Die SMS, die man während eines Marathons verschickt
Wenn du während eines Marathons dein Handy zückst, ist das meist kein gutes Zeichen. Für ein paar Fotos, meinetwegen. Aber wenn du mitten im Rennen SMS an deine Notfallkontakte schickst, läuft wirklich gar nichts mehr nach Plan.
✓Hier eine kleine Sammlung der schlimmsten Nachrichten, die man während eines Marathons verschicken kann.
„Ich kann nicht mehr “
Der Bestseller, tausendfach verschickt auf Kilometer 35. Ja, es ist hart. Natürlich kannst du nicht mehr, das hier ist ein Marathon und kein Sonntagsspaziergang. Durchatmen, einen Schluck trinken und weiter.
„ Ich drehe um “
Sehr schlechte Idee. Wer dreht denn bei Kilometer 23 um? Laufen musst du dann trotzdem. Also lieber geradeaus weiter und mit einer Medaille um den Hals ins Ziel kommen, statt eine peinliche Ehrenrunde rückwärts zu drehen.
„ Am Ende ziehe ich es doch durch “
Ah, na also! Nach drei Schluchzern, einem FaceTime-Anruf bei Mama und einem geklauten Keks an der Verpflegungsstation steigt die Moral wieder. Und weiter geht’s. Bis zur nächsten SMS. Kopf hoch, das Ziel und die Ziellinie kommen näher …
„Das ist die letzte, versprochen! “
Das glaubt dir niemand. Diese Nachricht ist die Energie, die du gerade zum Weiterlaufen brauchst, nicht wert. Spar dir den Akku, wir wissen, dass du lügst. Also lieber den Kopf wieder etwas positiver einstellen und los. Das wird schon, ganz sicher.
„Kannst du mich abholen kommen? “
42 Kilometer fährt man nicht mit Uber zu Ende. Das ist doch Betrug, oder? Noch ein paar Kilometer, du musst bis zum Schluss durchhalten. Es ist hart, keine Frage, aber dafür wird der Zieleinlauf umso schöner. Im Auto ins Ziel zu kommen, ist keine Option. Und stell dir erst dein Gesicht vor, wenn du deinen Kollegen erzählst, dass du deinen Marathon beendet hast … auf der Rückbank.
„ Ich habe mich übergeben “
Mist! Optimal ist das sicher nicht, aber auch kein Weltuntergang. Angeblich ist das schon anderen Läufern passiert. Das wird schon, irgendwie hältst du durch. Einen Marathon sauber zu beenden, wird ohnehin überschätzt.
„Ich habe Krämpfe, es geht nicht mehr “
Mit Krämpfen geht es niemandem gut. Ein kurzer Boxenstopp, wie man so sagt. Du dehnst dich, jammerst, schmierst dich mit Kühlgel ein und humpelst würdevoll weiter.
„ Kannst du fragen, ob es im Ziel ein T-Shirt gibt? “
Und wenn es kein T-Shirt gibt, ist das Rennen dann vorbei? So funktioniert das nicht. Diese Nachricht verdient nicht einmal eine Antwort. Überraschung im Ziel!
„ Ich gehe “
Ja, das kann passieren, und daran ist nichts wirklich dramatisch. Gehen heißt, voranzukommen. Entscheidend ist, dass du weiterkommst. Der Zielbogen rückt näher, das ist reine Mathematik. Und du wirst sehen: Du triffst noch andere Zombies. So entsteht ganz nebenbei eine kleine Gehgruppe.
„ Aber … warum hast du mir das geschenkt? “
Tja … Dieser Startplatz für den Marathon war ein Geburtstagsgeschenk, die Absicht dahinter war eigentlich sehr nett. Eine Marathonanmeldung als Liebesbeweis. Du wirst dich im Ziel bei deinen Lieben bedanken. Nach der Dusche. Und dem Nickerchen.
Und ihr? Ist es euch auch schon passiert, dass ihr während eines Rennens versucht habt, eure Eltern, Freunde, Partnerin oder Kollegen zu erreichen? Kopf hoch, das wird schon!
42,195 km, 50.000 Schritte, 12 Gels … und 3 Notfall-SMS an dein armes Umfeld. In einer idealen Welt bleibt das Handy verstaut. Im echten Leben wird es zum Vertrauten deiner mentalen Einbrüche. Eine kleine Sammlung der Nachrichten, die man zwischen zwei Krämpfen besser niemals tippen sollte.