Mit mehreren Laufschuhpaaren laufen: Warum sich die Rotation lohnt
Wir alle haben schon einmal stundenlang vor dem Schuhregal gestanden, um das beste Paar auszuwählen. Aber habt ihr schon darüber nachgedacht, mehrere Laufschuhe zu besitzen? Der Wechsel zwischen verschiedenen Paaren kann sich besonders in der Vorbereitung auf lange Läufe wie einen Marathon auszahlen. Was Eliteläufer seit Jahren vormachen, setzen inzwischen auch viele Hobbyläufer um. Weniger Ermüdung, eine längere Lebensdauer und ein geringeres Verletzungsrisiko: Darum ist es sinnvoll, mit mehreren Laufschuhpaaren zu laufen.
Die Strategie der Schuhrotation beim Laufen
Unter Schuhrotation versteht man, zwischen mehreren Laufschuhpaaren zu wechseln. Das bedeutet, das Schuhpaar passend zur geplanten Trainingseinheit und manchmal auch zum Wetter auszuwählen. Für eine Schuhrotation braucht man mindestens zwei Paar. Am häufigsten kombiniert man ein Paar für das Training mit einem für Wettkämpfe. Je nach Zielen und Budget können es auch vier oder fünf Paar sein. Diese Strategie kann euch bei der Vorbereitung auf euren nächsten Marathon helfen.
Jeder Laufschuh hat seine eigenen Besonderheiten. Manche Modelle sind für hohe Geschwindigkeiten und das Wettkampftempo entwickelt, andere setzen auf Komfort, Grip oder Dynamik. Das Ziel der Schuhrotation besteht darin, die Technologien jedes einzelnen Paars optimal zu nutzen. Sie ist kein Muss, bringt beim Laufen aber zahlreiche Vorteile.
Weniger Verletzungsrisiko, geringere Ermüdung
Verletzungen sind der Albtraum jedes Athleten. Eine Schuhrotation kann jedoch dabei helfen, ihnen aus dem Weg zu gehen. Der Wechsel zwischen verschiedenen Paaren ermöglicht es, die Ermüdung zu reduzieren und vor allem das Verletzungsrisiko zu senken.
Wenn ihr eure Schuhe an die jeweilige Einheit anpasst, nutzt ihr sie gezielter und verhindert eine unpassende Belastung. Ein einfaches Beispiel: Ein auf Wettkämpfe ausgelegtes Paar wird für einen lockeren Grundlagenlauf eingesetzt. Ein Carbonplattenschuh stellt hohe Anforderungen an Muskeln und Sehnen. Wer damit regelmäßig langsame Läufe absolviert, kann bestimmte muskuläre und tendinöse Strukturen unnötig belasten. Für lockere Ausdauerläufe ist ein komfortableres Modell mit Blick auf die Regeneration deutlich sinnvoller.
Indem ihr eure Schuhauswahl optimiert, senkt ihr außerdem das Risiko für Muskelermüdung. Ziel ist es, die Belastung für Muskeln und Sehnen so gering wie möglich zu halten. Deshalb ist es sinnvoll, für intensive Einheiten einen dynamischen Schuh und für lockere Läufe ein komfortableres Modell zu verwenden.
Die Lebensdauer der Laufschuhe verlängern
Wer seine Laufschuhe abwechselt, kann außerdem die Lebensdauer der einzelnen Paare verlängern. Je nach Körpergewicht, Einsatz und Modell hält ein Paar ungefähr 600 Kilometer. Ihr könntet zwar alle Läufe mit demselben Paar absolvieren und es nach 600 Kilometern ersetzen. Um die Lebensdauer eurer Schuhe zu optimieren, lohnt sich jedoch eine Schuhrotation.
Auch hier geht es um Anpassung und eine möglichst clevere Nutzung. Einen Carbonlaufschuh, der ohnehin meist eine kürzere Lebensdauer als vielseitigere Modelle hat, auf kleinen Wegen einzusetzen, beschleunigt seinen Verschleiß. Wer dagegen ein robusteres, vielseitiges Paar mit stärkerem Schutz für Straßenläufe oder leichte Trails nutzt, fährt besser. Die Carbonschuhe bleiben den Tempoläufen und Wettkämpfen vorbehalten und nutzen sich dadurch weniger schnell ab. Das weniger empfindliche Allround-Paar ist für die übrigen Einheiten ideal.
Wenn ihr euch auf einen Marathon vorbereitet, könnt ihr folgende Schuhrotation nutzen.
Das passende Paar für jede Trainingseinheit
Kann das Laufen mit mehreren Schuhpaaren sogar zu besseren Leistungen beitragen? Wer seine Schuhe passend zur Trainingseinheit auswählt, kann nicht nur die Leistung optimieren, sondern auch den Körper schonen, indem er die besonderen Anforderungen jeder Einheit berücksichtigt. Jedes Paar ist für einen bestimmten Zweck entwickelt: Komfort, Reaktionsfreude oder Dynamik. Den Schuh passend zum Training auszuwählen bedeutet vor allem, die Eigenschaften des Modells mit der jeweiligen Einheit abzustimmen.
Für Intervalle, Bergläufe und Tempotraining braucht es dynamische Schuhe mit guter Energierückgabe und geringem Gewicht. Diese Modelle verfügen häufig über einen reaktiven Schaumstoff oder eine Carbonplatte, die die Effizienz des Laufschritts verbessert. Lockere Dauerläufe und lange Läufe beanspruchen das Muskel- und Gelenksystem wegen der längeren Belastungsdauer stärker. Hier sind Schuhe mit mehr Komfort die bessere Wahl.
Mit mehreren Laufschuhpaaren zu laufen, erfordert ein etwas höheres Budget. Diese Strategie hilft jedoch, die Lebensdauer jedes Paars zu verlängern, die Leistung zu verbessern und das Verletzungsrisiko zu senken.