten Platz, gefolgt von Chimdessa Debele (2:05:26) und Kennedy Kimutai (2:05:27).

© NN Marathon Rotterdam

Jackline Cherono siegt am Ende eines Kraftakts

Auch das Frauenrennen bot reichlich Spannung. In einer dichten Spitzengruppe setzten sich schon auf den ersten Kilometern sechs Läuferinnen ab, angeführt von der Kenianerin Jackline Cherono. Schon bei Kilometer 10 (32:50 Minuten) war klar: Hier wurde nicht taktiert, sondern schnell gelaufen, sehr schnell.

Gut eingebettet in eine Gruppe männlicher Hobbyläufer zog die Kenianerin konzentriert ihr Rennen durch, mit flüssigem Schritt und entschlossenem Blick. Bei der Halbmarathonmarke (1:09:14) hatte sie bereits eine Lücke gerissen. Hinter ihr formierte sich eine Verfolgergruppe, doch das änderte nichts: Die Kenianerin erwischte einen starken Tag.

Bis Kilometer 35 lag sie auf Kurs zum Streckenrekord. Dann wurde sie langsamer und bekam zunehmend zu kämpfen, gab aber keinen Meter preis. Trotz der Schmerzen biss sie die Zähne zusammen und behauptete ihren Vorsprung. Begleitet von ihrem Pacemaker überquerte sie die Ziellinie in 2:21:14 und stellte damit eine neue persönliche Bestzeit auf. Es war ihr zweiter Marathonsieg nach dem Friedensmarathon in Košice 2023, und das in einer großartigen Atmosphäre.

Die Äthiopierinnen Aminet Ahmed (2:22:14) und Azmera Gebru (2:22:15) komplettierten nach einem starken Kampf um Platz zwei das Podium.


| Wieder einmal hielt der Marathon de Rotterdam alle Versprechen. Eine schnelle Strecke, Zeiten auf Weltklasseniveau, eine fantastische Stimmung und ein Elitefeld, das diesem Rennen gerecht wurde. Mit einem überragenden Geoffrey Kamworor und einer kämpferischen Jackline Cherono dominierte Kenia die Ausgabe 2025. Rotterdam richtet den Blick bereits nach vorn: Die Veranstalter wollen ab 2026 insgesamt 30.000 Läuferinnen und Läufer begrüßen. Bei diesem Tempo ist die niederländische Stadt auf dem besten Weg, zu einer absoluten Referenz in der Marathonwelt zu werden.

Alle Ergebnisse des NN Marathon Rotterdam 2025