Die völlig nutzlosen Dinge im Rucksack eines Marathonläufers

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Von Mergoil Melissa

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Die völlig nutzlosen Dinge im Rucksack eines Marathonläufers
© ASO

Vor dem Rennen wird der Marathonläufer plötzlich zum Survival-Experten des Asphalts. Er rechnet mit allem. Wirklich allem. Das Ergebnis: Sein Rucksack sieht aus wie der eines Wanderers auf dem GR20.

Hier kommt eine kleine Auswahl an (un) nützlichen Schätzen, die in diesen völlig überladenen Sporttaschen entdeckt wurden.


Die Anti-Scheuer-Creme

Läufer lieben sie, und wir wissen, wie viele Situationen sie retten kann. Wenn du dich aber morgens beim Fertigmachen damit eingecremt hast, wirst du dich nicht direkt vor dem Start noch einmal komplett damit einschmieren. Und nach dem Rennen brauchst du sie auch nicht mehr. Ob sie wirklich mit an die Startlinie muss?

Die Sonnencreme

Wir schreiben den 10. November, in Brest. Der Himmel ist grau, Regen ist angesagt, dazu Gegenwind. Und du hast die „SPF 50“ eingepackt. Bist du sicher, dass Sonnencreme wirklich nötig ist?

Wasser

Hydration? Ja. 2,5 Liter mitzuschleppen, als würdest du die Sahara durchqueren? Nein. Du läufst einen Marathon und besteigst nicht den Mount Everest. Alle zwei Kilometer gibt es Wasser. Und im Ziel wartet schließlich immer (sehr) viel davon.

Essen

1 Fruchtriegel, 2 Müsliriegel, 2 Bananen, 1 Packung Tuc, 3 Gels, ein halbes Baguette und Mandeln. Ähm, ist das nicht ein bisschen viel? Bereitest du dich auf ein Rennen oder auf ein Hochzeitsbuffet vor? Du läufst einen Marathon und machst kein Picknick. Und einer der beiden Riegel ist seit 2023 abgelaufen. Ist das normal?

Die Rettungsdecke

Wow, wirklich? Du läufst einen Marathon und gehst nicht auf Arktisexpedition. Du scheinst ziemlich optimistisch zu sein, was deinen Zustand im Ziel angeht. Das wird schon, keine Sorge. Viel Erfolg und viel Spaß beim Rennen!

Wechselkleidung

Ja, praktisch ist sie schon und nach dem Rennen kann man sie gebrauchen. Aber warum sind da 2 T-Shirts, 1 Jeans, 1 Shorts, 3 Paar Socken und 2 Jacken drin? Hast du gleich für einen anderen Läufer mitgepackt?

Sicherheitsnadeln

Erstens hast du doch einen Startnummerngürtel. Und selbst wenn wir verstehen, dass du dem gesamten Startblock 3 oder deinem Verein aushelfen möchtest: 20 Sicherheitsnadeln sind vielleicht ein bisschen viel. Strebst du den Titel als offizieller Ausstatter der anderen Läufer an?

© ASO

Ein etwas zweifelhafter Glücksbringer

Ein angeblich „wertvoller“ Stein, ein ausgefranstes Armband, das Finisher-Shirt von deinem ersten Rennen, eine kleine Nachricht deiner Partnerin oder ein Foto deiner Katze. Und worauf davon vertraust du nun am meisten? Objektiv betrachtet wird dich aber das Krampf-Gel vor dem Hammermann bei Kilometer 30 bewahren. Nicht Mistigri.

Ein Zettel mit der Nummer deiner Mutter

Klar, die Nummer der Rennleitung oder des Rennarztes für den Notfall einzuspeichern, ist wichtig. Aber die Nummer deiner Mutter? Dafür sehe ich wirklich keinen Grund.

Ein Nagelknipser

Nein. Einfach nein. Du kannst dir nicht zehn Minuten vor dem Start auf dem Gehweg die Nägel schneiden. Ein Mindestmaß an Würde sollte schon sein. Normalerweise jedenfalls. Wobei …

Ein Paar Ersatzschnürsenkel

Die Angst verstehen wir. Aber mal ehrlich: Reicht ein Doppelknoten offenbar nicht aus, um deine Nervosität zu beruhigen?


Kurz gesagt: Der Rucksack ist prall gefüllt. Es fehlt nur ein wenig gesunder Menschenverstand. Aber genau das gehört zum Charme der Marathonläufer: Sie laufen 42,195 km und nehmen trotzdem alles mit, was man zum Überleben eines dreitägigen Stromausfalls braucht. Man weiß ja nie.

Der Marathonkalender