Welche Tiere sind am schnellsten?
Der Gepard führt die Rangliste der schnellsten Landtiere mit Spitzengeschwindigkeiten von über 110 km/h an. Doch auch einige eher ungewöhnliche Arten wissen zu überraschen. Ein Überblick.
Der Grüne Basilisk läuft tatsächlich übers Wasser
Nein, das ist kein Traum. Dieses knapp ein Meter lange Reptil, den Schwanz eingerechnet, kann tatsächlich über Wasser laufen. Dank seiner schmalen, mit Schwimmhäuten versehenen Füße schafft der Grüne Basilisk, auch Jesus-Christus-Echse genannt, bis zu 1,5 m/s und erreicht 10 km/h. Eine beeindruckende Leistung für diese in Mittel- und Südamerika beheimatete Art. Sobald das Tier ein Raubtier wittert, setzt der „kleine König“ nur seine Hinterfüße aufs Wasser, reckt die Brust heraus und rudert mit den Hinterbeinen los … Beeindruckend.
Théo Masini, Verkäufer im Reptilis Shop in Bailleul im Département Nord, erlebt, wie seine Schützlinge sehr schnell neue Besitzer finden. Das liegt nicht unbedingt an ihrer Geschwindigkeit, sondern vielmehr an ihren körperlichen Besonderheiten. Denn abgesehen davon, dass dieses Tier eine Rakete ist, hat der ausgezeichnete Kletterer einiges zu bieten. Ein großer Kamm auf dem Kopf, leuchtend gelbe Augen, eine azurblaue Kehle, ein smaragdgrüner Körper mit weißen Punkten … „Die Optik kommt bei Privatleuten sehr gut an“, sagt der Fachmann.
Französische Meisterschaften im Dromedarrennen
„In der Spitze erreichen sie 70 km/h.“ Namir Glif, 2018 französischer Meister im Dromedarrennen, weiß, wovon er spricht. Seit seinem 19. Lebensjahr beschäftigt sich der Trainer mit diesen Tieren. „Ich habe damals eines adoptiert. Danach habe ich die Desensibilisierung durchgeführt. Man muss es an alle möglichen Faktoren gewöhnen, die es stören könnten.“ Die meisten Dromedare leben auf den Kanarischen Inseln. Der Tiertrainer begann 2016 mit dem systematischen Training: zunächst allein, dann mit seinen Schützlingen und schließlich gemeinsam mit Olivier Philipponneau auf Rennbahnen. Philipponneau ist Präsident der Fédération française des chameaux de Bactriane et des dromadaires.
„Die Galoppbewegung ist angenehmer als der Trab. Es ist eine Art Pendelbewegung. Das Dromedar setzt zuerst seine beiden linken, dann seine beiden rechten Beine vor. Wir haben dabei nicht das Gefühl, schnell zu sein. Die Bewegungen sind so weit ausholend. Ein Dromedarschritt entspricht anderthalb Schritten eines Pferdes.“ Der Jockey sitzt nicht über dem Schwerpunkt. „Der Sattel liegt hinter dem Höcker. Wir müssen die Bauchmuskeln anspannen und die Beine fest an den Körper drücken“, erklärt er. Der Tierfreund hat die Rennen wegen seines vollen Terminkalenders zwar aufgegeben, hält in seinem Zuhause in Brive aber weiterhin zwei Dromedare.
Dieser Vogel fliegt nicht, rennt aber 70 km/h
Zwischen Dromedar und Strauß gibt es keinen Grund für Neid. Beide Tiere können fast 70 km/h schnell werden. Der größte Vogel der Welt kann wegen seines hohen Gewichts zwar nicht abheben, seine erstaunliche Geschwindigkeit reicht aber locker aus, um Raubtiere abzuschütteln. Wie bei den Dromedaren werden vor allem in Südafrika und den USA Rennen veranstaltet. Usain Bolt hätte wohl das Nachsehen …
Die schnellsten Tiere im Überblick
➜ 1 – Der Gepard: 100–120 km/h (Spitzengeschwindigkeit auf kurzer Strecke, etwa 500 m)
➜ 2 – Der Löwe: 80 km/h (bei kurzen Sprints, maximal 100–200 m)
➜ 3 – Die Antilope: 80–100 km/h (einige Gabelböcke erreichen über mehrere Kilometer etwa 100 km/h)
➜ 4 – Der Strauß: 70 km/h
➜ 5 – Der Hase: 70 km/h
➜ 6 – Der Schwertfisch: 100–110 km/h im Wasser
➜ 7 – Der Hai: 70–80 km/h (Spitzengeschwindigkeit, insbesondere beim Mako)
➜ 8 – Der Wanderfalke: 320 km/h (im Sturzflug, absoluter Rekord im Tierreich)
➜ 9 – Der Steinadler: 240–280 km/h (im Sturzflug)
➜ 10 – Die Libelle : 50–60 km/h
Welches Tier ist am langsamsten?
Während manche Tiere Geschwindigkeitsrekorde aufstellen, sind andere wahre Meister der Langsamkeit! Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass das Faultier den Titel verdient: Dieses Säugetier trägt seinen Namen zu Recht, denn es bewegt sich gerade einmal mit 0,27 km/h fort. Ähnlich sieht es beim Koala aus, der für seine langen Nickerchen bekannt ist und etwa 20 Stunden am Tag schläft. Wenn er aufwacht, macht sich das kleine australische Beuteltier auf Nahrungssuche, aber ohne jede Eile: Seine Fortbewegungsgeschwindigkeit erreicht gerade einmal 3,2 km/h. Doch manche sind noch langsamer! Die Schnecke etwa kommt mit der schwindelerregenden Geschwindigkeit von 0,5 Millimetern pro Sekunde voran. Das entspricht weniger als zwei Metern pro Stunde, also 0,002 km/h. Bei diesem Tempo sichert sich die gehäuselose Schnecke den Titel des langsamsten Tiers der Welt!
✓ – Von Reptilien über Säugetiere bis hin zu Vögeln verfügen all diese Tiere über die Fähigkeit zu laufen. Mit dem Verbot von Wildtieren in Zirkussen ab dem 1. Dezember 2028 wird ihre Domestizierung nach und nach verschwinden.
Klar, der Gepard pulverisiert die Zeit, der Strauß macht Strecke und der Basilisk läuft übers Wasser … Aber keine Sorge: Um eine Schnecke oder ein Faultier zu schlagen, braucht es weder Carbon-Schuhe noch Intervalltraining um sechs Uhr morgens. Wie so oft im Leben kommt es auch beim Laufen auf den richtigen Rhythmus an … und manchmal ist langsam zu sein ebenfalls ein Rekord.