Die verrückten Missgeschicke vor dem Marathonstart

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Von Mergoil Melissa

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Die verrückten Missgeschicke vor dem Marathonstart
© ASO

Die Stunden vor dem Start eines Marathons sollten eigentlich einem perfekt getakteten Ablauf folgen: früh aufstehen, die letzte Mahlzeit sorgfältig planen, das bewährte Warm-up abspulen … Eigentlich. In der Praxis wird daraus oft ein Festival absurder Pannen und unerwarteter Zwischenfälle. ✓ Hier kommt eine sehr ernst gemeinte Sammlung kleiner Verrücktheiten, die viele Marathonläufer schon bei den ersten Schritten des Tages erwarten, denn das Rennen beginnt lange vor dem Start.

Aufwachen in einer anderen Zeitzone

Panik pur. Der Wecker klingelt. Es ist 4:45 Uhr. Nur sollte er eigentlich erst um 5:45 Uhr klingeln. Das Handy glaubt nämlich dank des vergangenen Wochenendes noch, in Marrakesch zu sein. Eine Stunde gilt es nun totzuschlagen: an die Decke starren, durch Instagram scrollen und sich fragen, ob man jetzt schon Pasta essen sollte. Genau solche Missgeschicke drohen den Teilnehmern des 20 km de Marseille-Cassis, das immer am letzten Sonntag im Oktober stattfindet, ausgerechnet am Wochenende der Umstellung auf die Winterzeit.

Alarmstufe Rot: Die Startnummer ist weg

Die Tasche quillt über: Socken, Wechselkleidung, Wasserflasche, Müsliriegel, Fußcreme, Medikamente, Energieriegel, der Glück bringende SpongeBob … Nur die Startnummer fehlt. Noch einmal: KEINE STARTNUMMER. Aber wo ist sie? Das kann doch nicht wahr sein! Ohne sie gibt es keinen Start. Also heißt es: suchen. Schnell. Hektisches Wühlen, Koffer ausräumen, innerer Schrei. Bis sie schließlich auftaucht … zusammengefaltet in der Innentasche der Windjacke. Klassiker.

Das Frühstück, das einen im Stich lässt

Das Hotel hatte ein königliches Frühstücksbuffet versprochen: Toast, Obst, Quark, Käse, Wurst, Eier. Und dann betritt man den Frühstücksraum und fragt sich: Warum gibt es hier nur rote Bohnen, knusprigen Bacon und Kompott? Um 6:10 Uhr ist von der Frühstücksherrlichkeit jedenfalls nur eine Servicekraft übrig, die einem mitteilt: „Das Baguette kommt in 25 Minuten.“ Na gut … das fängt ja gut an.

Drei Sicherheitsnadeln … aber keine vier

Drei Nadeln sind gut. Vier sind besser. Die Startnummer muss 42 Kilometer und 195 Meter lang halten, da sollte schon alles sitzen. „Entschuldigung, hätten Sie vielleicht eine Sicherheitsnadel für mich? Nur eine?“

Endlose Schlange vor den Toiletten

Es ist immer dasselbe: Es gibt nie genug Toiletten. Eine endlose Schlange vor den WCs, und natürlich hat man das Gefühl, dass es überhaupt nicht vorangeht. Und selbstverständlich ist immer jemand noch dringender dran: „Entschuldigung, darf ich kurz vor? Es ist wirklich dringend.“ Übersetzung: „Ich habe gestern Abend nichts gegessen, aber heute Morgen zwei Kaffee getrunken.“

Zu spät in den Startblock

Laut Zeitplan sollte es locker reichen, rechtzeitig zum Start zu kommen … allerdings ohne den Umweg zur Gepäckaufbewahrung und die Toilettenschlange für Sicherheits-Pipi Nummer drei. Der Startblock schließt um 7:50 Uhr. Es ist 7:57 Uhr. Jetzt wird es wirklich knapp.

Die Kopfhörer … streiken

Bluetooth weigert sich, eine Verbindung herzustellen. Spotify lädt wegen des schlechten Netzes endlos. Der Plan, im Rhythmus von 42 exakt getakteten Beats pro Minute zu laufen, ist gerade einen qualvollen Tod gestorben. Als Soundtrack bleiben also nur noch die Schreie der Quadrizeps.

Kurz gesagt: Ja, der Wecker kann zu früh klingeln, die Toiletten können zu knapp bemessen sein und das Frühstück kann ausgesprochen zweifelhaft ausfallen … Aber genau das gehört zum Zauber des Marathons: eine raffinierte Mischung aus Disziplin, sanftem Wahnsinn und unvorhergesehenen Pannen. Noch bevor der erste Kilometer gelaufen ist, hat der Marathon einen bereits getestet: die Nerven, das Organisationstalent, die Blase und manchmal sogar den Glauben an die Menschheit und an Drei-Sterne-Hotels. Gerade dieses kontrollierte Chaos macht das Erlebnis so einzigartig. Denn trotz nicht zusammenpassender Socken, Toast mit Cheddar und einer geliehenen Sicherheitsnadel von einem Fremden namens Gérard ist man da. Man hat die schwierigste Linie des Tages überquert: die Startlinie. Also jetzt einmal tief durchatmen … viel Mut und viel Erfolg beim Rennen.

Der Marathonkalender